Biografie

Kornél Mundruczó

Stand: Mai 2019

Kornél Mundruczó wurde 1975 in Gödöllő, Ungarn, geboren. Er studierte von 1994 bis 1998 Schauspiel und von 1998 bis 2003 Regie für Film und TV an der Universität für Theater- und Filmkunst in Budapest. Seit 2003 arbeitet Kornél Mundruczó als Theater- und Opernregisseur, 2009 gründete er mit der Theaterproduzentin Dóra Büki die freie Theaterkompanie Proton Theatre in Budapest, deren Projekte fast durchwegs als internationale Koproduktionen (u. a. mit Wiener Festwochen, HAU – Hebbel am Ufer, Theater der Welt, Europäisches Zentrum der Künste Hellerau, Wiesbaden Biennale, Kunstenfestivaldesarts Brüssel, Rotterdamse Schouwburg, Alkantara Festival Lissabon und Trafó Budapest) entwickelt werden. Die Produktionen von Proton Theatre wurden weltweit auf mehr als 100 Festivals gezeigt, darunter Frankenstein-Project, Hard to be a God/Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein, Dementia und Imitation of life/Scheinleben/Látszatélet.

Am Schauspiel Hannover inszenierte er 2010 Eszter Solymosi von Tiszaeszlár, die Geschichte einer Anklage und 2011 Die Verlobung in Santo Domingo oder My sweet Haiti. 2012 adaptierte er mit Proton Theatre auf Einladung der Wiener Festwochen den Roman Schande/Szégyen von J. M. Coetzee in ungarischer Sprache für die Bühne.

Am Thalia Theater Hamburg inszenierte er 2009 die Uraufführung von Das Judasevangelium oder Verrat ist deine Passion, 2010 Die Zeit der Besessenen und 2017 Die Weber nach Gerhart Hauptmann mit Texten von Kata Wéber. Im September 2018 inszenierte er zum ersten Mal am Luzerner Theater die gemeinsam mit Kata Wéber entwickelte „theatrale Schiffstour“ über den Vierwaldstättersee Traumland (musikalische Leitung: Xenia Wiener).

Kornél Mundruczó arbeitet seit 2000 als Filmregisseur und Drehbuchautor. 2001 wurde sein erster Kurzfilm Afta (Tag für Tag) zu den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen eingeladen, 2002 erhielt sein erster Spielfilm, Szép napok (Pleasant Days), den Silbernen Leoparden in Locarno. 2003 gründete er gemeinsam mit der Filmproduzentin Viktória Petrányi die Filmproduktionsfirma Proton Cinema GmbH., seit 2004 ist er Mitglied der Europäischen Filmakademie. 2005 lief sein Film Johanna, eine filmische Opernadaption der Geschichte von Jeanne d’Arc, bei den Filmfestspielen in Cannes in der Reihe „Un Certain Regard“. Zu seinen weiteren in Cannes gezeigten Filmen zählen Delta – der Film erhielt 2008 den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritiker-Vereinigung –, Tender Son – Das Frankenstein Projekt/Szelíd teremtés – A Frankenstein-terv (2010) und Jupiter’s Moon (2017). 2014 erhielt sein Film Underdog/White God den Hauptpreis der Sektion „Un Certain Regard“.

2012 adaptierte er seinen Film Szép napok für das Theater Oberhausen als „proletarische Operette für das 21. Jahrhundert“ mit dem Titel Schöne Tage. An der Vlaamse Opera Gent inszenierte er 2014 Herzog Blaubarts Burg/Winterreise sowie 2016 Die Sache Makropulos, für die er in der Kategorie „Neuinszenierung“ für den International Opera Award 2017 nominiert war. Zuletzt war 2018 die Proton-Theatre-Produktion Winterreise, eine „komponierte Interpretation von Hans Zender nach Franz Schubert“, bei den Wiener Festwochen zu sehen.

2011 wurde seine Inszenierung Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein beim Festival „Politik im Freien Theater“ in Dresden mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. 2017 wurde er für seine europaweit gefeierte international koproduzierte Arbeit Imitation of life/Scheinleben in der Kategorie „Regie Schauspiel“ für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert.
Bei den Salzburger Festspielen ist Kornél Mundruczó in diesem Jahr zum ersten Mal zu Gast.

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Kornél Mundruczó Regie Regisseur
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