Davide Livermore
Regisseur
Davide Livermore wurde in Turin geboren und ist zurzeit Direktor des Teatro Nazionale in Genua. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Mailänder Scala, an der er zwischen 2018 und 2022 jeweils die Eröffnungsproduktion der Spielzeit inszenierte. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur ist er auch als Schauspieler, Dozent, Drehbuchautor, Choreograf, Bühnen- und Kostümbildner, Kameramann und Sänger aktiv. Er arbeitete mit Künstlerpersönlichkeiten wie Luciano Pavarotti, Plácido Domingo, José Carreras, Zubin Mehta, Mirella Freni, Luca Ronconi, Zhang Yimou, Riccardo Chailly und Fabio Biondi.
Engagements als Regisseur führten ihn an renommierte Theater und zu führenden Festivals in ganz Europa sowie in die USA, nach Südamerika, Australien, Japan, Russland und in den Oman.
Von 2015 bis 2017 war er Künstlerischer Direktor des Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, wo er auch das Ausbildungsprogramm Centre de Perfeccionament leitete und Inszenierungen von La bohème, Otello und La forza del destino vorlegte. Für letztere wurde er mit dem Premios Líricos Teatro Campoamor ausgezeichnet. Für seine Inszenierung von Adriana Lecouvreur an der Opéra de Monte-Carlo gewann er 2018 den Prix de la Critique de L’Europe Francophone.
Zwischen 2019 und 2022 inszenierte er für das Istituto Nazionale del Dramma Antico Euripides’ Helena und Aischylos’ Orestie am Griechischen Theater in Syrakus. 2023 wurde er dafür mit dem Eschilo d’oro ausgezeichnet.
Inszenierungen der jüngeren Zeit umfassten Turandot an der Scala, Don Carlo und Giulio Cesare in Monte Carlo, Schillers Maria Stuart und Paolo Villaggios Fantozzi. Una tragedia in Genua sowie Don Carlo an der Königlichen Oper in Kopenhagen.
In der Saison 2024/25 inszenierte er in Genua Henry James’ The Turn of the Screw sowohl in einer Schauspielfassung als auch in der Vertonung von Benjamin Britten. Seit 2025 erarbeitet er in Monte Carlo eine Neuinszenierung von Wagners Ring.
2024 schrieb und inszenierte er gemeinsam mit Paolo Gep Cucco den Film The Opera! — Arie per un’eclissi, der bei der Festa del Cinema di Roma gezeigt wurde. Im selben Jahr inszenierte er das Mozart-Pasticcio Une folle journée bei den Salzburger Pfingstfestspielen.
2025 konzipierte er zum 80. Jahrestag der Befreiung Italiens das Theaterprojekt D’oro — Il sesto senso partigiano, das am 25. April in einer Inszenierung von Giorgina Pi in Anwesenheit des italienischen Präsidenten Sergio Mattarella aufgeführt wurde.
Außerdem arbeitete er als Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler für den Sender Radiotelevisione Svizzera und war bis 2019 Künstlerischer Leiter der Produktionsfirma Prodea Group. Für das Unternehmen Balich Worldwide Shows gestaltete er 2019 die Gala The Best FIFA Football Awards, die weltweit von über 700 Millionen Menschen verfolgt wurde.
2016 wurde Davide Livermore zum Ufficiale dell’Ordine della Stella d’Italia ernannt. 2024 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Turin.
Fotos und Videos