© SF/Marco Borrelli

jung & jede*r

Von Frühling bis Ende August bespielen jung & jede*r-Produktionen Bühnen in Stadt und Land: Schauspiel und Musiktheater für Kinder, Jugendliche und Familien.

Das Mädchen Kri zieht in ein Dorf und sucht sich ausgerechnet die schäbige, ungenutzte Bushaltestelle als Zuhause aus. Die irritierte Dorfgemeinschaft steht vor der Entscheidung: helfen oder vertreiben? Das Jugendstück Kri des oberösterreichischen Autors Stefan Wipplinger hat 2025 den Retzhofer Dramapreis gewonnen. „Fremdsein und wie jemand durch Vorurteile und klischeehafte Zuschreibungen der Mehrheitsgesellschaft fremd gemacht wird, ist das zentrale Thema. Ein Mädchen ohne festgefahrene und vorurteilsbehaftete Meinung zerstört das klischeehafte Bild eines Fremden und reagiert schlagfertig und frech auf die neugierigen Menschen. Schließlich denkt die Dorfgemeinschaft um. Doch wird Kri auch bleiben?“ Mit diesen Worten skizziert der Regisseur Tanju Girişken zu Probenbeginn die Schauspielproduktion Kri für Kinder ab 10 Jahren.

Mit Holle! von Sebastian Schwab für eine Sängerin und zwei performende Instrumentalisten an Hammerklavier und Klarinette steht 2026 (in Koproduktion mit dem MusikTheater an der Wien) zudem eine Miniatur-Kinderoper ab 7 Jahren in der Regie von Catharina von Bülow auf dem Spielplan. Frau Holle hat es nicht leicht in ihrem Job. Nach ständigen Beschwerden übers Wetter schmeißt sie eines Tages alles hin, reist ab und überlässt ihren beiden Gehilfen die Verantwortung fürs Klima und die Jahreszeiten.

Die beiden mobilen Produktionen Kri und Holle! touren ab März „Von Abtenau bis Zell am See“ durch das gesamte Bundesland Salzburg und laden Schulklassen in Kooperation mit lokalen Kulturvereinen und Schulen zu Vorstellungen ein. Kri und Holle! sind im Studio des Schauspielhauses auch im Rahmen des Sommerspielplans zu erleben.

Das Schauspielhaus ist im Sommer fixe Spielstätte der Jugendsparte jung&jede*r; dort findet am 26. Juli 2026 auch die Premiere der Oper für Kinder King Arthur Junior statt. Komponist Gordon Kampe schuf auf der Grundlage der Musik von Henry Purcell eine Neukomposition der barocken Oper. Fabiola Kuonen, die das Textbuch der Oper verfasst hat und Regie führt, erzählt eine Geschichte über Freundschaft und Vertrauen als Gegenentwurf zu Konkurrenz- und Machtkämpfen, denn Arthur, Oswaldine und Emmeline sind eigentlich befreundet. Doch als der große Zauberer Merlin seinen Sohn Arthur als Nachfolger bestimmt, gerät ihre Freundschaft ins Wanken. Fünf Sänger·innen des Young Singers Project begeben sich gemeinsam mit einer Puppenspielerin und einem zehnköpfigen Orchester in den Zauberwald und begegnen dort Geistern, Trugbildern, falschen Hoffnungen sowie unerreichbaren Selbstansprüchen.

Mit insgesamt 6000 Jugendtickets haben auch im kommenden Sommer junge Besucher·innen bis zum vollendeten 27. Lebensjahr wieder die Möglichkeit bis zu 90% Ermäßigung zu erhalten. Das detaillierte Angebot gibt es ab Mai 2026 hier.

Festspielneulinge sind außerdem eingeladen, über das erfolgreiche Angebot der Festspielpatenschaften einen ersten Schritt in die Festspielwelt zu wagen.

Ursula Gessat
Zuerst erschienen in der Festspielbeilage der Salzburger Nachrichten