Zum Fest

100 Jahre Salzburger Festspiele

100 Jahre jung – unter diesem Motto sollte im Sommer 2020 das 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele mit zahlreichen Fest-Programmen begangen werden. Dann jedoch stellte uns die Pandemie vor größte Herausforderungen. Dass wir im August 2020 dennoch 100 Jahre nach der Gründung der Festspiele mit einem modifizierten Festspiel-Programm, das in die ganze Welt ausstrahlte, ein Zeichen für die Kraft der Kunst setzen und damit den Gründungsgedanken aufs Eindrücklichste wiederbeleben konnten, haben wir als unser größtes Geschenk zum Jubiläum empfunden.
Dennoch mussten nicht nur weit gediehene Produktionen auf 2021 verschoben, sondern auch speziell für das Jubiläum konzipierte Fest-Programme abgesagt werden. Jene Projekte, die im Jubiläumsjahr 2020 nicht zur Ausführung kamen, werden nun im Sommer 2021 realisiert – und damit verlängern wir die Jubiläumssaison bis in den Herbst 2021 hinein.

Laden Sie sich hier den Leporello „Zum Fest“ herunter.

Salzburg Stadt

Fest zur Festspieleröffnung

Endlich wieder Kultur für alle! Atmen Sie Festspielatmosphäre mit Konzerten der Young Singers und der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. Besuchen Sie die Generalprobe von Benjamin Brittens War Requiem mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra & Chorus unter der Leitung von Mirga Gražinytė-Tyla. Freuen Sie sich mit uns auf eine Probe von Don Giovanni mit Teodor Currentzis und Romeo Castellucci und erleben Sie Formationen der Wiener Philharmoniker wie Philharmonic Five und Plattform K+K Vienna. Schauspielerinnen und Schauspieler des diesjährigen Festspielsommers wiederum laden Sie zu ausgewählten Lesungen. Zum Auftakt der Festspiele ist wieder die ganze Stadt Bühne.

Altstadt Salzburg · 18. Juli 2021

Kostenlose Zählkarten ab jetzt online erhältlich

Felsenreitschule

Reden über das Jahrhundert

Die Salzburger Festspiele hatten von Beginn an eine außerordentliche Mission: Sinn zu stiften in einer Zeit der Krise. Reden über das Jahrhundert bereichern auch 2021 das Programm der Salzburger Festspiele und gehen der Frage nach, ob der Glaube an die Kraft der Kunst, von der unsere Gründerväter überzeugt waren, den Festspielen auch in einem veränderten Jetzt noch Sinn gibt. Sie beschwören die Welt von gestern, von heute und von morgen.

Sehen Sie sich hier die Reden über das Jahrhundert 2020 im Stream an.

Felsenreitschule · 1. bis 22. August 2021

DAS KINO

Theater im Kino

Theater im Kino – jener im August 2020 begonnene Streifzug durch den Filmkosmos von Festspielgründer Max Reinhardt sowie der Familie seiner Ehefrau Helene Thimig erfährt im Sommer 2021 seine Fortsetzung.

DAS KINO Giselakai 11 · 26. Juli bis 21. August 2021

In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria

(Festspiel-)Geschichte erinnern

Festspiel-Dialoge

„Festspiele im 21. Jahrhundert zu veranstalten bedeutet mehr denn je, sich den Realitäten einer sich in dramatischem Tempo verändernden Welt zu stellen.“ – Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums setzen wir uns in einer einmaligen Neuauflage der Festspiel-Dialoge (in memoriam Michael Fischer) mit dem Phänomen Fest-Spiel auseinander und gehen der Frage nach, aus welchen Quellen es schöpft, welche Bedeutung ihm eingeschrieben ist – vor allem auch in krisenhaften Zeiten – und welche Aufgaben Festspiele in einer mehr und mehr digitalisierten Welt übernehmen müssen.

Informationen zu Tickets und Teilnehmer finden Sie hier.

