Sanierung und Erweiterung
der Festspielhäuser

News

23.06.2022
Internationale Jury prämiert Siegerprojekt des Generalplaner-Wettbewerbs

Eine international besetzte Fachjury hat unter 15 Projekten einstimmig ein Siegerprojekt gekürt. Das renommierte Wiener Architekturbüro Jabornegg & Pálffy hat gemeinsam mit dem Generalkonsulenten Vasko+Partner Ingenieure den zweistufigen europaweiten Wettbewerb für sich entschieden.

Mit dem Abschluss des Generalplaner-Wettbewerbs wurde ein wesentlicher Meilenstein zur Vorbereitung der Sanierung und Erweiterung der Salzburger Festspielhäuser erreicht. Gemeinsam mit den aktuell ausgeschriebenen Leistungen der Hohlraumplanung und der bühnentechnischen Fachplanung wird das Planer-Team bis Ende des Sommers komplett sein. Das Bauvorhaben nutzt alle am Standort vorhandenen Potentiale aus und stellt damit die letzte Erweiterungsstufe des Festspielbezirkes dar. Auch vor diesem Hintergrund kann von einem echten Jahrhundertprojekt gesprochen werden.

Lukas Crepaz, Kaufmännischer Direktor zur Entscheidung: „Die Aufgabenstellung an das Generalplanerbüro war dreigeteilt: Die Bestandsgebäude müssen umfassend und umsichtig saniert werden. Die am Ende ihrer Lebenszyklen stehende Haus- und Bühnentechnik muss grundsätzlich erneuert werden. Durch eine deutliche Flächenerweiterung sollen die Arbeitsbedingungen der 240 ganzjährigen und bis zu 4.500 saisonalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktiver, effizienter und zukunftsfähig gestaltet werden. Dies alles unter Beachtung ambitionierter Nachhaltigkeitsziele. Es freut uns sehr, dass von der internationalen Jury ein Projekt prämiert wurde, das diese Aufgabe idealtypisch löst, sowie darüber, dass das Votum einstimmig ausgefallen ist.“

Architekt und Jury-Vorsitzender Prof. Volker Staab äußert sich wie folgt: „Das Überraschende der siegreichen Arbeit besteht in der Einfachheit und Klarheit, mit der sie die hochkomplexe Aufgabe löst. Sie teilt die Nutzungen auf einen Neubau und einen in den Mönchsberg integrierten Bereich auf, und löst diese Trennung nicht nur organisatorisch und im Hinblick auf die Qualität der Arbeitsplätze hervorragend, sondern fügt sich damit auch überzeugend in das historische Ensemble des Festspielbezirks ein.“

Die Sanierung und Erweiterung der Salzburger Festspielhäuser ist unumgänglich, um die Zukunftsfähigkeit der drei Häuser zu sichern – für die Salzburger Festspiele und für die vielen Kulturinstitutionen, die das Salzburger Kulturleben ganzjährig in diesen Häuern/Spielstätten bereichern.

Der Vorsitzende des Festspiel-Kuratoriums, LH Dr. Wilfried Haslauer ist überzeugt: „Das gemeinsame Bekenntnis für diese Investition ist gerade in solch herausfordernden Zeiten wie jetzt unglaublich wichtig und hat enorme positive Auswirkungen auf den gesamten Wirtschaftsstandort Salzburg. Zudem bleiben wir damit ein kulturelles Zentrum Österreichs mit Weltgeltung und bauen diese Position weiter aus“.

Prof. András Pálffy, Architekt des Siegerprojekts bringt seine Freude über die bevorstehende Aufgabe zum Ausdruck: „Die Struktur der Salzburger Festspiele gegenüber den Anforderungen eines Spielbetriebes der Gegenwart zu ertüchtigen, ist eine wunderbare wie auch komplexe architektonische Herausforderung. Diese Aufgabe wird im Wesentlichen von der Absicht bestimmt, die bestehende Architektur fortzuschreiben und sie damit in ein bauliches Ensemble einzufügen, und gleichzeitig die internen, organisatorischen Abläufe nicht nur zu optimieren, sondern auch sinnvoll räumlich zu erweitern. Diese Anforderung wird zum einen durch eine Sanierung und einen Umbau des Bestandes eingelöst, zum anderen durch einen neuen Werkstättentrakt und eine räumliche Erweiterung in den Mönchsberg, die Orchesterprobenräume wie auch Logistikbereiche aufnimmt. Der besondere Reiz dieser Aufgabe liegt in der Tatsache, den Bestand zu sanieren und diesen gleichzeitig durch einen Neubau zu ergänzen. Die Nachbarschaft von Geschichte und Gegenwart wird mit ihrer neuen räumlichen Verknüpfung die Zukunft dieser Bauaufgabe wesentlich mitgestalten.“

