Joseph Beuys, die Frau zeigt dem Mann ihr Bauwerk Akteur und Aktrice, 1960 · Ölfarbe, Tinte, weißes Löschpapier Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Sammlung Marx © Bildrecht, Wien, 2018 · Mit freundlicher Genehmigung des Nachlass Joseph Beuys

Koproduktion mit dem Thalia Theater, Hamburg

Zur Produktion

„Angst hab’ ich keine vor der Polizei dort oben, wenn man mich nur vorlassen wird bis zum Herrgott …“

Liliom — ein Strizzi, ungehobelter Karussellausrufer und „Hutschenschleudererim Budapester Stadtwäldchen — fasst den Dienstmädchen ungefragt um die Taillen. Trinkgelage und Raufereien ziehen den Frauenschwarm an, der sich von der eifersüchtigen Karussellbesitzerin Frau Muskat aushalten und durchfüttern lässt, bis er seiner großen Liebe begegnet: Julie. Gemeinsam schmeißen sie alles hin, brennen durch und finden Unterkunft bei der verwandten Fotografin Hollunder. Diese durchschaut und verachtet den arbeitslosen Draufgänger, der kein Geld nach Hause bringt und in seinem Frust begonnen hat, seine geliebte Julie zu schlagen. Die Not wird besonders drückend, als die beiden ein Kind erwarten. Nichts gelingt Liliom. Ein Raubüberfall, in den ihn die Unterweltsgestalt Ficsur hineinzieht, geht katastrophal schief und endet tödlich. „Ich mein’“, hatte Liliom zu Beginn optimistisch verkündet, „aus einem Hendelfanger und einem nichtsnutzigen Kerl … da kann auch noch ein Mensch werden“. In seinem Fall ein Irrtum. Auch als er nach 16 Jahren Fegefeuer in die Welt zurückkehren darf, ist keine Besserung in Sicht.
Regisseur Kornél Mundruczó rollt die „Vorstadtlegende in sieben Bildern“, wie sie im Untertitel heißt, von hinten auf: Liliom ist bereits tot und muss vor dem Jüngsten Gericht zu seinen Taten Rede und Antwort stehen. Es ist eine Rückschau in eine andere, ferne Zeit. Weshalb konnte er die Spirale der Gewalt nicht durchbrechen? Wieso fehlt ihm bis zuletzt das Bewusstsein für die eigene Schuld? Bei Mundruczó ist es ein Chor der Nonkonformisten, vor dem sich der prügelnde Draufgänger, der glaubt, es stets gut gemeint zu haben, verantworten muss.
Der ungarische Schriftsteller und Journalist Ferenc Molnár soll seine Stücke in überfüllten Kaffeehäusern geschrieben haben, und die Figuren begegneten ihm während seiner Reportage-Recherchen etwa im Budapester Stadtwäldchen. Liliom, Molnárs meistgespieltes Stück, bekam nach der misslungenen Uraufführung 1909 in Budapest eine zweite Chance in Wien. In seiner Übersetzung verlegt Alfred Polgar die Handlung in den Wiener Prater. So wurde das Stück zum Publikums- und mehrfach verfilmten Welterfolg.
„Die Gefühls-Ebene des Werkes ist durch eine Linie gelegt, in der Brutalität und Zartheit einander schneiden. … Dieses Irrationelle des Herzens — an einem einfachsten Menschentyp in einem einfachsten Beispiel aufgezeigt — gibt dem Spiel seine höhere Ratio.“ (Alfred Polgar)

Kornél Mundruczó, 1975 in Gödöllő (Ungarn) geboren, zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Theater- und Filmregisseuren Ungarns. Seine Kurzund Spielfilme wurden mit zahlreichen internationalen Preisen prämiert und waren auch im deutschen Kino zu sehen. 2014 gewann Underdog (White God) auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes den Hauptpreis in der Sektion „Un Certain Regard“, bevor 2017 sein Film Jupiter’s Moon im offiziellen Wettbewerb gezeigt wurde.
Seine Schauspielinszenierungen Das Eis von Vladimir Sorokin (Gastspiel bei den Wiener Festwochen) und Das Frankenstein-Projekt machten Kornél Mundruczó auch im Theater bekannt. Seit 2009 ist die von ihm gegründete unabhängige Theaterkompanie Proton Theater weltweit auf Festivals eingeladen.
Mit dem Thalia Theater verbindet den Regisseur eine jahrelange Zusammenarbeit. Kornél Mundruczós erste Inszenierung in Deutschland, Judasevangelium, eröffnete die Intendanz von Joachim Lux 2009 im Thalia in der Gaußstraße. Liliom ist — nach dem Judasevangelium, der Uraufführung Die Zeit der Besessenen (inspiriert von Dostojewskijs Roman Die Dämonen) und Die Weber nach Gerhart Hauptmann — die vierte Begegnung zwischen dem Regisseur und dem Ensemble des Thalia Theaters.

Christina Bellingen

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FAQ

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Ein Gratis Bus-Shuttle steht von Salzburg nach Hallein auf die Perner-Insel und retour zur Verfügung. Der Bus fährt eine Stunde vor Vorstellungsbeginn Anfang Reichenhaller Straße (auf Höhe Haus Nr. 4) ab. Kostenlose Bustickets sind im Bus erhältlich. Die Rückfahrt erfolgt direkt nach Vorstellungsende. Die Abfahrt in Hallein ist am Vorplatz der Saline, vor dem Verdampferturm.
Das Parken auf dem Parkplatz der Perner-Insel ist kostenpflichtig. Sie können ein Ausfahrtticket um EUR 2,- im Innenhof erwerben. Die Verkaufsstelle ist ausgeschildert und befindet sich neben dem Programm-Verkauf. Sie ersparen sich somit den Weg zum Kassenautomaten und können nach der Vorstellung direkt ausfahren.
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