Jonian Ilias Kadesha

Violine

© Kaupo Kikkas

Quelle: Maestro Arts

Jonian Ilias Kadesha ist ein Musiker der Renaissance – in der Vielfalt und Kreativität seiner intellektuellen Interessen ebenso wie in seinem musikalischen Schaffen. Sein Studium der Philosophie und Rhetorik prägt die stilistische Präzision seiner Interpretationen, sowohl im frühen als auch im zeitgenössischen Repertoire. Seine reiche Vorstellungskraft zeigt sich in den Klangwelten, die er erschafft, ebenso wie in den Projekten, die er als Konzertsolist, Solist-Dirigent und Kammermusiker kuratiert.

Als Solist ist Kadesha in ganz Europa mit Konzerten von u. a. Sibelius, Mozart, Schostakowitsch, Bartók, Strawinsky, Mendelssohn und Beethoven aufgetreten. Zu seinen Engagements zählen Auftritte mit dem Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Sir András Schiff, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra mit Jonathan Bloxham, der Tapiola Sinfonietta mit Ryan Bancroft sowie der Slowenischen Philharmonie unter Aziz Shokhakimov. Darüber hinaus konzertierte er mit dem Münchner Rundfunkorchester, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem MDR-Sinfonieorchester, den Staatsorchestern von Athen und Thessaloniki, der Lübecker Philharmonie und der Neuen Philharmonie Frankfurt.

Seine Leistungen als Solist-Dirigent finden zunehmend internationale Anerkennung. In dieser Rolle arbeitet er regelmäßig mit führenden Kammerorchestern wie dem Netherlands Chamber Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra, dem Aurora Orchestra, der Manchester Camerata, der Tapiola Sinfonietta und den London Mozart Players zusammen. Sein Zugang zum klassischen Orchesterrepertoire ist stark von seiner kammermusikalischen Erfahrung geprägt; häufig improvisiert er eigene Kadenzen und Ornamente.

Kadeshas Gespür für Programmgestaltung zeigt sich besonders in seinen Kammermusikprojekten. Für die Leeds International Concert Season (2024–25) kuratierte er eine sechsteilige Konzertreihe mit regelmäßigen Partnern wie Vashti Hunter und Pablo Hernán sowie dem Caerus Chamber Ensemble, dessen Gründer und künstlerischer Leiter er ist. Das Ensemble verfügt über eine flexible Besetzung und vereint herausragende junge Instrumentalistinnen und Instrumentalisten aus ganz Europa.

Darüber hinaus arbeitete Kadesha mit renommierten Musikerinnen und Musikern wie Martha Argerich, Steven Isserlis, Patricia Kopatchinskaja, Nicolas Altstaedt, Gábor Takács-Nagy und Antje Weithaas zusammen. Rezitale führten ihn in bedeutende Säle wie die Wigmore Hall in London, den Louvre in Paris, die Berliner Philharmonie und die Salle Molière in Lyon. Als Mitbegründer des preisgekrönten Trio Gaspard tritt er regelmäßig bei Festivals und in Konzertsälen weltweit auf und ist zudem Mitglied des Kelemen Quartetts.

Seine Neugier für ein breit gefächertes Repertoire spiegelt sich auch in seinen Einspielungen für Linn Records wider, bei dem er seit 2021 unter Vertrag steht. Sein Solo-Debütalbum vereinte Bachs Partita d-Moll mit Helena Winkelmans Ciaccona sowie Werken von Biber, Schnittke, Kurtág und Auerbach. Das Folgealbum Suite Italienne mit dem CHAARTS Chamber Orchestra, das Giovanni Sollimas Violinkonzert TYCHE neben Werken von Vivaldi und Strawinsky präsentiert, wurde mit herausragenden Fünf-Sterne-Kritiken ausgezeichnet. Gelobt wurden seine „grenzenlose klangliche Fantasie“ (Musica), seine „stilistische Sicherheit und Geschmackssicherheit“ (rbbKultur) sowie seine Einordnung als „einer der exzentrischsten und faszinierendsten Geiger der internationalen Szene“ (Musica).

Jonian Ilias Kadesha wurde in Athen als Sohn albanischer und griechischer Eltern geboren. Er studierte bereits in jungen Jahren an der Musikhochschule Würzburg und setzte seine Ausbildung an der Kronberg Academy fort, wo er 2020 seinen Masterabschluss erlangte. Zu seinen Lehrern zählen Antje Weithaas, Salvatore Accardo, Grigori Zhislin und Ulf Wallin. Zudem nahm er an Meisterkursen u. a. bei Ferenc Rados, Steven Isserlis, Ivry Gitlis, Leonidas Kavakos und Eberhard Feltz teil. Kammermusik studierte er bei Hatto Beyerle in Hannover.

Kadesha spielt eine Violine von Guarneri del Gesù (1743) sowie eine Stradivari-Kopie von Dimitrios Kakos aus dem Jahr 2023.

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Stand: Dezember 2025

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