Pfingstfestspiele
21.-24. Mai 2021

Das waren die Salzburger Festspiele Pfingsten 2021

Im euphorischen Applaus des Publikums und einer Auslastung von 99,5 Prozent (der behördlich erlaubten maximalen Auslastung von 50 Prozent der Saalkapazität), aber auch in der Hingabe und Freude der Künstler auf der Bühne zeigte sich, wie stark die Sehnsucht nach Kunst und Kultur geworden war. Die Salzburger Festspiele Pfingsten 2021 konnten als das weltweit erste größere Klassikfestival nach Ende des Kultur-Lockdowns von 21. bis 24. Mai stattfinden.

Cecilia Bartoli entführte unter der Überschrift ROMA ÆTERNA auf eine musikalische Reise durch ihre Heimatstadt Rom. Es waren die zehnten Pfingstfestspiele, die die Künstlerische Leiterin für Salzburg erdacht hatte.

Salzburger Festspiele Pfingsten finden statt

(SF, 29. April 2021) „Oper, Theater, Ballett und Konzerte mit Zuschauern? Wann endlich dürfen sich die darstellenden Künste wieder aus der Endlosschleife des weltweiten Streamings verabschieden? Wann wird Kunst, die Nahrung für unsere Seelen endlich wieder systemrelevant? Ab dem 19. Mai ist es in Salzburg tatsächlich so weit, und wir spielen zu Pfingsten endlich wieder vor Publikum! Wir sind alle überglücklich über diese Entscheidung und ich persönlich bedanke mich herzlich bei all den Entscheidungsträgern in der Politik und den Verantwortlichen der Salzburger Festspiele! Es leben die Künste und der gemeinsame Kunstgenuss, diese geheimnisvolle Dialektik von hingebungsvoller Darbietung und neugieriger Rezeption“, sagt Cecilia Bartoli, die Künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele Pfingsten.

Die Strategie für die Pfingstfestspiele 2021 soll dieselbe bleiben wie im vergangenen, so erfolgreichen Festspieljahr, das heißt: unter dem Vorrang der Gesundheit, künstlerisch sinnvolle und wirtschaftlich vertretbare Festspiele zu verwirklichen. Erfahren Sie hier mehr zum Präventionskonzept COVID-19

Fast alle Vorstellungen können wie geplant stattfinden. Mit ROMA ÆTERNA stellt die Künstlerische Leiterin Cecilia Bartoli 2021 Rom – die ewige Stadt, ihre Heimatstadt – ins Zentrum der Salzburger Festspiele Pfingsten.

Es mussten dennoch aufgrund der von der Regierung herausgegebenen Verordnung Änderungen im Programm vorgenommen werden:
Betroffen ist das geistliche Konzert Dixit Dominus des Monteverdi Choirs und der English Baroque Soloists unter der Leitung von Sir John Elliot Gardiner. Die Künstler selbst mussten zum Bedauern der Salzburger Festspiele das Konzert aufgrund der geltenden Quarantäne-Bestimmungen in England absagen. Cecilia Bartoli arbeitet an einer schönen Alternative.

Auch das Galadiner mit dem Sternekoch Heinz Beck kann unter den aktuellen Covid-19-Bestimmungen für Gastronomie nicht in der geplanten und gewünschten Art stattfinden und wird voraussichtlich auf das nächste Jahr verschoben.

Editorial Cecilia Bartoli

ROMA ÆTERNA

2021 möchte ich Rom, meiner geliebten Heimatstadt, eine besondere Hommage erweisen. Seit 150 Jahren ist Rom nun Hauptstadt des modernen Italien und hat sich seine widersprüchliche Identität bewahrt: auf der einen Seite der stolze Glanz, auf der anderen Dekadenz und Verfall. Durch alle Zeiten hindurch — und obwohl oft totgesagt — ist die Stadt ihrem Markenzeichen gerecht geworden und hat nichts von ihrer Kraft als die Ewige Stadt eingebüßt.

Rom ist einer jener Orte, wo Träume zusammenkommen: In unserer Vorstellung ist in Rom das Leben einfach, die Szenerie wunderbar, die Bevölkerung freundlich und das Essen köstlich. Seine Kultur ist atemberaubend, seine Geschichte spürbar, wo immer wir den Fuß hinsetzen. Roms Herrlichkeit offenbart sich in den strahlenden Bauten aus Marmor und den dunkelgrünen Bäumen. Sie überwältigen unsere Einbildungskraft mit der gleichen Wirkung, als wir erstmals die neu restaurierten Fresken der Sixtinischen Kapelle erblickten.