Das Siegerprojekt zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus (Auszug aus der Juryentscheidung)

Das Konzept besticht durch ein klar strukturiertes Werkstattgebäude, das als eigenständiger kubischer Baukörper zwischen dem Areal Felsenreitschule und Großem Haus situiert ist. Der Körper ist in eine einheitliche teils transparente, teils opake Fassadenkonstruktion gehüllt, die dessen Bedeutung und Eigenständigkeit betont. Städtebaulich wird damit ein die heterogene Baustruktur beruhigender Kontrapunkt gesetzt. Das oberste Geschoss fügt sich dezent in die benachbarte Dachlandschaft ein. Der Bühnenturm des Haus für Mozarts und des Festspielhauses bleiben im Stadtraum die dominierenden Akzente. Die transparenten Fassaden bieten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive Arbeitsplätze mit guten Tageslichtverhältnissen im Inneren. Aus- und Durchblicke machen den Gebäudebestand erlebbar. Die Anforderungen an die Funktionsflächen sind sehr gut erfüllt. Die Primärstruktur aus Ortbeton und Betonfertigteilen schafft die Grundlage für eine flexible Nutzungsstruktur, die den optimalen Betrieb auf lange Zeit nachhaltig sichert. Große Deckenöffnungen schaffen zusammenhängende Raumzonen mit hohen Arbeits- und Aufenthaltsqualitäten. Insgesamt überzeugt die Arbeit durch eine präzise städtebauliche Setzung, eine starke architektonische Aussage hinsichtlich der beabsichtigten Funktionen sowie eine ausgezeichnete Organisation der Grundrisse, sowohl horizontal wie auch vertikal. Die Fugen zu den Altbeständen sind hochwertig gelöst, dadurch wird eine überzeugende und angemessene Lösung der Bauaufgabe im Kontext mit den Bestandsbauten gefunden

Nachhaltigkeit

In der Auslobung wurden vom Salzburger Festspielfonds konsequent Qualitäten der Nachhaltigkeit eingefordert. Das Siegerprojekt präsentiert sich im besten Sinne bescheiden und angemessen. Es erfüllt alle gestellten Aufgaben effektiv, ohne selbstgefälligen Gestus, mit einem minimierten Materialeinsatz. Es leistet, u.a. durch materialschonende Konstruktionen, einen wesentlichen Beitrag zu Ressourcenschonung und zum Klimaschutz in der Herstellung. Mit seiner industriellen und modularen Konstruktion wird es die verbleibenden Emissionen maximal verantwortungsvoll einsetzen: Mit der Eignung zu Dauerhaftigkeit, lebenszyklischer Wartungsmöglichkeit und mit einer hochgradigen Anpassungsfähigkeit. Im Sinne der sozialen Nachhaltigkeit entstehen hochwertige, inspirierende und gesundheitsförderliche Arbeitsplätze. Das Siegerprojekt ist zudem hochgradig wirtschaftlich dank seiner trennbaren Konstruktionen sowie seiner robusten und gut wartungszugänglichen Gebäudetechnik.