Kuenburg-Saal, Neue Residenz, Mozartplatz 1
26. und 27. August 2021

Kunst & Ethos

Podiumsgespräch

Die Salzburger Festspiele stellten sich angesichts ihres 100-Jahr-Jubiläums der laufenden Diskussion zu der Malerin und Grafikerin Poldi Wojtek, die 1928 das Emblem für die Salzburger Festspiele gestaltete, das seither – mit Ausnahme der Zeit des Nationalsozialismus – das Festspiellogo ist. An ihrer Person, die sich später dem Nationalsozialismus angedient hat, zeigt sich geradezu exemplarisch der Konflikt zwischen der moralischen Verantwortung des Künstlers und dem künstlerischen Wert seiner Werke. In einem Podiumsgespräch gehen die Salzburger Festspiele der Frage nach, wie qualitativ hochstehende Kunstwerke von politisch bedenklich handelnden Künstlern einzuordnen sind.

Große Universitätsaula · 12. August 2021, 15:00 Uhr

Anmeldung erforderlich unter www.festspielfreunde.at

In memoriam Gerard Mortiers

Mortier Awards

Der Mortier Award für Musiktheater und der Förderpreis Mortier Next Generation wurden ins Leben gerufen, um das Vermächtnis des 2014 verstorbenen Intendanten Gerard Mortier für die Gegenwart und Zukunft des Musiktheaters fruchtbar zu machen. Er wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich im Geiste Mortiers um eine Erneuerung des Kunstwerks Oper bemühen. – So wie der Universalgelehrte Alexander Kluge, der 2021 mit dem Mortier Award ausgezeichnet wird. Der Förderpreis geht an die deutsche Musiktheater-Regisseurin Ulrike Schwab und wird vom Verein der Freunde und Förderer der Salzburger Festspiele gestiftet. Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums unterstützen die Salzburger Festspiele – denen Gerard Mortier während seiner Intendanz (1991–2001) viele bis heute wirkende Impulse bescherte – und der „Freunde“-Verein die Mortier Awards und zeichnen die Preisträger in einem Festakt aus. Daran anschließend diskutieren Asmik Grigorian, Ulrike Schwab und Franz Welser-Möst mit Intendant Markus Hinterhäuser über die Perspektiven für das Musiktheater.

Große Universitätsaula · 17. August 2021, 16:00 Uhr

Anmeldung erforderlich unter www.festspielfreunde.at

In Zusammenarbeit mit Nuria Schoenberg Nono und dem Archivio Luigi Nono sowie mit der Fondazione Emilio e Annabianca Vedova und der Galerie Thaddaeus Ropac.

Luigi Nono & Emilio Vedova in Salzburg

60 Jahre nach der Uraufführung am 13. April 1961 im Teatro La Fenice in Venedig steht Luigi Nonos „szenische Handlung“ Intolleranza 1960 in diesem Sommer erstmals auf dem Spielplan der Salzburger Festspiele. Markus Hinterhäuser, der als Zeitfluß– Gestalter den Grundstein für die heutige breite Rezeption von Nonos Werk gelegt hat und sie seither als Konzertchef und nun als Intendant konsequent und enthusiastisch befeuert, ist diese Neuinszenierung gerade in den Verwerfungen unserer Zeit ein besonderes Anliegen: „Weil wir die Auseinandersetzung suchen wollen über die Frage, was ist Toleranz, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Miteinandersein.“ Mit einer Ausstellung im Foyer des Hauses für Mozart sowie auf der Empore des Karl-Böhm-Saals wollen wir Einblicke in den Entstehungsprozess von Intolleranza 1960 geben, die tumultartigen Proteste der Uraufführung dokumentieren und die Arbeitsweise des Komponisten sowie seines künstlerischen Partners Emilio Vedova zeigen.

Klicken Sie hier für mehr Informationen zur Ausstellung.

