Zum Fest

100 Jahre Salzburger Festspiele

100 Jahre jung — unter diesem Motto sollte im Sommer 2020 das 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele mit zahlreichen Fest-Programmen begangen werden. Dann jedoch stellte die Pandemie die Gesellschaft vor die größte Herausforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Noch nie zuvor wurde das Kulturleben in Friedenszeiten und in demokratischen Ländern so einschneidend eingeschränkt. In dieser krisenhaften Zeit haben die Festspiele die Entscheidung getroffen, das Jubiläumsprogramm in modifizierter und verkürzter Form durchzuführen. Damit gelang es, 100 Jahre nach der Gründung wieder ein mutiges Zeichen für die Kunst zu setzen. Jene Projekte, die im Jubiläumsjahr 2020 nicht zur Ausführung kamen, werden nun im Sommer 2021 realisiert — und damit wird die Jubiläumssaison bis in den Herbst 2021 hinein verlängert.

Salzburg Stadt

Fest zur Festspieleröffnung

Im zweiten Jubiläumssommer wollen wir auch das traditionelle Fest zur Eröffnung der Salzburger Festspiele in der prächtigen Kulisse der Salzburger Altstadt wieder feiern. In unseren Festspielstätten, in den Kirchen und auf den Plätzen animieren Künstlerinnen und Künstler zum Zuschauen und Zuhören.

Altstadt Salzburg · 18. Juli 2021

Kostenlose Zählkarten ab 3. Juli im Salzburger Festspiele SHOP · KARTEN / TICKETS, Hofstallgasse 1

Felsenreitschule

Reden über das Jahrhundert

Die Salzburger Festspiele hatten von Beginn an eine außerordentliche Mission: Sinn zu stiften in einer Zeit der Krise. Reden über das Jahrhundert bereichern auch 2021 das Programm der Salzburger Festspiele und gehen der Frage nach, ob der Glaube an die Kraft der Kunst, von der unsere Gründerväter überzeugt waren, den Festspielen auch in einem veränderten Jetzt noch Sinn gibt. Sie beschwören die Welt von gestern, von heute und von morgen.

Die Teilnehmer und die Termine 2021 werden später bekannt gegeben.

Sehen Sie sich hier die Reden über das Jahrhundert 2020 im Stream an.

DAS KINO

Theater im Kino

Theater im Kino — jener im Sommer 2020 begonnene Streifzug durch den Filmkosmos von Festspielgründer Max Reinhardt sowie der Familie seiner Ehefrau Helene Thimig erfährt im August 2021 seine Fortsetzung: eine herrliche Möglichkeit, die Filmgeschichte ab 1910 sowie Reinhardts zentrale Darstellerpersönlichkeiten wiederzuentdecken.

Juli /August 2021 · In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria

(Festspiel-)Geschichte erinnern

Festspiel-Dialoge

„Festspiele im 21. Jahrhundert zu veranstalten bedeutet mehr denn je, sich den Realitäten einer sich in dramatischem Tempo verändernden Welt zu stellen.“ — Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums setzen wir uns in einer einmaligen Neuauflage der Festspiel-Dialoge (in memoriam
Michael Fischer) mit dem Phänomen Fest-Spiel auseinander und gehen der Frage nach, ob das
Theater noch ein utopischer Ort sein kann und die Kunst ein Kontrapunkt zur Krise.

Ort wird später bekannt gegeben · 26. und 27. August 2021

Kunst & Ethos

Podiumsgespräch

Die Salzburger Festspiele stellten sich angesichts ihres 100-Jahr-Jubiläums der laufenden Diskussion zu der Malerin und Grafikerin Poldi Wojtek, die 1928 das Emblem für die Salzburger Festspiele gestaltete, das seither — mit Ausnahme der Zeit des Nationalsozialismus — das Festspiellogo ist. An ihrer Person, die sich später dem Nationalsozialismus angedient hat, zeigt sich geradezu exemplarisch der Konflikt zwischen der moralischen Verantwortung des Künstlers und dem künstlerischen Wert seiner Werke. In einem Podiumsgespräch gehen die Salzburger Festspiele der Frage nach, wie qualitativ hochstehende Kunstwerke von politisch bedenklich handelnden Künstlern einzuordnen sind.

