Das waren die Salzburger Festspiele 2025
Am heutigen Tag gehen die 105. Salzburger Festspiele zu Ende.


Nach 174 Aufführungen in 45 Tagen an 16 Spielstätten sowie 35 Vorstellungen im Jugendprogramm „jung & jede*r“ freut sich das Direktorium der Salzburger Festspiele, Kristina Hammer, Markus Hinterhäuser und Lukas Crepaz, über eine Auslastung von 98,4%. Die Festspiele besuchten 256.600 Gäste aus 88 Ländern, davon aus 49 außereuropäischen Nationen.
43 Aufführungen von sechs szenischen, drei semiszenischen und drei konzertanten Produktionen standen in der Oper, 90 Aufführungen im Konzert auf dem Spielplan. Davon entfielen 13 Konzerte auf die Reihe Ouverture Spirituelle, die in diesem Jahr mit dem Thema „Fatum“ überschrieben war. Dmitri Schostakowitsch widmeten die Salzburger Festspiele anlässlich seines 50. Todestags eine Konzertreihe, ebenso Pierre Boulez zu dessen 100. Geburtstag. Zahlreiche TV- und Streaming-Produktionen sowie Hörfunkaufzeichnungen wurden realisiert. Durch die Partner der European Broadcasting Union (EBU) erreichen die Radioübertragungen sowie die audiovisuellen Ausstrahlungen ein weltweites Millionenpublikum
Im Schauspiel waren neben der Wiederaufnahme des Jedermann in der Regie von Robert Carsen, eine Uraufführung, eine Neuinszenierung, Gastspiele des Odéon-Théâtre de l´Europe und der Lucinda Childs Dance Company sowie drei Lesungen zu sehen.
Von den 15 Vorstellungen des Jedermann fanden zwölf am Domplatz statt und drei im Großen Festspielhaus. Am 24. August wurde die 800. Vorstellung des Spiels vom Sterben des reichen Mannes aufgeführt.
Eine Uraufführung und zwei Neuproduktionen brachte das Jugendprogramm „jung & jede*r“ auf die Bühne des Schauspielhauses. Auch das Modell der Festspielpatenschaften wurde erfolgreich fortgeführt, zudem wurden 6.000 Tickets für Jugendliche unter 27 Jahren in allen drei Sparten verkauft.

Verkaufte Benefiz-Generalproben – 90.000 Euro für karitative Zwecke
Die Salzburger Festspiele konnten dank der Zustimmung der Künstlerinnen und Künstler Karten zu den Generalproben von Jedermann, Die letzten Tage der Menschheit und den Mozart Matineen zu Benefizzwecken verkaufen. Damit konnte ein Erlös von 90.000 Euro für karitative Zwecke eingenommen werden.
50.000 Euro gehen an die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen für unabhängige medizinische Hilfe in den Krisengebieten weltweit.
30.000 Euro sollen in diesem Jahr an den Verein Hemayat gehen. Dieses Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende wurde vor 30 Jahren in Wien gegründet und bietet professionelle Hilfe für traumatisierte Menschen aus aller Welt.
Für in Armut lebende Menschen in Salzburg hat sich die Virgilambulanz der Caritas zu einem wichtigen medizinischen Stützpunkt entwickelt. Die Salzburger Festspiele haben diese schon bei der Gründung unterstützt und möchten erneut 10.000 Euro für Labortests, Medikamente und Verbandsmaterial zur Verfügung stellen.
Dank Siemens, dem ORF Salzburg und UNITEL können seit nunmehr 24 Jahren die Siemens Fest>Spiel>Nächte, das größte derartige Public Screening, in bester tageslichttauglicher Technik auf einem LED-Screen sowie mithilfe eines höchsten Ansprüchen genügenden Soundsystems angeboten werden. Jährlich genießen Kulturinteressierte aus aller Welt historische und aktuelle Festspiel-Aufführungen bei freiem Eintritt. In diesem Sommer wurden 48 Übertragungen vor rund 32.000 Gästen gezeigt.
Musik, Schauspiel, Lesungen, Ausstellungen, Tanz und Film – an drei Tagen wurden Salzburgerinnen, Salzburger und Festspielgäste im Fest zur Festspieleröffnung auf den Festspielsommer eingestimmt. Am 18., 19. und 20. Juli fand das Fest mit 79 Programmpunkten und mehr als 11.300 ausgegebenen Zählkarten an 29 Spielorten statt.