Roms Ruf als eine ewige Stadt prägte sich in der Antike aus und wurde von großen Dichtern wie Vergil gebührend gefeiert. Doch die Aura der Heiligkeit umgab die Stadt schon um 200 v. Chr., als die Macht und das Volk Roms mit einer Göttin — Roma — identifiziert worden waren, der man auch in entfernten Provinzen Kultstätten errichtete. Als Rom in christlicher Zeit zum Zentrum der römisch-katholischen Welt aufstieg, festigte sich die Überzeugung, dass die Stadt ewig existieren werde. Rom hat diese Grandezza immer zur Schau gestellt, und noch im 21. Jahrhundert bestaunen wir sie in extravaganten epischen Filmen oder den Fensterauslagen der Via Veneto. Andere hingegen wurden vom Schwarzweiß Roms, einer dunkleren Welt in Bann gezogen, wie sie uns bei Fellini, Rossellini oder Pasolini begegnet.

Wer heute in Rom ankommt, dem erscheint die Stadt wie ein überlaufener urbaner Alptraum mit einer heruntergekommenen Infrastruktur, in dem sich die Leute abmühen, ein normales Leben zu führen.

Als jemand, der in dieser Stadt geboren wurde, war ich diesen Kontrasten seit jeher ausgesetzt. Wenn man in Rom morgens seine Wohnung verlässt, weiß man nie, wann der Bus kommt — oder ob er überhaupt kommt. Und auch sonst lässt sich nicht vorhersehen, was der Tag bringen wird.

Als ich jung war, war mir nicht bewusst, welch besondere Faszination Rom auf seine Besucher ausübt. Für mich war es ganz normal, meinen Hund in der Villa Pamphilj auszuführen, mit meinem roten Fiat Cinquecento rund ums Kolosseum in Richtung Konservatorium zu steuern oder an einem antiken Aquädukt vorbeizufahren, nachdem mein Zug den Bahnhof Termini verlassen hatte. Ich schenkte den Stücken aus weißem Marmor, die in eine rote Ziegelmauer in der Nähe meines Hauses eingelassen waren, keine Beachtung. Ebenso wenig kam mir als zehnjähriger Sängerin des Hirtenknaben in Tosca an der römischen Oper in den Sinn, dass jeder der drei Akte in einem realen Gebäude spielte, das ich auf dem Weg ins Theater passiert hatte. Oder besser gesagt: Ich bemerkte es, doch erschien es mir als nichts Ungewöhnliches.

Das Bewusstsein für diese Dinge wuchs, als ich Rom für immer längere Zeiträume verließ, um meinem Beruf nachzugehen, sowie im Zuge der tieferen Auseinandersetzung mit den Künsten und der Musik. Ich empfand plötzlich ein ergreifendes, prickelndes Gefühl, mit der Geschichte in Kontakt zu treten, als ich das Autograph von Bellinis Norma in der Bibliothek des Konservatoriums von Santa Cecilia durchblätterte, als ich erstmals lebende Mitglieder der Familie Pamphilj traf, als ich in einer Kirche sang, die sich buchstäblich im Forum Romanum befindet, oder als ich als erste Frau mit dem Chor der Sixtinischen Kapelle zusammenarbeitete.

Schließlich begann ich zu verstehen, warum sich so viele der größten Künstler danach sehnten, Rom zu besuchen, und warum sie dort Inspiration für ihre Meisterwerke fanden. Meine Lieblingskomponisten wurden vom realen und vom imaginären Rom tief geprägt: Caldara, Händel, Mozart, Rossini und viele andere.

Gleichzeitig begriff ich, dass das, was mir wie eine Selbstverständlichkeit vorkam, in Wirklichkeit ein riesiges Geschenk war. Heute empfinde ich dieses Erbe als eine Verantwortung und möchte es mit Ihnen teilen.

Als Kinder machten wir uns oft über meine Mutter lustig, wenn sie uns sagte, sie würde sich noch an das echte alte Rom erinnern, wo man in Pferdekutschen fuhr und im Tiber badete. Wenn ich heute nach Rom zurückkehre und wieder einmal im Verkehrsstau stecke oder von Touristenmassen erdrückt werde, habe ich das Gefühl, dass nun ich mich an das echte alte Rom meiner Kindheit erinnere, als in den kleinen Restaurants von Trastevere Leute Musik machten, man mich zu einer Vorstellung von Aida mit echten Elefanten in den Caracalla-Thermen mitnahm oder ich mit meiner Vespa in die Innenstadt fuhr.