Nicht nur der Neubau wird höchsten Ansprüchen an Ressourcenschonung, Klimaschutz und Klimaresilienz gerecht. Auch die Bestandsgebäude werden mit aller denkmalpflegerischer Sorgfalt thermisch ertüchtigt. Der Energiebedarf wird somit maximal gesenkt

Die Jury

Fachpreisrichter: Arch. Prof. Volker Staab (Vorsitzender), Arch.in Jórunn Ragnarsdóttir (Stellvertretende Vorsitzende), Arch.in Dipl.-Ing. Elke Delugan-Meissl, Ing. Hans Haugeneder, Arch. Robert Rechenauer, Arch. Mag. Robert Wimmer

Sachpreisrichter: Präsidentin Dr. Kristina Hammer, Intendant Markus Hinterhäuser, Kaufmännischer Direktor Mag. Lukas Crepaz (Schriftführer), DI Dr. Daniel Burtscher, Ing. Dr. Andreas Schmidbaur

Kriterien der Entscheidungsfindung

Gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt, der Sachverständigenkommission zur Altstadterhaltung, dem für den Schutz des Weltkulturerbes zuständigen ICOMOS und der Stadt Salzburg hat der Festspielfonds in der Auslobungsbroschüre gestalterische Rahmenbedingungen für den Wettbewerb festgelegt, die von den WettbewerbsteilnehmerInnen zu beachten waren.

Dieser wurde in Kooperation mit der Kammer der ZiviltechnikerInnen und ArchitektInnen durchgeführt, welche zwei der insgesamt 6 FachpreisrichterInnen ernannt hat. Das Preisgericht war bei seiner Entscheidungsfindung den Grundsätzen der Objektivität verpflichtet. Großes Augenmerk wurde zudem auf Transparenz und Anonymität im Wettbewerb gelegt.

Als Beurteilungsmaßstäbe wurden in architektonischer Hinsicht angelegt:
• Entwurfsansatz und Idee
• Architektonische Qualität im äußeren und inneren Erscheinungsbild
• Innovative Potenziale des Projektansatzes

Als funktionale Kriterien waren u.a. zu bewerten:
• Funktionalität der Gesamtlösung und von Teillösungen
• Übereinstimmung mit den Entwicklungszielen
• Wirtschaftlichkeit

Im Hinblick auf das haustechnische Konzept kam es vor allem an auf
• Nachhaltigkeit unter ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten
• Flexibilität hinsichtlich Nutzungsänderung
• Im Bereich städtebauliche Kriterien wurden gefordert.
• Konfiguration der Baukörper und der Außenräume
• Funktionale und gestalterische Einbindung in die Umgebung
• Nutzung des vorhandenen Grundstücks

Zweiter und dritter Preis

Den zweiten und dritten Preis vergab die Jury per Mehrheitsentscheid an die Wettbewerbsarbeiten der Büros Franz und Sue ZT GmbH sowie Dietrich Untertrifaller Architekten.

Ausblick und nächste Schritte

Auf Empfehlung der Jury werden die Salzburger Festspiele noch im Juli in die Verhandlungen mit dem erstgereihten Generalplanerbüro eintreten. Die Verhandlungen sollen bis zum Herbst 2022 abgeschlossen sein.

Unmittelbar nach Vertragsabschluss startet die Planungsphase, die Einreichplanung soll bis zum Sommer 2023 abgeschlossen sein. Nach Abschluss aller behördlichen Genehmigungsverfahren soll im Frühjahr 2024 die europaweite Ausschreibung der Bauaufträge erfolgen. Mit den ersten Bauarbeiten soll im Herbst 2024 begonnen werden.

Gemeinderatssitzung vom 15. Dezember 2021
Mit der Verabschiedung von städtebaulichen Rahmenbedingungen durch den Gemeinderat startet die zweite Phase des Generalplaner-Wettbewerbs für die Sanierung und Erweiterung der Festspielhäuser. Die Wettbewerbsjury hat 15 Generalplanerbüros ausgewählt, die nun bis nach Ostern konkrete Vorentwürfe für die Aufgabenstellung ausarbeiten werden.

„Die Salzburger Festspiele legen bei der Vorbereitung der ‚Sanierung und Erweiterung der Festspielhäuser‘ größten Wert auf eine transparente Vorgangsweise. Daher wurden bereits in der Anfangsphase der Projektvorbereitungen die Sachverständigenkommission zur Altstadterhaltung, das Bundesdenkmalamt und ICOMOS – die zuständige Organisation zur Prüfung der Vereinbarkeit mit dem UNESCO-Weltkulturerbe – sowie alle für das Projekt zuständigen Ämter der Stadt beteiligt“, sagt Lukas Crepaz, Kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele.