Große Universitätsaula · 12. August 2021
Die Teilnehmer werden später bekannt gegeben

In memoriam Gerard Mortier

Mortier Award

Der Mortier Award für Musiktheater und der Förderpreis Mortier Next Generation wurden ins Leben gerufen, um das Vermächtnis des 2014 verstorbenen Intendanten Gerard Mortier für die Gegenwart und Zukunft des Musiktheaters fruchtbar zu machen. Er wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich im Geist Mortiers um eine geschichtsbewusste, interdisziplinäre Erneuerung des Kunstwerks Oper auf der Höhe unserer Zeit bemühen. Bisherige Träger des Mortier Awards für Musiktheater sind Gerard Mortier selbst und Markus Hinterhäuser. Der Förderpreis Mortier Next Generation wurde 2019 erstmals vergeben und wird 2021 vom Verein der Freunde und Förderer der Salzburger Festspiele gestiftet. Anlässlich ihres 100-Jahr-Jubiläums unterstützen die Salzburger Festspiele — denen Gerard Mortier während seiner Intendanz (1991—2001) viele bis heute wirkende Impulse bescherte — und der „Freunde“-Verein die Mortier Awards und präsentieren die nächsten Preisträger im Rahmen des Festspielprogramms 2021.

Die Preisträger sowie Ort und Termin der Verleihung werden später bekannt gegeben.

Interventionen der Kunst zu nie gebauten Festspielhäusern

Der Traum von einem Feentempel

Von den zahlreichen in den vergangenen 130 Jahren angedachten Bauvorhaben für ein Festspielhaus machten die Salzburger Festspiele anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums vier nicht gebaute Architekturprojekte durch künstlerische Interventionen ab Juli 2020 im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar. Drei der Kunstprojekte sind noch bis Ende August 2021 zu erkunden: Am Mönchsberg schuf Esther Stocker eine Dreiteilige Knitterskulptur, am Kapuzinerberg zeigt Werner Feiersinger seine Installation Tafel, 2019/20, und für den Mirabellgarten kreierte Isa Rosenberger einen Portalrahmen. Sie alle dokumentieren, wie sich die Festspielhäuser in die Stadt- beziehungsweise Naturlandschaft eingeschrieben hätten.
(Konzeption: Norbert Mayr)

Mönchsberg, Kapuzinerberg, Mirabellgarten, bis Ende August 2021

100 Jahre Salzburger Festspiele · Landesausstellung

Großes Welttheater — 100 Jahre Salzburger Festspiele

Die Landesausstellung Großes Welttheater — 100 Jahre Salzburger Festspiele ist noch bis Ende Oktober 2021 zu erleben. In der Neuen Residenz begegnen Sie der vielgestaltigen Geschichte der Salzburger Festspiele und ihren Künstlerinnen und Künstlern in Bild- und Tondokumenten, Briefen, Fotos, Kostümen und Requisiten. Wir haben unser Archiv zum Leben erweckt, präsentieren Ihnen künstlerische Interventionen, inszenierte Erzählungen, Filmvorführungen und vieles mehr.
Das Festspielticket gilt als einmalige Eintrittskarte für die Landesausstellung.

26. Juli 2020 bis 31. Oktober 2021, Landesausstellung im Salzburg Museum – Neue Residenz

Im Dialog mit der bildenden Kunst

Die Jubiläums-Plakatserie der Salzburger Festspiele

Eine Plakatserie zum 100-jährigen Bestehen der Salzburger Festspiele war bis Ende August 2020 am Makartsteg zu sehen. Fünf international tätige Künstler und Künstlerinnen, die in enger Verbindung mit den Salzburger Festspielen stehen, gestalteten jeweils ein Plakat, das dem Gründungsgedanken der Festspiele nachspürt. „Das Ohr aufwecken, die Augen, das menschliche Denken“, dieses Zitat des Komponisten Luigi Nono ist den fünf Plakaten imaginär eingeschrieben. Der spanische Bildhauer und Künstler Jaume Plensa, der deutsche Maler und Bildhauer Anselm Kiefer, der US-amerikanischer Regisseur, Theaterautor, Maler, Lichtdesigner, Bühnenbildner, Videokünstler und Architekt Robert Wilson, der südafrikanische Künstler William Kentridge und die österreichische Künstlerin Eva Schlegel haben jeweils ein Plakat entworfen.

Die Salzburger Festspiele haben und hatten schon immer einen starken Bezug zur bildenden Kunst. Dieser Dialog zwischen dramatischer und bildender Kunst verstärkte sich ab den 1950er-Jahren kontinuierlich. Man denke nur an die Zauberflöte 1955, die Oskar Kokoschka ausstattete. Fritz Wotruba gestaltete die Bühnenbilder zu Ödipus 1965. Auch Jean Tinguely und Jean-Paul Chambas kreierten wichtige Produktionen für die Salzburger Festspiele. Während der Intendanz von Gerard Mortier wurde dieser Dialog mit den bildenden Künsten weiter intensiviert: etwa durch Achim Freyer, Jörg Immendorff oder Bob Wilson – und er wird bis heute außerordentlich befruchtend fortgesetzt: Daniel Richter, Jonathan Meese, Rebecca Horn, Alfred Hrdlicka, Shirin Neshat und William Kentridge sind nur einige der klingenden Namen. Daher lag der Gedanke nahe, anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums herausragende Künstlerinnen und Künstler einzuladen, Plakate zu gestalten.

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