Interventionen der Kunst zu nie gebauten Festspielhäusern

Der Traum von einem Feentempel

Von den zahlreichen in den vergangenen 130 Jahren angedachten Bauvorhaben für ein Festspielhaus machten die Salzburger Festspiele anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums vier nicht gebaute Architekturprojekte durch künstlerische Interventionen ab Juli 2020 im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar. Drei der Kunstprojekte sind noch bis Ende August 2021 zu erkunden: Am Mönchsberg schuf Esther Stocker eine Dreiteilige Knitterskulptur, am Kapuzinerberg zeigt Werner Feiersinger seine Installation Tafel, 2019/20, und für den Mirabellgarten kreierte Isa Rosenberger einen Portalrahmen. Sie alle dokumentieren, wie sich die Festspielhäuser in die Stadt- beziehungsweise Naturlandschaft eingeschrieben hätten. (Konzeption: Norbert Mayr)

Mönchsberg, Kapuzinerberg, Mirabellgarten
bis Ende August 2021

Klicken Sie hier für mehr Informationen zu dem Feentempel.

100 Jahre Salzburger Festspiele · Landesausstellung

Großes Welttheater — 100 Jahre Salzburger Festspiele

Die Landesausstellung Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele ist noch bis Ende Oktober 2021 zu erleben. In der Neuen Residenz begegnen Sie der vielgestaltigen Geschichte der Salzburger Festspiele und ihren Künstlerinnen und Künstlern in Bild- und Tondokumenten, Briefen, Fotos, Kostümen und Requisiten. Wir haben unser Archiv zum Leben erweckt, präsentieren Ihnen künstlerische Interventionen, inszenierte Erzählungen, Filmvorführungen und vieles mehr.

26. Juli 2020 bis 31. Oktober 2021, Landesausstellung im Salzburg Museum – Neue Residenz

Im Dialog mit der bildenden Kunst

Die Jubiläums-Plakatserie der Salzburger Festspiele

Eine Plakatserie zum 100-jährigen Bestehen der Salzburger Festspiele war bis Ende August 2020 am Makartsteg zu sehen. Fünf international tätige Künstler und Künstlerinnen, die in enger Verbindung mit den Salzburger Festspielen stehen, gestalteten jeweils ein Plakat, das dem Gründungsgedanken der Festspiele nachspürt. „Das Ohr aufwecken, die Augen, das menschliche Denken“, dieses Zitat des Komponisten Luigi Nono ist den fünf Plakaten imaginär eingeschrieben. Der spanische Bildhauer und Künstler Jaume Plensa, der deutsche Maler und Bildhauer Anselm Kiefer, der US-amerikanischer Regisseur, Theaterautor, Maler, Lichtdesigner, Bühnenbildner, Videokünstler und Architekt Robert Wilson, der südafrikanische Künstler William Kentridge und die österreichische Künstlerin Eva Schlegel haben jeweils ein Plakat entworfen.

Die Salzburger Festspiele haben und hatten schon immer einen starken Bezug zur bildenden Kunst. Dieser Dialog zwischen dramatischer und bildender Kunst verstärkte sich ab den 1950er-Jahren kontinuierlich. Man denke nur an die Zauberflöte 1955, die Oskar Kokoschka ausstattete. Fritz Wotruba gestaltete die Bühnenbilder zu Ödipus 1965. Auch Jean Tinguely und Jean-Paul Chambas kreierten wichtige Produktionen für die Salzburger Festspiele. Während der Intendanz von Gerard Mortier wurde dieser Dialog mit den bildenden Künsten weiter intensiviert: etwa durch Achim Freyer, Jörg Immendorff oder Bob Wilson – und er wird bis heute außerordentlich befruchtend fortgesetzt: Daniel Richter, Jonathan Meese, Rebecca Horn, Alfred Hrdlicka, Shirin Neshat und William Kentridge sind nur einige der klingenden Namen. Daher lag der Gedanke nahe, anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums herausragende Künstlerinnen und Künstler einzuladen, Plakate zu gestalten.

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