Nach einer ausführlichen Vorprüfung, zu der der Festspielfonds auch die zuvor genannten Einheiten (BDA, ICOMOS und SVK) eingeladen hat, werden im Preisgericht, das Mitte Juni tagen wird, die Siegerprojekte prämiert.

Das Wettbewerbsverfahren zur Findung eines Generalplaners wird in Kooperation mit der Ziviltechnikerkammer durchgeführt und von allen Beteiligten als das zielführendste Verfahren angesehen. Die Stellungnahmen der Denkmal-, Altstadt- und Welterbeschützer sowie deren Einbindung als Berater in der Jurysitzung zeigen einmal mehr, wie wichtig dem Festspielfonds der sorgsame Umgang mit dem kulturellen Erbe ist.

In einer Aussendung des Stadtvereins wird die Erschließung der geplanten Kaverne durch eine zweispurige Zufahrt aus dem Neutor sowie das Fehlen einer Vorbegutachtung des Vorhabens durch ICOMOS beanstandet. Entgegen dieser Beanstandung war ICOMOS bereits von Anfang an eingebunden. Auch die Abbiegung im Neutortunnel wurde in der Planung so redimensioniert, dass nur mehr einspurig in den Zufahrtstunnel eingefahren wird.

Zentrales Anliegen des Projektes ist die Sanierung des Großen Hauses, der Felsenreitschule und des Haus für Mozart samt Nebenräumen. Um den aktuellen Raumbedarf zur Erfüllung des Arbeitnehmerschutzes und für einen effizienten Betrieb abzudecken, soll der Festspielbezirk um ca. 10.000 qm Nutzfläche erweitert werden.

Der Großteil der Erweiterungsflächen wird im Berg errichtet. Das Projekt bietet aber ganz im Sinne des großen Clemens Holzmeister, der über Jahrzehnte die Idee des identitätsstiftenden Festspielbezirks entwickelt hat, für Salzburg die Chance, auch im Stadtraum sichtbar den Festspielbezirk behutsam weiterzuentwickeln.

5. November 2021
Startschuss für Generalsanierung – Europaweite Auslobung des Generalplaner-Wettbewerbs

Mit der Auslobung des Generalplaners haben die Salzburger Festspiele einen großen Schritt zur Vorbereitung der Sanierung und Erweiterung der Festspielhäuser gemacht. Am 2. November wurde mit die Phase 1 des europaweiten Wettbewerbs eingeleitet. Die Initiierungsphase des Großprojektes verläuft somit weiter nach Plan.

„Clemens Holzmeister hat über Jahrzehnte hinweg den Festspielbezirk geschaffen und erweitert. Er hat unserer Stadt eine zusätzliche Identität gegeben. Es ist unser Ziel, mit der Sanierung und Erweiterung dieses Erbe zu bewahren und einen Beitrag zur Baukultur der Gegenwart zu leisten“, sagt Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler.

„Um den Festspielen und den Salzburger Kulturveranstaltern eine gesicherte Zukunftsperspektive zu geben, ist die Sanierung der Festspielhäuser unabdingbar, geradezu dringlich. Auch um das künstlerische Niveau zu halten, ist die Erweiterung der Werkstätten sowie die Schaffung von zusätzlichen Probenräumen von ganz wesentlicher Bedeutung. Der behutsame Umgang mit der historisch gewachsenen Substanz hat oberste Priorität. Dennoch wollen wir auch ein Zeichen der Lebendigkeit setzen, wie es für eine bedeutende Institution wie die Salzburger Festspiele richtig ist“, sagt Intendant Markus Hinterhäuser.

„Es war uns ein großes Anliegen, den für dieses Jahrhundertprojekt so zentralen Generalplanerwettbewerb in Kooperation mit der Architektenkammer und in Abstimmung mit den für das Bauen im Weltkulturerbe Salzburg so wichtigen Behörden und Institutionen durchzuführen. Die Bedeutung dieses Projektes manifestiert sich auch in der Zusammensetzung des Preisgerichts durch international anerkannte Architektinnen und Architekten“, sagt der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz.

