Thomas Hengelbrock
Dirigent
Thomas Hengelbrock ist in vielerlei Hinsicht ein Ausnahmetalent: Als Violinist, Dirigent, Wissenschaftler und Musikvermittler in Personalunion begeistert er sein internationales Publikum. Die tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem musikalischen Text, Sinn und Gehalt von Werken bildet den Mittelpunkt seiner epochen- und spartenübergreifenden Arbeit und zugleich die Basis für seine internationale Karriere. Häufig fördert er vergessene oder verloren geglaubte Werke zutage und ermöglicht gleichzeitig erfrischende Neubegegnungen mit dem Standardrepertoire.
Seit über 30 Jahren feiert er als Gründer und Künstlerischer Leiter mit seinem Balthasar-Neumann-Chor und -Orchester internationale Erfolge. Regelmäßig sind sie an renommierten Konzert- und Opernhäusern zu erleben, darunter die Pariser Opéra, das Théâtre des Champs-Élysées, das Teatro Real in Madrid, die Royal Opera, Covent Garden, und der Palau de la Música Catalana sowie die Festivals in Aix-en-Provence, Baden-Baden und Salzburg. Seit 2020 haben sie eine Residenz im UNESCO-Welterbe Château de Fontainebleau.
Thomas Hengelbrock leitete Klangkörper wie die Wiener und Münchner Philharmoniker, das Royal Concertgebouw Orchestra und das Orchestre National de France. 2017 eröffnete er mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester die Elbphilharmonie in Hamburg. Seit September 2024 ist er Musikalischer Direktor des Orchestre de chambre de Paris.
In der Saison 2025/26 trat er u. a. mit Christian Tetzlaff und der Maîtrise de Radio France auf, führte mit dem Orchestre de chambre de Paris Haydns Die Schöpfung in der Kathedrale Notre-Dame de Paris auf und war mit dem Balthasar-Neumann-Chor und Rossinis Petite Messe solennelle in der Elbphilharmonie sowie mit Rossinis La Cenerentola in Baden-Baden zu erleben.
Neben historisch informierten Aufführungen widmet er sich auch der Musik der Gegenwart. Dabei arbeitet er eng mit Komponist·innen wie Jörg Widmann, Simon Wills, Lotta Wennäkoski, Erkki-Sven Tüür und Qigang Chen zusammen. Er leitete u. a. die Uraufführungen von Wolfgang Rihms Reminiszenz (2017) und Jan Müller-Wielands Oratorium Maria (2018).
Auch als Regisseur war er an Produktionen wie Purcells Dido and Aeneas, Mozarts Don Giovanni und gemeinsam mit der Choreografin Pina Bausch an Glucks Orfeo ed Euridice beteiligt. Zudem erarbeitete er mit Schauspieler·innen wie Klaus Maria Brandauer, Johanna Wokalek und Graham Valentine eigene Fassungen von Werken wie Griegs Peer Gynt und Schumanns Szenen aus Goethes Faust.
Thomas Hengelbrock gibt sein Wissen im Rahmen der von ihm gegründeten Balthasar-Neumann-Akademie, der Cuban-European Youth Academy sowie in vielfältigen Schul- und Sozialprojekten weiter. Für seine Verdienste wurde ihm 2016 der Herbert-von-Karajan-Preis verliehen.