Cecilia Bartoli: Geburtstags-Galavorstellung von Rossinis „Il viaggio a Reims“
Der 8. August stand ganz im Zeichen von Cecilia Bartoli: Die Sängerin und Künstlerische Leiterin der Pfingstfestspiele wurde vom Salzburger Publikum in der Galavorstellung der Oper Il viaggio a Reims bejubelt, vom Direktorium der Salzburger Festspiele mit der höchsten Auszeichnung der Salzburger Festspiele geehrt und von ihren Ensemblekolleg·innen sowie langjährigen Wegbegleitern musikalisch beschenkt: Rolando Villazón, Plácido Domingo und Pretty Yende, Antonio Pappano, Lang Lang und Maxim Vengerov feierten Cecilia Bartoli.
Festpielnadel mit Rubinen, verliehen vom Direktorium
Im Anschluss an das musikalische Geburtstagsprogramm verlieh das Direktorium der Salzburger Festspiele Cecilia Bartoli die Festspielnadel mit Rubinen. Damit würdigen Interimsintendantin Karin Bergmann, Festspielpräsidentin Kristina Hammer und der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz die „Ausnahmeerscheinung“ Cecilia Bartoli. 1993 trat sie erstmals bei den Salzburger Festspielen in einem viel beachteten Liederabend auf. Seit 2012 lenkt sie mit größtem Geschick die Salzburger Festspiele Pfingsten. „In all dieser Zeit hat sie ihr Publikum immer wieder neu inspiriert. Ihre Vielseitigkeit ist sprichwörtlich. Sie begeistert nicht nur, sie nimmt die Menschen mit auf ihre musikalischen Reisen und alle folgen ihr mit größter Passion.“ Es ist dem Direktorium „ein besonderes Anliegen und allerhöchste Freude, ihr die Goldene Festspielnadel mit Rubinen zu überreichen“.
Laudatio von Barrie Kosky
Barrie Kosky, Regisseur von Il viaggio a Reims und künstlerischer Weggefährte von Cecilia Bartoli, hielt die Laudatio auf der Bühne im Haus für Mozart: „Cecilia ist zu einem der inspirierendsten und freudvollsten Menschen meines Lebens geworden. Neben zahlreichen großartigen Opernsänger·innen gibt es jedoch nur eine Cecilia Bartoli. Zwischen ihrem Leben und ihrer Kunst gibt es keine Trennung: Es ist ein einziger, andauernder, fröhlicher Tanz. Sie sieht die Welt als eine Welt von morgen – das ist eine seltene Gabe.“ Darüber hinaus bejubelt Kosky die herausragende Strahlkraft Bartolis: „Sie strahlt von innen heraus. Wenn Cecilia die Bühne betritt, bringt sie ihr eigenes Licht mit – und das ist ihre Seele.“ Cecilia Bartoli drückt ihren Dank mit den Worten aus: „Ich bin zutiefst gerührt. Salzburg ist mein zweites Zuhause. Ein riesiges Dankeschön an alle Künstler·innen und Mitwirkenden von Il viaggio a Reims, an Barrie Kosky, an Gianluca Capuano, an das Direktorium und an das Salzburger Publikum, das seit vielen Jahren mit mir gewachsen ist.“
1993 hatte Bartoli ihren ersten Auftritt bei den Salzburger Festspielen. Bis dato folgten 83 Auftritte in Opernaufführungen und zehn Konzertauftritte in zwanzig Festspielsommern. Zudem prägt sie seit 2012 auf einzigartige Weise die Salzburger Festspiele Pfingsten als Künstlerische Leiterin und war dort bislang mit 35 Opern- und 14 Konzertauftritten zu erleben.
Kammersängerin Cecilia Bartoli hat sich mit einer grandiosen, seit bald 40 Jahren andauernden Bühnenkarriere als eine der weltweit führenden Musikerinnen etabliert. Eine Leidenschaft für wenig bekanntes Repertoire sowie ein profundes Interesse an Fragen der historischen Aufführungspraxis beflügeln ihre Arbeit als Sängerin. In Rom geboren und ausgebildet von ihrer Mutter, der Gesangslehrerin Silvana Bazzoni, wurde Cecilia Bartoli von Daniel Barenboim, Herbert von Karajan und Nikolaus Harnoncourt entdeckt. Jeder der drei prägte auf besondere Weise ihre internationale Karriere. Zum Markenzeichen ihrer Tätigkeit sind innovative Projekte geworden, die in Vergessenheit geratener Musik gewidmet sind und aus denen ausgedehnte Konzerttourneen, Bestseller-Aufnahmen, Bühnenproduktionen, innovative Filmformate und Multimedia-Events hervorgegangen sind.
Seit 2012 ist sie die Künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele Pfingsten, der Vertrag wurde letzten Sommer bis 2031 verlängert. 2023 wurde sie zur Direktorin der Opéra de Monte-Carlo berufen.
Meilensteine ihrer Karriere bildeten u. a. 1997 die allererste Inszenierung von Rossinis La Cenerentola an der New Yorker Metropolitan Opera, das seit 1999 millionenfach verkaufte „Vivaldi“-Album, 2008 der Pariser Konzertmarathon zu Maria Malibrans 200. Geburtstag sowie 2013 ihr radikal neuer Zugang zu Bellinis Norma, dessen Ergebnis auch eine wissenschaftliche Edition der rekonstruierten Originalpartitur war.
Die Cecilia Bartoli – Musikstiftung wurde im Rahmen von Cecilia Bartolis philanthropischer Arbeit gegründet. Ihre Ziele liegen in der Zusammenarbeit mit talentierten jungen Musiker·innen sowie im Wunsch, klassische Musik einem breiteren Publikum näherzubringen. Die Stiftung schuf u.a. gemeinsam mit Decca ein neues Label, „mentored by Bartoli“.
Mit der Auszeichnung Festspielnadel in Gold mit Rubinen wurden Festspielkünstler·innen wie Grigory Sokolov, Riccardo Muti, Christa Ludwig, Anne-Sophie Mutter, Zubin Mehta, Mariss Jansons, Daniel Barenboim, Franz Welser-Möst, Wolfgang Rihm oder András Schiff geehrt.