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Projekt

Die Festspielhäuser bedürfen einer grundlegenden Sanierung, Neuorganisation und Erweiterung, um den Herausforderungen der Zukunft — im Hinblick auf Arbeitnehmerschutz, Brandschutz, betriebsorganisatorische Abläufe, Arbeitsbedingungen für Künstlerinnen und Künstler sowie auf die vom Publikum von einem Festival mit Weltgeltung zu Recht erwarteten Qualitäten — entsprechen zu können.

Neben den Festspielen nutzt eine Vielzahl von Salzburger Kulturinstitutionen und internationalen Gastveranstaltern die Festspielhäuser ganzjährig als Veranstaltungsort. Mit der Sanierung der Festspielhäuser wird dieser wesentliche Beitrag zum Salzburger Kulturleben gesichert.

Am 5. Oktober des vergangenen Jahres haben Bund, Land Salzburg sowie Stadt Salzburg bei einer Pressekonferenz im Großen Festspielhauses verkündet, mit der Modernisierung und Erweiterung der Festspielhäuser eine Großinvestition von rund 262 Millionen Euro zzgl. Valorisierung in den Kultur- und Wirtschaftsstandort Salzburg zu tätigen.

Die Entwicklung der Salzburger Festspiele ist ohne ihre erfolgreiche Baugeschichte nicht zu denken: Die Eröffnung des Großen Festspielhauses 1960 hat den Festspielen neue künstlerische Möglichkeiten gebracht. Die überregionale Bedeutung des Adventsingens, die bemerkenswerte Entwicklung der Kulturvereinigung gäbe es ohne das Große Festspielhaus nicht. Die Osterfestspiele wären nie gegründet worden. Ein weiterer Meilenstein war 2006 der Bau des Hauses für Mozart, das das optisch und akustisch unbefriedigende Kleine Festspielhaus ersetzte. Parallel dazu wurde die Felsenreitschule zu einer gleichwertigen Opern- und Konzertspielstätte aufgerüstet.

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Veranstaltungen

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

2.—15. Juli 2022
Täglich 10.00—16.00 Uhr · Freier Eintritt
Eingangsfoyer Großes Festspielhaus

Termine zu Führungen durch die Ausstellung ab 2. Juli 9.30 Uhr hier online verfügbar.

11. und 12. November 2021
Internationale Fachtagung Weiterbauen am Denkmal.
Eine Kooperation der Abteilung Kunstgeschichte der Universität Salzburg, des Bundesdenkmalamtes und der Initiative Architektur Salzburg.
Mehr Informationen finden Sie hier.

10. November 2021
Ausstellung und Podiumsdiskussion
Sanierung und Erweiterung der Festspielhäuser. Möglichkeiten und Grenzen städtebaulicher Weiterentwicklung
Eine Veranstaltung der Salzburger Festspiele in Kooperation mit ICOMOS, TU Wien und Initiative Architektur. Detailinformationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

FAQ

Warum wird eine Generalsanierung der Festspielhäuser benötigt?

Um langfristig die Betriebsfähigkeit aufrechterhalten zu können, müssen die Festspielhäuser modernisiert werden. Vor allem das Große Festspielhaus und das Bühnenhaus des Haus für Mozart sind nach mehr als 60 Jahren sanierungsbedürftig. Die dringend benötigte Bestandssanierung umfasst die am Ende des Lebenszyklus angekommene Haustechnik, eine umfassende Dach- und Fachsanierung, eine Funktionssanierung im Rahmen einer betrieblichen Neuordnung der Flächen sowie eine Sanierung der Sanitärräume.


Die Werkstätten, die Künstlergarderoben, zum Teil auch der Zuschauerbereich entsprechen nicht mehr den Anforderungen von Mitarbeitern, Künstlern aber auch Publikum an ein Festival mit Weltbedeutung.

