Jean Cocteau, Le Testament d’Orphèe, Bridgeman Images, © Bildrecht / Comité Cocteau, Wien 2022.
Rose des Himmels, Leben der Welt, würdige Tochter dessen, der das Weltall zähmt, Sonne, die du alles umfängst, alles siehst, wenn du zwischen den Sternen deine Kreise ziehst, sag mir: Hast je du einen Liebenden gesehen, der froher und glücklicher ist als ich?
Orfeo
ZUR PRODUKTION

L‘ORFEO

Schon wenige Jahre nachdem in Italien die Gattung Oper begründet worden war, konnte man diesseits der Alpen einen gewichtigen Beitrag zum jungen Genre auf der Bühne erleben: Im Januar 1612 fand in der Fürsterzbischöflichen Residenz zu Salzburg eine Aufführung von Claudio Monteverdis L’Orfeo statt. 1607 für den Karneval am Hof des Herzogs von Mantua entstanden, markiert Monteverdis Werk, das auf dem antiken Orpheus-Mythos basiert, eigentlich den „Urknall der Operngeschichte“.
Orpheus gelingt es auch bei Monteverdi, seine Gattin mit einer kunstvollen Klage aus der Unterwelt zurückzuholen; er verliert sie jedoch endgültig, als er sich nach ihr umblickt. Monteverdi arbeitete seine Komposition auf bislang unbekannte Weise aus, indem er Personen oder Vorgänge mit bestimmten Motiven oder Klangfarben des Instrumentariums charakterisierte. So wird Orfeos Gesang von Harfenklängen begleitet und die Musik der tanzenden Hirten durch Flöten und Geigen erhellt, während ein Posaunenchor die düstere Stimmung der Unterwelt einfängt.
Eine der ältesten Puppenspielergruppen, das Marionettenensemble Carlo Colla & Figli aus Mailand, erzählt Monteverdis Favola in musica mit seinen Fadenpuppen, während dieSänger·innen ihnen ihre Stimmen leihen.

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