Links, zwo, drei, vier, links, zwo, drei, vier … so klang es schon immer, wenn sich eine Gruppe von Soldat*innen im Gleichschritt in Bewegung setzte. Um das Schritttempo beizubehalten, gab eine kleine Trommel das Metrum vor. Dies diente dazu, in möglichst kurzer Zeit viele Soldat*innen geordnet in eine vorgegebene Richtung zu führen, sie einander anzupassen und auch zu entindividualisieren. Der Marsch war seit der Antike ein Mittel der Effizienzsteigerung der Kriegsführung – und die kleine tragbare Trommel ihr Motor. In Hau drauf! bildet die Komposition 10 Märsche, um den Sieg zu verfehlen von Mauricio Kagel das Zentrum der Auseinandersetzung mit den Themen Krieg und Frieden in der Musik, insbesondere in Schlagwerkkompositionen. Die Märsche werden hier nicht in der notierten Reihenfolge erklingen, sondern in frei gewählter Abfolge mit Unterbrechungen durch andere Werke, was vom Komponisten durchaus gewünscht war. Kagel schrieb den Text und die Musik für ein Radio-Hörspiel, in dem er die Art der Kriegsführer Reden zu halten, die Menschen zu verhöhnen und den Krieg zu glorifizieren, übertrieben nachahmt und dadurch enttarnt und verspottet. Nicht nur durch den Text, sondern auch durch seine Komposition will er die Zuhörer*innen zum genauen Hinhören anregen. Unterbrochen werden die 10 Märsche von Werken für Schlagzeug von Casey Cangelosi, Steve Reich und David Reeves, die mit einfachen Mitteln äußerst virtuose und komplexe akustische wie optische Wirkungen erzielen. Am Schluss erklingt Aequilibrium des Salzburger Musikers und Komponisten Theodor Burkali, ein Werk, das er speziell für dieses Konzert komponiert hat.
Eine Produktion von jung & jede*r – das Jugendprogramm der Salzburger Festspiele.
Empfohlen ab 14 Jahren.