Raffaele Giordani
Tenor
Der Tenor Raffaele Giordani verfügt über einen Masterabschluss in Chemie der Universität Ferrara und absolvierte ein zusätzliches Masterstudium in Renaissance- und Barockgesang am Conservatorio Frescobaldi in Ferrara.
Er arbeitete mit vielen renommierten Ensembles für Alte Musik zusammen, darunter Concerto Italiano, Coro e Orchestra Ghislieri, Vox Luminis, La Capella Reial de Catalunya, Mala Punica, Odhecaton und De labyrintho. Außerdem war er Ensemblemitglied von La Venexiana und ist Gründungsmitglied von La Compagnia del Madrigale.
Als Solist war er in vielen Werken von Johann Sebastian Bach zu hören, darunter die Johannes- und die Matthäus-Passion, das Magnificat und die h-Moll-Messe, sowie in Opern und Kantaten von Händel, in Monteverdis Marienvesper und Combattimento di Tancredi e Clorinda, in Mozarts Requiem und in Rossinis Petite Messe solennelle. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Rinaldo Alessandrini, Lionel Meunier, Jordi Savall, Giulio Prandi, Fabio Bonizzoni, Antonio Greco, Michael Radulescu, Diego Fasolis, Robert King und Jos van Veldhoven.
Bei vielen wichtigen Alte-Musik-Festivals und an bedeutenden Opernhäusern in ganz Europa interpretierte er u. a. die großen Tenor-Partien in Monteverdis drei erhaltenen Opern, Eurillo in Scarlattis Gli equivoci nel sembiante, Mordecai und Second Israelite in Händels Esther sowie Ein Hirte in Caccinis Euridice.
Weitere Engagements umfassten Tempo und Corpo in Emilio de’ Cavalieris Rappresentatione di Anima et di Corpo am Teatro Real in Madrid, Sailor (Dido and Aeneas) am Teatro Filarmonico in Verona, Oebalus in Mozarts Apollo et Hyacinthus und Agenore (Il re pastore) am Teatru Manoel in Valletta sowie Grimoaldo (Rodelinda) mit dem Bach Collegium Japan unter Masato Suzuki in Tokio.
Raffaele Giordani wirkte bei zahlreichen CD-Einspielungen mit, u. a. für Labels und Rundfunkanstalten wie Naїve, Glossa, Ricercar, Arcana, Amadeus, Stradivarius, La Bottega Discantica, Tactus, Rai Radio 3, WDR, ORF und RSI sowie unter Claudio Abbado für die Deutsche Grammophon. Diese Aufnahmen haben zum Teil wichtige Auszeichnungen erhalten, darunter der Diapason d’Or, der Gramophone Classical Music Award, der Preis der deutschen Schallplattenkritik, der Choc de l’année der Zeitschrift Classica und der MIDEM Classical Award.