Matthias Pintscher
Komponist & Dirigent
Quelle: opus3artists.com
Matthias Pintscher ist seit der Saison 2024/25 neuer Music Director des Kansas City Symphony Orchestra (KCS). Er eröffnete seine Amtszeit mit einer äußerst erfolgreichen Europatournee unmittelbar vor dem Saisonstart in Kansas City, mit Konzerten im Concertgebouw Amsterdam, in der Berliner Philharmonie und in der Elbphilharmonie Hamburg.
Zu den Höhepunkten der Saison 2025/26 zählen die Uraufführung von Pintschers neuer Oper Das kalte Herz an der Staatsoper Berlin im Januar – ein Werk, das er selbst komponiert hat und dirigieren wird – sowie die Wiederaufnahme in französischer Fassung unter dem Titel Nuit sans aube im März an der Opéra-Comique in Paris. In Nordamerika kehrt er zum Los Angeles Philharmonic zurück, um Mozarts Klavierkonzert Nr. 25 mit Emanuel Ax sowie sein eigenes Werk neharot zu dirigieren. Zudem gastiert er beim Philadelphia Orchestra mit Coplands Sinfonie Nr. 3 und seiner eigenen Komposition Assonanza und gibt sein Debüt beim Oregon Symphony Orchestra. Darüber hinaus verbringt er zwei Wochen beim Cincinnati Symphony Orchestra in seiner sechsten Saison als Creative Partner. In Europa führen ihn Gastdirigate u. a. zu den Münchner Philharmonikern, dem NDR Elbphilharmonie Orchester, dem Orquestra Simfònica de Barcelona sowie zur musica viva-Reihe des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.
In seiner zweiten Saison als Music Director des Kansas City Symphony Orchestra dirigiert Pintscher insgesamt zehn Wochen, darunter zwei Konzerte, die der Musik von Sergej Rachmaninow gewidmet sind, mit den Pianisten Yefim Bronfman und George Li, sowie die US-Erstaufführung des Trompetenkonzerts Im Nebel des japanischen Komponisten Toshio Hosokawa.
Kürzlich beendete Pintscher seine zehnjährige Amtszeit als Music Director des Ensemble Intercontemporain (EIC), des ikonischen Pariser Ensembles für zeitgenössische Musik, das von Pierre Boulez gegründet wurde und 2022 mit dem Polar Music Prize der Königlich Schwedischen Musikakademie ausgezeichnet wurde. Während seiner Leitung entstanden zahlreiche Uraufführungen, es wurden Aufnahmen von Werken führender zeitgenössischer Komponist:innen realisiert, und das Ensemble unternahm weltweite Tourneen nach Asien, Nordamerika sowie zu allen bedeutenden Festivals und Konzertsälen Europas.
Im Opernbereich dirigierte Pintscher mehrere Produktionen an der Staatsoper Berlin, darunter Wagners Lohengrin und Der fliegende Holländer sowie Beat Furrers Violetter Schnee, außerdem Olga Neuwirths Orlando an der Wiener Staatsoper. Seine frühen Opernwerke wurden an der Opéra national de Paris und an der Semperoper Dresden uraufgeführt.
Auch als Komponist ist Matthias Pintscher international etabliert; seine Werke stehen regelmäßig auf den Spielplänen führender Orchester weltweit. Im August 2021 widmete ihm das Suntory Hall Summer Festival eine einwöchige Werkschau mit dem Tokyo Symphony Orchestra sowie einer Residenz des Ensemble Intercontemporain mit symphonischen und kammermusikalischen Konzerten. Sein drittes Violinkonzert Assonanza, geschrieben für Leila Josefowicz, wurde im Januar 2022 vom Cincinnati Symphony Orchestra uraufgeführt. Ebenfalls in den Spielzeiten 2021/22 entstand neharot, ein Gemeinschaftsauftrag von Suntory Hall, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Los Angeles Philharmonic und der Staatskapelle Dresden; die US-Erstaufführung erfolgte im Oktober 2024 durch die New York Philharmonic unter Pintschers Leitung.
In der Saison 2016/17 war Pintscher erster Composer in Residence der Elbphilharmonie Hamburg; von 2014 bis 2017 wirkte er als Artist in Residence beim Danish National Symphony Orchestra sowie als Composer in Residence bei den Salzburger Festspielen und beim Lucerne Festival. Weitere profilierte Positionen umfassen seine neunjährige Tätigkeit als Artist-in-Association des BBC Scottish Symphony Orchestra, seine Rolle als Music Director des Ojai Festivals 2020 sowie als Season Creative Chair des Tonhalle-Orchesters Zürich und Artist in Residence beim Los Angeles Chamber Orchestra in der Saison 2018/19.
Als engagierter Pädagoge und Mentor junger Musiker:innen war Pintscher Chefdirigent des Lucerne Festival Academy Orchestra und leitete von 2005 bis 2018 das Heidelberger Atelier, eine Akademie für junge Musiker:innen und Komponist:innen. Darüber hinaus arbeitete er mit der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, der Music Academy of the West, dem National Orchestral Institute sowie der Jungen Deutschen Philharmonie zusammen. Regelmäßig tritt er mit der New World Symphony in Miami auf, einem Ausbildungsorchester für postgraduale Musiker:innen. Seit 2014 gehört er zum Kompositionslehrkörper der Juilliard School.
Matthias Pintscher begann seine musikalische Ausbildung zunächst im Fach Dirigieren und studierte in seinen frühen Zwanzigern bei Pierre Boulez und Peter Eötvös, bevor das Komponieren zunehmend in den Mittelpunkt seines Schaffens rückte. Er erlangte rasch internationale Anerkennung in beiden Tätigkeitsfeldern und ist bis heute sowohl als Dirigent als auch als Komponist außerordentlich produktiv. Seine Musik wird von führenden Interpret:innen, Orchestern und Dirigenten unserer Zeit vertreten und u. a. von Orchestern wie dem Boston Symphony Orchestra, Chicago Symphony Orchestra, Cleveland Orchestra, New York Philharmonic, Philadelphia Orchestra, den Berliner Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra, dem Royal Concertgebouw Orchestra und dem Orchestre de Paris aufgeführt. Seine Werke erscheinen exklusiv bei Boosey & Hawkes; Einspielungen sind bei Kairos, EMI, Teldec, Wergo sowie Winter & Winter erschienen.