Geoffroy Jourdain

Dirigent

© Samuel Berthet

Der französische Dirigent Geoffroy Jourdain studierte Musikwissenschaft an der Sorbonne Université in Paris. Schon früh engagierte er sich als Chorleiter. Während des Studiums gründete er das Ensemble Les Cris de Paris, das für seine ambitionierten Programme, die spartenübergreifende Arbeit und das Engagement für die zeitgenössische Musik schon bald große Anerkennung erfuhr. Gemeinsam waren sie auf renommierten Bühnen und bei Festivals wie dem Festival d’Automne, dem Festival d’Avignon und dem Musikfest Berlin zu Gast. Im Sommer 2026 treten sie beim Festival de La Chaise-Dieu sowie zum ersten Mal bei den Salzburger Festspielen auf.

Als Gastdirigent arbeitete er mit Ensembles wie der Cappella Amsterdam, dem Orquesta Filarmónica de Bogotá und dem Chor des Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo. Mit Les Siècles interpretierte er Händels Israel in Egypt und mit dem Ensemble 2e2m Oscar Strasnoys Oper Cachafaz.

Er verbindet in seinen Konzerten zeitgenössische Musik mit Werken früherer Epochen. Ziel seiner künstlerischen Projekte ist dabei nicht, die Authentizität und Tradition zu wahren, sondern die Kompositionen als Teil einer dynamischen Bewegung zu begreifen, die in Kombination mit Werken anderer Künstler·innen neue Impulse erhalten. Vor allem Musik des 17. und 18. Jahrhunderts sowie Musikethnologie inspiriert ihn.

Jourdain brachte Werke von Komponist·innen wie Silvia Borzelli, Jérôme Combier, Ivan Fedele, Francesco Filidei, Beat Furrer, Hanna Eimermacher, Mauro Lanza, Pierre-Yves Macé, Wolfgang Mitterer, Marco Stroppa, Eva Reiter und Francesca Verunelli zur Uraufführung. In Zusammenarbeit mit Künstler·innen aus den Bereichen Tanz, Theater und bildender Kunst wie Julie Bérès, Aurélien Bory, François Chaignaud, Clément Cogitore und Benjamin Lazar entwickelte er neue Formate, in denen sich die Musik von den Konventionen des klassischen Konzerts löst.

Seit 2016 arbeitet Geoffroy Jourdain mit harmonia mundi zusammen. Zu den Einspielungen mit Les Cris de Paris zählen die Alben Berio to Sing mit Lucile Richardot, Melancholia mit Renaissancemusik, Debussy mit Les Siècles und François-Xavier Roth, die Anthologie Passions und David and Salomon mit Werken von Schütz. Im Februar 2025 erschien Strana armonia d’amore mit Madrigalen von Vicentino, Gesualdo und de Rore in Kombination mit Francesca Verunellis VicentinoOo.

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Stand: August 2026

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