Neben den Festspielen nutzt eine Vielzahl von Salzburger Kulturinstitutionen und internationalen Gastveranstaltern die Festspielhäuser ganzjährig als Veranstaltungsort. Zur Sicherung dieses wichtigen Beitrags zum Salzburger Kulturleben sollen die Festspielhäuser so modernisiert werden, dass für alle Veranstalter eine optimale und zeitgemäße Veranstaltungsstätte zur Verfügung steht.
Wie hoch sind die Kosten für die Sanierung?
Bund, Land Salzburg und Stadt Salzburg haben beschlossen, mit der Modernisierung und Erweiterung der Festspielhäuser eine Großinvestition von rund 262 Millionen Euro zzgl. Valorisierung in den Kultur- und Wirtschaftsstandort Salzburg zu tätigen.
Um wie viel erweitert sich die Gesamtnutzfläche?
Die Gesamtnutzfläche steigt durch Umbau und Erweiterung um rund 10.000 Quadratmeter auf 47.514 Quadratmeter.
Wie und wohin werden die Festspielhäuser erweitert?
Zusätzliche Flächen entstehen direkt hinter den Festspielhäusern im Mönchsberg, die Logistik kann künftig ohne Altstadt-Transportfahrten über die Rückseite beim Neutor erfolgen.
Wann beginnt der Generalplanerwettbewerb, und wie lange dauert es, bis ein Siegerprojekt gewählt ist?
Der wohl bedeutendste Wettbewerb im Zuge des Großprojekts „Sanierung und Erweiterung der Festspielhäuser“ ist der zur Generalplanerfindung, welchen die Salzburger Festspiele in Kooperation mit der Architektenkammer am 2. November 2021 europaweit veröffentlicht haben. Im Juni 2022 soll mit der Tagung des Preisgerichts die Auswahl des Wettbewerbsgewinners bekannt gegeben werden.
Wer wählt das Siegerprojekt aus?
Das Preisgericht setzt sich zusammen aus international anerkannten Architekten als Fachpreisrichter sowie dem Direktorium der Salzburger Festspiele, VertreterInnen des Landes Salzburg, der Stadtplanung als Sachpreisrichter. Die genaue Jury können Sie in der „Auslobung des Generalplanerwettbewerbs“ einsehen.
Welches Projekt hat den Generalplaner-Wettbewerb gewonnen?
Eine international besetzte Fachjury hat unter 15 Projekten einstimmig ein Siegerprojekt gekürt. Das renommierte Wiener Architekturbüro Jabornegg & Pálffy hat gemeinsam mit dem Generalkonsulenten Vasko+Partner Ingenieure den zweistufigen europaweiten Wettbewerb für sich entschieden.
Wodurch zeichnet sich das Siegerprojekt aus?

Das Konzept besticht durch ein klar strukturiertes Werkstattgebäude, das als eigenständiger kubischer Baukörper zwischen dem Areal Felsenreitschule und Großem Haus situiert ist.

Der Körper ist in eine einheitliche teils transparente, teils opake Fassadenkonstruktion gehüllt, die dessen Bedeutung und Eigenständigkeit betont. Städtebaulich wird damit ein die heterogene Baustruktur beruhigender Kontrapunkt gesetzt.

Das oberste Geschoss fügt sich dezent in die benachbarte Dachlandschaft ein.

Der Bühnenturm des Haus für Mozarts und des Festspielhauses bleiben im Stadtraum die dominierenden Akzente.

Die transparenten Fassaden bieten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive Arbeitsplätze mit guten Tageslichtverhältnissen im Inneren.

Aus- und Durchblicke machen den Gebäudebestand erlebbar. Die Anforderungen an die Funktionsflächen sind sehr gut erfüllt. Die Primärstruktur aus Ortbeton und Betonfertigteilen schafft die Grundlage für eine flexible Nutzungsstruktur, die den optimalen Betrieb auf lange Zeit nachhaltig sichert.

Große Deckenöffnungen schaffen zusammenhängende Raumzonen mit hohen Arbeits- und Aufenthaltsqualitäten.

Insgesamt überzeugt die Arbeit durch eine präzise städtebauliche Setzung, eine starke architektonische Aussage hinsichtlich der beabsichtigten Funktionen sowie eine ausgezeichnete Organisation der Grundrisse, sowohl horizontal wie auch vertikal.

