Abschlussbericht der Salzburger Festspiele 2026

In zwei Tagen gehen die 106. Salzburger Festspiele nach 172 Aufführungen in 45 Tagen an 19 Spielstätten sowie 37 Vorstellungen im Jugendprogramm „jung & jede*r“ zu Ende. Für die insgesamt 209 Vorstellungen wird eine Auslastung von über 99% erwartet. Die Festspiele werden bis 30. August mehr als 261.300 Gäste aus 84 Ländern, davon aus 44 außereuropäischen Nationen besucht haben. Österreich, Deutschland, USA, Schweiz, Japan, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Südkorea führen das Ranking der Länder an. Hinzu kommen über 60.000 Besucher·innen der Siemens Festspiel Nächte und der Open Air-Veranstaltungen des Fests zur Festspieleröffnung.

Durch UNITEL, den exklusiven audiovisuellen Medienpartner der Festspiele, und mit den Partnern ORF 2, ORF III, BR/SWR/WDR für ARTE, NHK, 3sat, Mezzo, medici.tv und Deutsche Grammophon sowie Ö1 wurde eine Vielzahl an Aufzeichnungen realisiert. 2026 wurden acht TV- und Streaming-Produktionen sowie 21 Hörfunkaufzeichnungen umgesetzt. Durch die Partner der European Broadcasting Union (EBU) erreichen die Radioübertragungen sowie die audiovisuellen Ausstrahlungen ein weltweites Millionenpublikum.

„Die Salzburger Festspiele 2026 blicken auf einen überaus erfolgreichen Sommer zurück, der mit einem außerordentlichen künstlerischen Programm auch kaufmännisch alle Erwartungen übertreffen wird. In der Oper, im Konzert und im Schauspiel standen klassisches Repertoire sowie moderne Werke und Uraufführungen nebeneinander, Wiederbegegnungen hatten ebenso ihren Platz wie Neuentdeckungen. Das Publikum nahm das Programm begeistert an und feierte ‚seine’ Künstlerinnen und Künstler nach nahezu jeder Vorstellung mit stehenden Ovationen. Wir sind all den Menschen dankbar, die die Festspiele heuer einmal mehr zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht haben – und auch den Zuschauerinnen und Zuschauern, die den Salzburger Festspielen so treu verbunden sind“, sagt das Direktorium, Kristina Hammer, Karin Bergmann, Lukas Crepaz.

Neun Opernproduktionen: Die Neuinszenierungen Carmen, Ariadne auf Naxos und Saint François d’Assise, die Wiederaufnahme Il viaggio a Reims und die Neueinstudierung Così fan tutte wurden szenisch aufgeführt. Lucio Silla wurde semiszenisch realisiert. Passion, Werther und Der Prinz von Homburg fanden konzertant statt. Die anlässlich des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze aufgeführte Oper Der Prinz von Homburg war eine der wenigen Möglichkeiten, 2026 ein Musiktheater-Werk von Henze zu erleben.

In der Sparte Konzert fanden 84 Aufführungen statt. Davon entfielen acht Konzerte sowie die konzertant aufgeführte Oper Passion auf die Reihe Ouverture spirituelle, die in diesem Jahr mit dem Thema „Miserere“ überschrieben war. Neun Konzerte bildeten die diesjährige Reihe Hommage à GYÖRGY KURTÁG und vier Konzerte waren mit Visions de MESSIAEN gezeichnet. Mit Francesca Verunelli begann eine neue Reihe von Porträtkonzerten zeitgenössischer Komponist·innen. Auch in diesem Jahr fanden die traditionellen Konzertreihen Wiener Philharmoniker, Orchester zu Gast, Kammerkonzerte, Solist·innenkonzerte, Kleine Nachtmusiken, Canto Lirico & Liederabende, Mozart-Matineen · Mozarteumorchester Salzburg, Camerata Salzburg, Herbert von Karajan Young Conductors Award: Konzert des YCA Preisträgers Christian Blex, Young Singers Project sowie das Kirchenkonzert statt.

Im Schauspiel waren neben der Wiederaufnahme des Jedermann die Uraufführungen Schnee von gestern, Schnee von morgen von Peter Handke und Unter Tieren von Elfriede Jelinek, die Neuinszenierungen Faust I und Der Menschenfeind sowie die Gastspiele De Profundis und Europa zu sehen. Außerdem standen mit Peter Handkes Wunschloses Unglück, Elfriede Jelineks Winterreise und Ingeborg Bachmann. Wer? drei Lesungen auf dem Programm. Aufgrund des großen Interesses wurde kurzfristig eine Zusatzvorstellung von Faust I angeboten. Eine Filmreihe im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO begleitete von 7. bis 14. August das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele mit sechs Filmen, die das Schaffen von Peter Handke, Elfriede Jelinek und Ingeborg Bachmann ins Zentrum stellen. Von den 15 Vorstellungen des Jedermann fanden acht am Domplatz statt, fünf im Großen Festspielhaus und bei zwei Vorstellungen wurde vom Domplatz ins Große Festspielhaus gesiedelt.

Die Neukomposition King Arthur Junior und die zwei Neuinszenierungen Kri und Holle! brachte das Jugendprogramm „jung & jede*r“ auf die Bühne des Schauspielhauses. Auch das Modell der Festspielpatenschaften wurde erfolgreich fortgeführt, zudem wurden über 7.600 Tickets von Jugendlichen unter 27 Jahren über alle Sparten hinweg bezogen. Außerdem brachte der Festspielsommer 2026 das 20-jährige Jubiläum der Operncamps mit sich, bei denen seit 2006 rund 2.500 Kinder und Jugendliche aus 42 Nationen mitgewirkt haben.

Erstmals wurde das Archiv-Festival Staging Realities – The Living Archive von 18. bis 29. August im UMAK (Universität Mozarteum am Kurgarten) ausgerichtet. Die vier ausgestellten Installationen konnten in einem zweistündigen geführten Rundgang erlebt werden.