Biografie

Cecilia Bartoli

Stand: Juni 2019

Wenn Cecilia Bartoli singt, ist vieles anders. Kritiker suchen nach neuen Metaphern, weil das gängige Vokabular nicht ausreicht. In ihrer Kehle, heißt es, müsse „ein Nest von Nachtigallen verborgen“ sein. Und überhaupt: Ihr angemessen seien schlicht und einfach „Liebesbekenntnisse“. In nüchterne Worte lässt sich das Phänomen Bartoli nicht fassen, auch nicht in Fakten und Zahlen. Aber sie belegen auf ihre Weise, wie viel Cecilia Bartoli mit ihrer Musik bewegt.

Von ihren Bild- und Tonträgeraufnahmen wurden mehr als 12 Millionen weltweit verkauft. Cecilia Bartoli ist, an Zahlen gemessen, die erfolgreichste Klassik-Künstlerin der Gegenwart und eine der populärsten Sängerinnen unserer Zeit. Dabei kommt sie ohne jede marktübliche Popularisierung aus. Offen für Entdeckungen, macht sie erlesene, thematisch durchdachte Projekte zu Welterfolgen. The Vivaldi Album, Italian Arias (von Gluck), The Salieri Album, Opera proibita, Maria, Sacrificium, Mission und St. Petersburg wurden mit zahlreichen bedeutenden Preisen ausgezeichnet, darunter fünf Grammys.

Zuletzt waren es vor allem Spitzenensembles der historischen Aufführungspraxis, die sie auf ihren Erkundungen begleitet haben, unter ihnen die Akademie für Alte Musik Berlin, Les Arts Florissants, I Barocchisti, der Concentus Musicus Wien, das Freiburger Barockorchester, Il Giardino Armonico, das Kammerorchester Basel, Les Musiciens du Louvre und das Zürcher Orchester La Scintilla. Seit dem Sommer 2016 tritt sie regelmäßig mit dem von ihr ins Leben gerufenen Orchester Les Musiciens du Prince-Monaco auf.

2012 wurde Cecilia Bartoli Künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele; ihr Vertrag wurde bis 2021 verlängert. Ihre besondere Fähigkeit, Künstlerisches mit Konzeptionellem zu verbinden, findet hier ein ideales Wirkungsfeld. Salzburg ist auch wichtiger Schauplatz ihrer Tätigkeit als Opernsängerin. 2013 fand hier Cecilia Bartolis Bühnendebüt als Norma statt – ein Meilenstein ihrer Karriere, auf den eine europaweite Norma-Tournee folgte. 2017 begeisterte sie das Salzburger Publikum als Händels Ariodante, im vergangenen Jahr folgte ihr umjubeltes Rollendebüt als Isabella in L’italiana in Algeri.

2018 feierten Cecilia Bartoli und das Plattenlabel Decca ihre 30-jährige Zusammenarbeit. In diesem Zusammenhang stellte die Cecilia Bartoli Musikstiftung das neue Label „Mentored by Bartoli“ vor, das bei Decca erscheint und Cecilia Bartolis Qualitätsstempel trägt. Auf diese Weise möchte sie das Glück, schon in den frühen Jahren ihrer Karriere durch eine Plattenfirma gefördert worden zu sein, an die nächste Generation weitergeben. Außerdem veröffentlichte Decca eine Edition mit Cecilia Bartolis gesamten Rossini-Einspielungen und eine neue Vivaldi-CD, das an ihr bahnbrechendes Erfolgsalbum von 1999 anknüpft.

Nach einem Konzert anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums am Opernhaus Zürich feierte Cecilia Bartoli im März 2019 ihr Debüt am Teatro San Carlo in Neapel: Das Konzert wurde von der Presse als „historischer Triumph“ bezeichnet. Stationen ihrer Bühnenlaufbahn waren zuvor schon die Metropolitan Opera in New York, das Royal Opera House, Covent Garden, die Mailänder Scala, die Bayerische Staatsoper, das Opernhaus Zürich und das Théâtre des Champs-Élysées in Paris.

Einen „Karriereplan“, erinnert sich die in Rom geborene Sängerin, habe es nicht gegeben: nur den Wunsch, Musik zu machen. Ihre Mutter, Silvana Bazzoni, unterrichtete sie im Gesang und blieb ihre einzige Lehrerin. Daniel Barenboim, Riccardo Muti, Herbert von Karajan und Nikolaus Harnoncourt suchten schon früh die Zusammenarbeit mit ihr.

Die Künstlerin erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Léonie-Sonning-Musikpreis (2010), den Herbert-von-Karajan-Preis (2012) und den Polar Music Prize (2016).

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Cecilia Bartoli Sängerin Mezzosopran
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