Die Fugen zu den Altbeständen sind hochwertig gelöst, dadurch wird eine überzeugende und angemessene Lösung der Bauaufgabe im Kontext mit den Bestandsbauten gefunden.

Was waren die Kriterien der Entscheidungsfindung?

Gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt, der Sachverständigenkommission zur Altstadterhaltung, dem für den Schutz des Weltkulturerbes zuständigen ICOMOS und der Stadt Salzburg hat der Festspielfonds in der Auslobungsbroschüre gestalterische Rahmenbedingungen für den Wettbewerb festgelegt, die von den WettbewerbsteilnehmerInnen zu beachten waren.

Dieser wurde in Kooperation mit der Kammer der ZiviltechnikerInnen und ArchitektInnen durchgeführt, welche zwei der insgesamt 6 FachpreisrichterInnen ernannt hat. Das Preisgericht war bei seiner Entscheidungsfindung den Grundsätzen der Objektivität verpflichtet. Großes Augenmerk wurde zudem auf Transparenz und Anonymität im Wettbewerb gelegt.

Als Beurteilungsmaßstäbe wurden in architektonischer Hinsicht angelegt:

  • Entwurfsansatz und Idee
  • Architektonische Qualität im äußeren und inneren Erscheinungsbild
  • Innovative Potenziale des Projektansatzes

Als funktionale Kriterien waren u.a. zu bewerten:

  • Funktionalität der Gesamtlösung und von Teillösungen
  • Übereinstimmung mit den Entwicklungszielen
  • Wirtschaftlichkeit

Im Hinblick auf das haustechnische Konzept kam es vor allem an auf

  • Nachhaltigkeit unter ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten
  • Flexibilität hinsichtlich Nutzungsänderung
  • Im Bereich städtebauliche Kriterien wurden gefordert.
  • Konfiguration der Baukörper und der Außenräume
  • Funktionale und gestalterische Einbindung in die Umgebung
  • Nutzung des vorhandenen Grundstücks

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus?

In der Auslobung wurden vom Salzburger Festspielfonds konsequent Qualitäten der Nachhaltigkeit eingefordert. Das Siegerprojekt präsentiert sich im besten Sinne bescheiden und angemessen. Es erfüllt alle gestellten Aufgaben effektiv, ohne selbstgefälligen Gestus, mit einem minimierten Materialeinsatz.

Es leistet, u.a. durch materialschonende Konstruktionen, einen wesentlichen Beitrag zu Ressourcenschonung und zum Klimaschutz in der Herstellung. Mit seiner industriellen und modularen Konstruktion wird es die verbleibenden Emissionen maximal verantwortungsvoll einsetzen: Mit der Eignung zu Dauerhaftigkeit, lebenszyklischer Wartungsmöglichkeit und mit einer hochgradigen Anpassungsfähigkeit.

Im Sinne der sozialen Nachhaltigkeit entstehen hochwertige, inspirierende und gesundheitsförderliche Arbeitsplätze. Das Siegerprojekt ist zudem hochgradig wirtschaftlich dank seiner trennbaren Konstruktionen sowie seiner robusten und gut wartungszugänglichen Gebäudetechnik.

Nicht nur der Neubau wird höchsten Ansprüchen an Ressourcenschonung, Klimaschutz und Klimaresilienz gerecht. Auch die Bestandsgebäude werden mit aller denkmalpflegerischer Sorgfalt thermisch ertüchtigt. Der Energiebedarf wird somit maximal gesenkt.

Sind die Festspielhäuser während der Bauzeit benutzbar oder gibt es Einschränkungen?
Ab 2025 soll parallel zum Betrieb umgebaut werden. Details zu Einschränkungen können zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
Wohin können sich Anrainerinnen und Anrainer sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger jetzt schon wenden, wenn Sie Fragen, Wünsche oder Sorgen haben?
Regelmäßige Informationen über die Generalsanierung der Festspielhäuser finden Sie auf dieser Seite und in unserem Blog. Bei Fragen, die darüber hinaus gehen, wenden Sie sich gerne an: sanierung@salzburgfestival.at
Wann wird die Generalsanierung der Festspielhäuser abgeschlossen sein?
2030 ist der Abschluss der Baumaßnahmen vorgesehen.