Jutta Ferbers
Dramaturgin
Jutta Ferbers, geboren in Köln, studierte Germanistik und Pädagogik in München, bevor sie ein erstes Engagement im Stadttheater Landshut erhielt. Von 1983 bis 1986 war sie Regieassistentin und Dramaturgin am Schauspielhaus Bochum und u.a. an Thomas Bernhards Uraufführung von Der Schein trügt in der Inszenierung von Claus Peymann beteiligt.
1986 wechselte sie mit der Direktion Hermann Beil, Uwe Jens Jensen, Claus Peymann und Vera Sturm als Dramaturgin ans Wiener Burgtheater, wo sie – auch gemeinsam mit Hermann Beil – als Dramaturgin an vielen Inszenierungen von Claus Peymann (u.a. Richard III., Heldenplatz, Peer Gynt, Ingeborg Bachmann. Wer? sowie Uraufführungen von Peter Turrini und Peter Handke, darunter Die Stunde da wir nichts voneinander wußten) beteiligt war. Zudem arbeitete sie mit Regisseuren und Regisseurinnen wie Ruth Berghaus, Achim Freyer, Leander Haußmann, Hans Neuenfels, Karin Henkel, Tamás Ascher, Peter Zadek und George Tabori.
Im Vestibül und auf dem Lusterboden der Burg entwickelte sie Begleitabende zu Premieren von Peter Handke, Ödön von Horváth und Heinrich von Kleist. In diesen Jahren entstanden auch erste eigene Inszenierungen (u.a. Fräulein Else von Arthur Schnitzler, Selbstbezichtigung von Peter Handke und Wunschkonzert von Franz Xaver Kroetz).
Für die Bühnenbildklasse von Erich Wonder erhielt sie einen Lehrauftrag an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Mit Peymanns Wechsel von Wien nach Berlin 1999 ging Jutta Ferbers als Chefdramaturgin mit ans Berliner Ensemble, wo sie weitere Inszenierungen von Peymann als Dramaturgin betreute (u.a. Richard II., Mutter Courage und ihre Kinder, Prinz Friedrich von Homburg, Bühnenfassung von Kafkas Prozess). Eigene Inszenierungen entstanden für die BE Bühne (Anouilhs Das Orchester) und auf der Probebühne (Marivaux’ Der Streit) sowie Abende zu Kurt Tucholsky, Peter Handke, Paul Celan, Heinrich Heine, Robert Gernhardt, Wilhelm Busch, Gerlind Reinshagen, Frank Wedekind u.a. Am Berliner Ensemble entstand auch die langjährige Zusammenarbeit mit Robert Wilson und Ann-Christin Rommen (Leonce und Lena, Lulu, Das Wintermärchen, Die Dreigroschenoper, Shakespeares Sonette und Faust I & II).
Seit 2017 ist Jutta Ferbers freischaffende Dramaturgin. Sie führte Regie bei Hörbüchern (zuletzt mit Eva Menasse); setzte ihre Arbeit mit Robert Wilson und Ann-Christin Rommen am bulgarischen Staatstheater in Sofia (für Shakespeares The Tempest) fort. Mit Ann-Christin Rommen entstand zudem in Oslo Sporv og Engel (Spatz und Engel). Mit Claus Peymann arbeitete sie seitdem auch in Stuttgart (Shakespeares Lear), in Wien am Burgtheater (Ionescos Die Stühle), in Ingolstadt (Ionescos Die Nashörner) – und immer wieder im Wiener Theater in der Josefstadt (Bernhards Der deutsche Mittagstisch, Ionescos Der König stirbt, Becketts Warten auf Godot) sowie am Residenztheater München (Bernhards Minetti).