Gringolts Quartett
Streichquartett
Quelle: Karsten Witt Musik Management
Ilya Gringolts, Violine
Anahit Kurtikyan, Violine
Silvia Simionescu, Viola
Claudius Herrmann, Violoncello
Ein lebendiger, intensiver Dialog der Epochen – das ist ein Grundanliegen von Ilya Gringolts, einem der herausragenden Geiger seiner Generation und Primarius des Gringolts Quartet. Das 2008 gegründete Streichquartett steht für einen leuchtenden, zur Einheit verschmolzenen, gleichzeitig extrem ausdifferenzierten Ensembleklang: glühend, dicht, warm glänzend wie Bronze und Gold, mit maximal expressiver Wirkung, dann wieder quecksilbrig beweglich und dynamisch, transparent und bis ins kleinste Detail durchhörbar. Die Interpretationen des Quartetts sind von einer großen musikalischen Reife und einer beeindruckenden technischen Überlegenheit gekennzeichnet, die aber nie vordergründig ist, sondern immer im Dienst der Musik steht.
Das in Zürich beheimatete, international besetzte Ensemble – Ilya Gringolts hat russische Wurzeln, die Geigerin Anahit Kurtikyan stammt aus Armenien, die Bratschistin Silvia Simionescu aus Rumänien und Cellist Claudius Herrmann aus Deutschland – hat sich einen Namen in den bedeutenden Konzertsälen und auf den großen internationalen Festivals gemacht. Die vier Musiker·innen waren schon vor der Quartett-Gründung durch viele kammermusikalische Begegnungen freundschaftlich verbunden und haben in verschiedenen Formationen zusammen musiziert, Claudius Herrmann und Anahit Kurtikyan gehörten zeitweilig zum renommierten Amati Quartett.
In den vergangenen Spielzeiten war das Quartett u. a. bei den Salzburger Festspielen, den Festivals in Lucerne, Verbier und Gstaad, bei den Settimane Musicali Ascona oder dem Edinburgh International Festival zu Gast. Es tritt regelmäßig in namhaften Konzertsälen wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Elbphilharmonie Hamburg, der Wigmore Hall London, der Philharmonie Luxembourg, dem Stockholm Konserthuset, dem Festspielhaus Baden-Baden, im L’Auditori Barcelona, bei der Sociedad Filarmónica de Bilbao, bei Lugano Musica oder der Società dei Concerti in Mailand auf. Highlights dieser Saison sind die Wiedereinladung in die Philharmonie Luxemburg, eine Tour in Schweden sowie erneut Auftritte beim internationalen Mizmorim Kammermusik Festival in Basel.
Das Quartett ist auch regelmäßig in Quintett- oder Sextett-Formationen zu erleben – in dieser Saison zum Beispiel mit der Bratschistin Lilli Maijala und Brahms Quintetten im Teatro Carlo Felice in Genua oder auf Einladung der Associazione Alessandro Scarlatti in Neapel, wo sie gemeinsam mit der Bratschistin Lily Francis Mozart Quintette auf Darmsaiten aufführen werden.
Für das renommierte Label Arcana/Outhere wird es 2026 gleich zwei neue Einspielungen speziell auf Darmsaiten geben: sowohl alle Streichquintette Mozarts als auch zwei Dvořák Streichquartette. Von Anfang an hat das Gringolts Quartet mit exquisiten CD-Aufnahmen auf sich aufmerksam gemacht. Den Reigen an Auszeichnungen eröffnete 2012 der ECHO Klassik für eine Ersteinspielung der Quintette von Walter Braunfels gemeinsam mit dem Cellisten David Geringas. Die Aufnahme der Quintette von Glasunow und Tanejew mit dem Cellisten Christian Poltéra erhielt 2016 den Diapason d’Or. Die 2017 gemeinsam mit dem Streichquartett Meta4 bei BIS veröffentlichte Aufnahme mit Oktetten von Mendelssohn und Enescu wurde mit dem Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Das Gringolts Quartet steht auch für eine herausragende Schönberg Expertise: 2017 erschien bei BIS eine von der Presse als „Referenzaufnahme“ gepriesene Einspielung der Streichquartette Nr. 2 und 4. Die 2022 veröffentlichte Aufnahme mit Schönbergs Quartetten Nr. 1 und 3 wurde mit einem Diapason d’Or ausgezeichnet. Auch die 2024 bei BIS erschienene Einspielung der Brahms Quintette mit Lilli Maijala wurden begeistert rezensiert. Musikalische Partnerschaften pflegt das Quartett mit renommierten Künstler·innen wie Jörg Widmann, Andreas Ottensamer, Malin Hatelius, James Boyd, Christian Poltéra, Katia Skanavi oder Alexander Lonquich.
Die musikalische Begegnung mit dem amerikanischen Pianisten Leon Fleisher (1928 – 2022) hat das Quartett nachhaltig bereichert. Ein zentrales Anliegen ist auch die Aufführung zeitgenössischer Musik, darunter Werke von Heinz Holliger, Valentin Silvestrov, György Kurtág, Marc-André Dalbavie, Jörg Widmann oder Lotta Wennäkoski.
Alle Mitglieder des Gringolts Quartet spielen auf seltenen italienischen Instrumenten:
Ilya Gringolts spielt eine Stradivari „ex-Prové“, Cremona 1719
Anahit Kurtikyan eine Camillo Camilli Violine, Mantua 1733
Silvia Simionescu eine Jacobus Januarius Bratsche, Cremona 1660
Claudius Herrmann ein Maggini Cello, Brescia 1600 (Auf diesem Instrument spielte übrigens einst Prinz Golizyn, ein großer Bewunderer Beethovens, als Erster die von ihm in Auftrag gegebenen letzten Streichquartette des Komponisten.)