Gabriela Carrizo

Regisseurin und Choreographin

© MORREC

Gabriela Carrizo ist eine argentinisch-italienische Choreografin und Regisseurin, die seit über 30 Jahren in Belgien lebt und arbeitet. 2000 gründete sie gemeinsam mit Franck Chartier die in Brüssel ansässige Tanztheater-Kompanie Peeping Tom und prägte deren einzigartige künstlerische Identität: Theaterwelten, in denen Hyperrealismus allmählich ins Surreale gleitet, wobei die Fragilität, die Wünsche und verborgenen Regungen der Figuren enthüllt werden.

Als Ko-Regisseurin prägte sie einige der bezeichnendsten Produktionen von Peeping Tom, darunter Le Jardin (2002), Le Salon (2004), Le Sous Sol (2007), 32 rue Vandenbranden (2009) und À Louer (2011). Im Rahmen der kollektiven künstlerischen Praxis der Kompanie leitete sie bedeutende Kreationen wie Moeder (2016), eine eindringliche Erkundung von Erinnerung, Mutterschaft und Verlust. Später konzipierte und inszenierte sie wieder mit Franck Chartier zusammen Kind (2019). In jüngerer Zeit erweiterte sie ihr künstlerisches Universum mit La Visita (2022) und Chroniques (2025), letztere Produktion in Ko-Kreation mit Raphaëlle Latini.

Neben ihrer Arbeit mit Peeping Tom hat Gabriela Carrizo mehrmals auch mit anderen Kompanien und Institutionen gearbeitet. Ihr Stück The Missing Door (2013) für das Nederlands Dans Theater (NDT 1) wurde beim Edinburgh Festival mit einem Herald Angel Award ausgezeichnet. 2022 kehrte sie zum NDT für die Produktion La Ruta zurück, die 2024 in London den Olivier Award als beste neue Tanzproduktion erhielt. Zu weiteren bedeutenden Projekten außerhalb von Peeping Tom zählt The Land (2015) am Münchner Residenztheater.

Einen wichtigen Aspekt von Gabriela Carrizos Arbeit bildet der Austausch von künstlerischem Wissen. Sie ist eine Mitinitiatorin von The Kitchen, dem Kreativlabor von Peeping Tom: ein Raum für das Experimentieren und für gemeinsame Recherche, in dem die 25-jährige künstlerische Praxis der Kompanie sowohl Nachwuchskünstler·innen als auch den eigenen Schaffensprozess inspiriert.

In Córdoba (Argentinien) geboren, begann Gabriela Carrizo mit dem Tanzen im Alter von zehn Jahren an einer von Norma Raimondi geleiteten multidisziplinären Schule in ihrer Heimatstadt, wo sie auch ihre ersten Choreografien schuf. Mit 19 Jahren übersiedelte sie nach Europa und arbeitete mit Künstler·innen wie Caroline Marcadé, Alain Platel und Koen Augustijnen sowie der Needcompany, während sie an der Seite von Franck Chartier und Eurudike De Beul kontinuierlich ihre eigene choreografische Stimme entwickelte.

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Stand: Juli 2026

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