16 Jul 2019

Zum 30. Todestag: In Gedenken an Herbert von Karajan

„Er ist der erfolgreichste – und in vielem Sinne auch folgenreichste Dirigent der Musikgeschichte gewesen. Niemand, seit es den Beruf des Dirigenten gibt, hat ein größeres Imperium zu erbauen, zu beleben und zu erhalten gewusst, als er. Sein Name war nicht nur den Musikern in aller Welt geläufig, sondern er war für viele – auch solche, die den schönen Künsten fern standen – zum Begriff von Musik schlechthin geworden.“ Dies schrieb Joachim Kaiser am 17. Juli 1989 anlässlich des Ablebens von Herbert von Karajan.

Herbert von Karajan war für Salzburg jahrzehntelang künstlerischer Mittelpunkt. Er dirigierte bei den Festspielen zwischen 1933 und 1989 unglaubliche 247 Opern und 90 Konzerte. 14 Opern inszenierte er selbst.

Wir verdanken ihm Sternstunden musikalischer Interpretation.
Wir verdanken ihm die Osterfestspiele und die Pfingstfestspiele.
Wir verdanken ihm einen der wichtigsten und produktivsten Betriebe dieses Landes, Sony.
Wir verdanken nicht zuletzt seiner Durchschlagskraft das große Festspielhaus, ohne das die Festspiele diese Entwicklung nicht hätten nehmen können.

Wir widmen Herbert von Karajan anlässlich seines 30. Todestages das auch von ihm so geliebte Verdi Requiem dirigiert von Riccardo Muti am 15. August. Das ist jenes Datum, das stets ein besonderes Karajan-Hochfest markierte. Und es war Herbert von Karajan der dem jungen Riccardo Muti 1982 die erste Mozart Oper anvertraute.

Herbert von Karajan lebte mit seiner programmatischen Auffassung die Gründungsphilosophie der Festspiele von 1920. Damals schrieb Hugo von Hofmannsthal: „Oper, Konzert und Theater, von allem das Höchste“, in die heutige Sprache übersetzt „Von allem das Beste“. Nicht eine Programmidee wurde vorgegeben, sondern der absolute Qualitätsanspruch. Diesen Gründungsauftrag erfüllte Herbert von Karajan idealtypisch.

Herbert von Karajan, das war eine Epoche.

Helga Rabl-Stadler
Markus Hinterhäuser
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