Das „echte“ Rom von heute leidet an enormen Problemen, die viele große Städte in der Welt betreffen: Übervölkerung, mangelhafte Infrastruktur, unzureichende finanzielle Mittel, Armut. In anderen Regionen Italiens betrachtet man Rom oft als selbstgefällig und bürokratisch und meint, es würde den Reichtum des ganzen Landes auffressen.

Und dennoch: Jedes Mal, wenn ich hinkomme, gerate ich in den Zauber der Stadt, fühle Dankbarkeit und Stolz. Ich liebe es, an Sonntagen, wenn Verkehrssperren gelten, an den Foren entlang zu schlendern, und ich stöbere an den Ständen lokaler Märkte. Immer noch — und selbst im Zentrum — entdecke ich ruhige Flecken, wo Kellner und Ladenbesitzer mit ihren Kunden plaudern, wo Einheimische die Schönheiten ihrer eigenen Stadt bewundern, wo Leute die Straße entlangschlendern und dabei populäre Lieder singen. Und obwohl sich Rom über die Jahrhunderte
tiefgreifend gewandelt hat, fühle ich, dass sein Wesen dasselbe geblieben ist — sowohl in der Stadt meiner Vorstellung als auch in jener der Wirklichkeit.

Das ewige Rom — in der Tat. Doch während man seinen Träumen nachhängt, muss man auch der Realität ins Auge blicken, um den Prüfungen der Zeit standzuhalten. Das ist auch der Kern von Händels römischem Oratorium Il trionfo del Tempo e del Disinganno, einem Werk, das in einer Phase entstand, als der Papst Opernaufführungen in Rom untersagt hatte. Mit philosophischen Fragestellungen war es nicht getan: Erfindungsreiche Kardinäle, Komponisten und Interpreten fanden Wege, um dieses Verbot — das die Entfaltung der Musik einzuschränken drohte — in der Praxis zu umgehen.

Rom lehrt einen, die Wahrheit nicht auszuschließen, flexibel zu bleiben und Veränderung zu akzeptieren, ohne seine Träume aufzugeben. Diese wichtigen Aspekte sind eng verknüpft mit meiner Liebe und Bewunderung für Rom und haben zu meiner eigenen Lebensphilosophie beigetragen. Es ist mir eine Freude, bereits mein zehntes Programm für Sie als Besucherinnen und Besucher der Salzburger Pfingstfestspiele 2021 zusammenzustellen. Im Wissen darum, wie wechselvoll das Schicksal Roms — des idealen und des realen — immer war und wie viele Bewährungsproben es durchstanden hat, bin ich guten Glaubens, dass wir uns wiedersehen, um diesen wundervollen Anlass gemeinsam zu feiern.

Cecilia Bartoli

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Programm Pfingstfestspiele

Präventionsmaßnahmen

Fragen & Antworten

Gilt die FFP2 Maskenpflicht auch am Domplatz?
Ab sofort ist das Tragen der FFP2-Maske für jede Besucherin und jeden Besucher ab 14 Jahren in allen Spielstätten (gilt auch am Domplatz) verpflichtend. Für Kinder von 6 bis 14 Jahren ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben.
Was passiert, wenn ich nicht ausreisen darf / an Covid erkrankt bin / in Quarantäne bin?
In diesem Fall greift unsere „Sonderregelung Covid-19“ der AGBs. Sollte der Besuch der Vorstellung aufgrund von Maßnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie unmöglich sein, wird der Kartenpreis gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises zurückerstattet.
Bekomme ich im Falle einer Vorstellungs-Absage mein Geld zurück?

Im Falle einer Vorstellungsabsage erhält der Kunde ausschließlich den Eintrittskartenpreis zurück. Nach zwei Drittel der geplanten Vorstellungsdauer gilt die Vorstellung als gespielt, bei einem früheren Abbruch wird das Eintrittsgeld aliquot zurück erstattet. Weitergehende Ansprüche des Kunden sind ausgeschlossen, wenn die Salzburger Festspiele den Grund für den Ausfall der Veranstaltung nicht zu vertreten haben. Die Eintrittskarte muss binnen 3 Monaten nach dem Termin der abgesagten Vorstellung rückgelöst werden. Danach verfällt jeglicher Anspruch.

