Lise Viricel
Sopran
Die vielseitige französische Sopranistin Lise Viricel begann ihre Laufbahn in der Chorschule der Opéra National de Lyon und studierte Gesang am Conservatoire de Lyon (CNSMD). Bereits während des Studiums wirkte sie an Konzerten und zahlreichen Produktionen der Opéra National de Lyon mit und spezialisierte sich zunehmend auf die Alte Musik.
2015 lernte sie Jordi Savall und Lluís Vilamajó kennen, mit denen sie seitdem regelmäßig zusammenarbeitet. Darüber hinaus tritt sie mit Ensembles wie Spirito, Arsys Bourgogne und Concerto Soave auf und ist Mitglied des Ensembles Coclico, das sich auf improvisierte Vokalmusik des 15. und 16. Jahrhunderts spezialisiert hat.
Zu ihrem Opernrepertoire zählen Céphise in Marin Marais’ Alcione und La Ninfa in Monteverdis L’Orfeo unter Jordi Savall an der Opéra Comique, die Titelpartie in Christian Duchanges Kinderoper Jeanne et la chambre à airs mit der Compagnie l’Artifice und Euralio in Cavallis L’Oristeo mit dem Concerto Soave unter Jean-Marc Aymes.
2020 gründete sie das Ensemble Le Stelle, mit dem sie Barockwerke interpretiert. Die erste gemeinsame Einspielung Parla, canta, respira, die 2021 bei Seulétoile erschien, widmete sie der venezianischen Barockkomponistin Barbara Strozzi.
Regelmäßig arbeitet sie auch mit der zeitgenössischen Tanzkompanie Système Castafiore zusammen und wirkte in Produktionen wie Théorie des prodiges und Kantus 4-Xtinct Species mit.
Zudem trat sie als Komponistin in Erscheinung. Ihr jüngstes Werk Tori, ein Musiktheaterstück für junges Publikum, wurde 2024 in der Cité de la Voix in Vézelay uraufgeführt und anschließend in Lyon und an der Opéra National de Montpellier gespielt.
Lise Viricels Diskografie enthält Aufnahmen wie Naissance de Vénus mit Arsys Bourgogne unter Mihály Zeke, Campras L’Europe galante mit Les Nouveaux unter Sébastien d’Hérin und zahlreiche Einspielungen mit Jordi Savall und La Capella Reial de Catalunya, darunter Noël baroque au temps de Louis XIV und Charpentiers Te Deum, Beethovens Missa solemnis, Haydns Die Jahreszeiten, Mendelssohns Ein Sommernachtstraum, Monteverdis L’Orfeo sowie zuletzt 2025 Mozarts c-Moll-Messe.