Young Singers Project
14 junge Sängerinnen und Sänger aus neun Nationen nahmen in diesem Jahr am Young Singers Project teil. Die öffentlichen Meisterklassen – dieses Jahr unter der Leitung von Malcolm Martineau, Julian Prégardien und Stéphanie d’Oustrac – sowie der Praxisbezug machen das YSP zu einem einzigartigen Förderprogramm. Zu hören waren die Young Singers wie jedes Jahr auch in der Oper für Kinder, der Uraufführung von Sebastian Schwabs Musketiere! und im Abschluss-Konzert, das im Haus für Mozart stattfand. Seit 2008 erhielten 226 junge Sängerinnen und Sänger aus 48 Ländern diese Karrierechance.
Ehrungen: Festspielnadel mit Rubinen und Festspielnadel in Gold
Mit der Festspielnadel in Gold mit Rubinen wurde Grigory Sokolov in diesem Sommer anlässlich seines 75. Geburtstags für sein maßgebliches pianistisches Wirken bei den Salzburger Festspielen seit 2001 ausgezeichnet.
Die Festspielnadel in Gold wurde Markus Tomasi für sein 42-jähriges Mitwirken bei den Salzburger Festspielen als Erster Konzertmeister des Mozarteumorchesters Salzburg verliehen.
Der Verein der Freunde der Salzburger Festspiele bietet jeden Sommer zahlreiche Künstlergespräche und Begleitveranstaltungen an, um die Inhalte des Festspielprogrammes aufzugreifen und zu vertiefen. Heuer konnten die Festspielfreunde 83 Veranstaltungen besuchen.
Für die Gestaltung des Jahresprogramms 2025 konnten die Salzburger Festspiele Donata Wenders gewinnen. Wie kaum eine andere Künstlerin ihrer Zeit macht Donata Wenders den Wandel des Mediums Fotografie in ihren Arbeiten erlebbar. Vom analogen Film über die Digitalfotografie bis hin zur Entwicklung eines eigenen Genres aus fotografischen Kurzfilm-Installationen – bei ihr ist das gewählte Medium immer auch Stilmittel. In kongenialer Weise begründeten ihre Schwarzweißfotografien, die zwischen Licht und Schatten, Schärfe und Unschärfe changieren, die Ikonografie des diesjährigen Festspielprogramms.

AURA – MYTHOS – ZUSCHREIBUNG
Ein Festspiel-Dialog in drei Teilen
2025 programmierten die Salzburger Festspiele anlässlich der Gedenkjahre 1945 sowie 1955 und 1995 ein dreiteiliges Symposium, das sich mit der öffentlichen Wahrnehmung der Salzburger Festspiele an jenen markanten historischen Wendepunkten sowie deren Einfluss auf identitätsstiftende Wirkmechanismen befasste.
(Nach einer Idee von Oliver Rathkolb – Konzeption: Oliver Rathkolb, Margarethe Lasinger, Markus Hinterhäuser, Helga Rabl-Stadler, Lydia Rathkolb; eine Veranstaltung der Salzburger Festspiele und des Festspielarchivs in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde der Salzburger Festspiele, dem Vienna Institute for Cultural and Contemporary History and Arts (VICCA) und der Robert-Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen)
Festspiel-Ausstellungen
Parallel zum diesjährigen Festspiel-Symposium präsentierte eine Ausstellung in Schloss Leopoldskron eine Zusammenschau an fotografischem und dokumentarischem Bildmaterial, das den Einfluss der Kultur auf gesellschaftliche Entwicklungen in bewegten Zeiten belegte. Vom 10. bis 27. August fanden zudem Führungen durch die Ausstellung statt. Diese Ausstellung fand wiederum eine Weiterführung in einer Plakatserie am Marko-Feingold-Steg, die auf ikonische Fotos zu Befreiung und Neubeginn in Salzburg 1945 · 1955 fokussierte.
(Eine Aktion des Archivs der Salzburger Festspiele; Konzeption: Margarethe Lasinger, Oliver Rathkolb, Gabriele Straschil. Die Salzburger Festspiele danken Salzburg Global, den Lee Miller Archives, dem Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und dem Stadtarchiv Salzburg für die Unterstützung.)
MARION KALTER · Pierre Boulez
Le compositeur, c’est l’œil qui imagine l’oreille
Im Karl-Böhm-Saal im Festspielhaus schließlich zeigten die Salzburger Festspiele ausgewählte Fotografien von Marion Kalter. Ausgehend von Pierre Boulez, dem in diesem Sommer anlässlich seines 100. Geburtstags eine Konzertreihe gewidmet war, dokumentierten diese Fotos die Umbruchzeiten ab 1989. (Konzeption: Marion Kalter, Margarethe Lasinger, Johannes Steidl)
Georg Baselitz
Originalfiguren für Igor Strawinskys Die Geschichte vom Soldaten
Foyer des Festspielhauses (Haus für Mozart/Felsenreitschule)
In der Ausstattung von Georg Baselitz und in Kooperation mit dem Salzburger Marionettentheater fand eines der Schlüsselwerke der musikalischen Moderne im Festspielsommer 2025 eine besondere Bühne: Igor Strawinskys Die Geschichte vom Soldaten. Aus diesem Anlass zeigten die Salzburger Festspiele in Kooperation mit der Galerie Thaddaeus Ropac die originalen Puppen, die Georg Baselitz für die Produktion geschaffen hat, sowie Entwurfsskizzen und die Skulptur Pace Piece (2004) im Foyer des Festspielhauses.
Für die Gestaltung der diesjährigen Konzertprogrammbücher stellte Constantin Luser Schattenbilder seiner feingliedrigen Skulpturen aus Messingdraht sowie Spiegelbilder zum Abdruck zur Verfügung. Diese filigranen „Zeichnungen“ schufen ein bildnerisches Pendant zu den Klängen und eine ähnlich betörende Transzendenz wie sie musikalische Kompositionen evozieren. Constantin Luser erregte mit seinen mannigfaltigen Zeichnungen, schwebenden Objekten und interaktiven Klangskulpturen in den vergangenen Jahren international Aufsehen.
Insgesamt wurden in dieser Festspielsaison 78 Programmhefte aufgelegt, die auf 3.600 Seiten Einführungsessays, Biografien der Künstlerinnen und Künstler sowie Hintergrundinformationen zu den szenischen Produktionen und Konzerten bereitstellten. Zudem erschienen ein Dutzend digitale Booklets mit den jeweiligen Libretti (in Originalsprache und deutscher Übersetzung) sowie zu den Ausstellungsprojekten in deutscher und englischer Sprache.