Anna Piroli
Sopran
Die italienische Sopranistin Anna Piroli hat ihren stimmlichen Fokus gleichermaßen auf die historisch informierte Aufführungspraxis zwischen Renaissance und Barock und die zeitgenössische Vokalmusik gelegt. Entscheidend für ihre künstlerische Entwicklung war die Begegnung mit Jordi Savall im Jahr 2021, die zu regelmäßigen Auftritten mit La Capella Reial de Catalunya und Hespèrion XXI führte.
Darüber hinaus arbeitete sie mit Vokalensembles wie dem Collegium Vocale Gent, il Pomo d’Oro, dem La Cetra Barockorchester Basel, RossoPorpora, La fonte musica, La Compagnia del Madrigale und Vox Luminis sowie zeitgenössischen Ensembles wie Cantando Admont, L’arsenale und Schallfeld.
Jüngste Highlights beinhalteten Salome in Bononcinis Oratorium La decollazione di San Giovanni Battista beim Festival Retz und Euridice in Monteverdis L’Orfeo am Teatro Fraschini di Pavia, dem Wiener Konzerthaus, dem Concertgebouw Brugge, dem deSingel in Antwerpen und beim Festival Oude Muziek Utrecht.
Zu ihrem Repertoire zählen u. a. Monteverdis Madrigale und Marienvesper, Bachs h-Moll-Messe und Johannes-Passion, Händels Messiah und Mozarts Requiem sowie Dallapiccolas Canti di prigionia, Ligetis Aventures, Berios Laborintus II, Chins Akrostichon-Wortspiel und Furrers a sei voci. Zudem war sie an Uraufführungen bei der Biennale in Venedig, am IRCAM in Paris, den Nationalopern in Kiew und Prag und der Opéra de Dijon beteiligt.
Ihre Diskografie umfasst Aufnahmen bei Erato, Arcana, Dynamic, Stradivarius, Tactus und Alia Vox, darunter Bassanis Sammlung Affetti canori, cantate e ariette von 1684, Sacratis La finta pazza mit der Capella Mediterranea und Francesco Ciurlos Abstraction to the point of mit dem Divertimento Ensemble. 2025 wirkte sie an Starbynarys Romeo and Juliet Pt. 1 sowie mit il Pomo d’Oro an Natale veneziano und Purcells Dido and Aeneas mit.
Anna Piroli wurde in Cremona geboren, studierte Literaturwissenschaft, dann Gesang am Conservatorio di Milano sowie im Master Gesang und Gesangspädagogik am Conservatorio della Svizzera Italiana in Lugano. Sie erhielt den Ersten Preis beim Concorso Internazionale San Colombano 2022 in Piacenza und den Premio Fatima Terzo 2023. 2016 war sie Michiko-Hirayama-Stipendiatin der Fondazione Scelsi und 2023 Finalistin beim Barocco Europeo in Sacile.