Bitte beachten Sie unseren Hinweis zum Jedermann: Da es sich bei der Aufführung des Jedermann am Domplatz um eine Open-Air-Aufführung handelt, ist ein Wetterrisiko nicht auszuschließen. Bei Regen sowie einer unklaren Wettersituation (z.B.: Starkregen oder Gewitter) kann es zu einer Verlegung ins Große Festspielhaus kommen. Nach 60 Minuten gilt die Vorstellung als gespielt, bei einem früheren Abbruch wird das Eintrittsgeld aliquot zurückerstattet. Aufgrund der Verschiedenheit der Spielstätten Domplatz und Großes Festspielhaus kann im Falle einer Aufführung des Jedermann im Großen Festspielhaus eine nebeneinanderliegende Platzierung nicht gewährleistet werden bzw. der Platz in Reihe und räumlicher Positionierung zum Domplatz variieren.

Wo kann ich mich über das Coronavirus informieren?
Wie Sie sich und Ihre Mitmenschen schützen können, was Sie zu aktuellen Sicherheitsmaßnahmen wissen sollten und wie Sie im Ernstfall handeln erfahren Sie auf der Informationsseite zum Coronavirus der Bundesregierung.

Zusätzlich informiert das Land Salzburg auf einer eigens zu diesem Thema eingerichteten Seite.

Welche Maßnahmen die Salzburger Festspiele zur Prävention setzen finden Sie auf Info Coronavirus.

Allgemeine Informationen zum Coronavirus in Österreich:
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit Österreichisches Sozialministerium
Gibt es aktuelle Coronavirus-Fälle in Salzburg?
Aktuelle Infos über die Ausbreitung in Salzburg entnehmen Sie bitte der Informationsseite des Land Salzburg: Coronavirus Salzburg
Kann ich anreisen?
Bitte beachten Sie die Reisebestimmungen des Bundesministeriums. Hier erfahren Sie mehr.
Ist das öffentliche Leben in Salzburg und dem Salzburger Land beeinträchtigt?
Maßnahmen zur Einschränkung des Coronavirus betreffen das öffentliche Leben in Österreich. Mehr Informationen:
https://www.oesterreich.gv.at/ 
Wie verhalte ich mich bei Verdacht auf eine Infektion?
Sollten Sie bei Ihnen selbst oder in ihrem unmittelbaren Umfeld den seriösen Verdacht einer Infektion haben, wenden Sie sich bitte unmittelbar und ausschließlich telefonisch innerhalb Österreichs an die Gesundheitsberatung unter der Nummer 1450.

Außerhalb Österreichs wenden Sie sich bitte an die zuständige Gesundheitsbehörde.
Wie schütze ich mich vor einer Infektion?
Einen Überblick, wie man eine Infektion mit dem Coronavirus vermeidet, bieten die Seiten der Gesundheitsnummer, der Österreichischen Bundesregierung zur Coronavirus-Prävention und die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (nur auf Englisch).
Finden die Pfingstfestspiele 2021 statt?
Die Salzburger Festspiele Pfingsten finden 2021 statt. Die Strategie für die Pfingstfestspiele 2021 soll dieselbe bleiben wie im vergangenen, so erfolgreichen Festspieljahr, das heißt: unter dem Vorrang der Gesundheit, künstlerisch sinnvolle und wirtschaftlich vertretbare Festspiele zu verwirklichen.
Informationen zum Präventionskonzept finden Sie hier.

Hier erfahren Sie mehr zu den Pfingstfestspielen 2021
Ich habe eine Frage zu meinen Karten für die Pfingstfestspiele 2021
Informationen zu Ihren Karten finden Sie in Ihrem Login-Bereich unter MEINE FESTSPIELE. Überdies können Sie sich an unser Kartenbüro wenden, unsere MitarbeiterInnen helfen Ihnen gerne. Kontakt und Öffnungszeiten finden Sie hier.
Wie kann ich meine Karten für die Pfingstfestspiele personalisieren?
Hier geht es zu einer detaillierten Anleitung für das personalisieren der Karten. Im Gegensatz zu gedruckten Eintrittskarten entfallen bei E-Tickets die Bearbeitungsgebühr (Druck- und Versandkosten) sowie Gebühren für eventuelle Umpersonalisierungen und Ersatzkartendruck.