13 Nov 2018

Mythen der Antike

Sommer in der Mozartstadt

Salzburger Festspiele 2019

2019 wollen wir Ihre Emphatie für die Mythen der Antike wecken! Erleben Sie bewegende Inszenierungen, hochkarätige Besetzungen und das einzigartige Flair der Mozartstadt. Dazu laden wir Sie im Sommer 2019 ein!

In den Mythen der Antike sah Festspielgründer Hugo von Hofmannsthal „einen magischen Spiegel“. Stellen doch die mythischen Erzählungen von einst die ewiggültigen Fragen nach unserer Existenz. Sie thematisieren Krieg, Flucht, Opfer, Rachedurst, Schuld und Sühne.

Die Eröffnungspremiere wird Mozarts Idomeneo sein. Hier wird der Herrscher zu bewusstem Handeln gezwungen, zerrissen zwischen der Pflicht gegenüber den Göttern und der Liebe zur Familie. Mit Œdipe in George Enescus gleichnamiger Oper steht uns hingegen ein Unwissender gegenüber: Er wird schuldlos schuldig. Familiäre und politische Konflikte liefern auch die fesselnde Handlung für Simon Boccanegra. Verdis Werk erinnert uns an die schicksalhaften Verkettungen in den großen antiken Erzählungen.

Eine der zentralen mythologischen Frauenfiguren ist Medea, die sich in unserem Programm zweifach widerspiegelt. Basierend auf dem Stoff von Euripides’ Tragödie komponierte Luigi Cherubini 1797 mit Médée ein großes Seelendrama um enttäuschte Liebe und blutige Rache. Der französische Komponist Pascal Dusapin bietet uns hingegen, ausgehend von Heiner Müllers Medeamaterial, eine aufwühlend zeitgenössische Interpretation. Auf ganz andere Weise reagierte Jacques Offenbach auf den Antikenkult seiner Zeit. Seine Operette Orphée aux enfers ist Persiflage und Gesellschaftssatire zugleich.

Und wie jedes Jahr nehmen wir die Pfingstoper mit unserer wunderbaren Cecilia Bartoli im Sommer wieder auf. Georg Friedrich Händels Alcina wurzelt tief im mündlichen Erzählschatz vergangener Zeiten.

Mit den Mythen spielt auch das Schauspielprogramm. Die Uraufführung von Theresia Walsers Die Empörten überträgt den antiken Grundkonflikt von Antigone und Kreon in unsere Zeit. Maxim Gorkis Sommergäste hingegen lassen sich als Antithese zur mythologischen Erzählung lesen. Die Menschen sind für ihr Schicksal selbst verantwortlich. Mit Liliom von Ferenc Molnár wird ein Charakter der permanenten Entäußerung in den Mittelpunkt gerückt. Ein Fluch scheint in Jugend ohne Gott auf der Gemeinschaft von Schülern und Lehrern zu lasten, dem sie nicht entkommen und der zwei von ihnen den Tod bringt. Den Mythos des Sisyphos greift Albert Ostermaier in einem dramatischen Monolog auf, eine weitere Uraufführung für die Salzburger Festspiele an ungewöhnlichem Ort. Mit einer Marathonlesung von James Joyces Ulysses knüpft das Schauspielprogramm direkt an Homers Odyssee an: als Echo der Antike in unserer Zeit.

Wie sehr Erzählung auch Gesang war, davon zeugen eindrucksvoll die antiken Epen. In unserer diesjährigen Ouverture spirituelle nehmen der Schmerz, die Klage und die Tränen klanglich Gestalt an. Sie berühren unsere Seele: sei es in Orlando di Lassos Lagrime di San Pietro, bei Palestrina, Gesualdo und Bach, in der Musik Schostakowitschs oder bei Nono, Gubaidulina und Rihm.

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