Kristof Van Boven
Schauspieler
Kristof Van Boven wurde 1981 in Lier (Belgien) geboren. Nach dem Schauspielstudium an der Hochschule der Künste in Arnheim arbeitete er zunächst als freier Schauspieler in der niederländischen Off-Theater-Szene. Er entwickelte mit Linda Olthof eigene Stücke und spielte u. a. bei der Toneelgroep Amsterdam, Onafhankelijk Toneel Rotterdam und bei Noord Nederlands Toneel. Von 2004 bis 2010 war er Ensemblemitglied am Niederländischen Theater Gent, von 2010 bis 2015 an den Münchner Kammerspielen, von 2015 bis 2018 am Thalia Theater Hamburg; seit 2021 ist er Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus Hamburg.
Kristof Van Boven arbeitete mit Regisseur·innen wie Johan Simons, Peter Verhelst, Karin Beier, Karin Henkel, Tian Gebing, Alvis Hermanis, Sebastian Nübling, Luk Perceval, René Pollesch, Karl Wokalek, Barbara Wysocka, Bastian Kraft, Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo, Linda Olthof und mit der Choreografin Meg Stuart. Internationale Koproduktionen und Gastspiele führten ihn u. a. auf Bühnen in New York, Mexico City, Belém, Peking, Wien, Zürich, Paris, London, Oslo, Athen, Madrid, Lissabon, zur Biennale nach Venedig und zum Festival d’Avignon. Bei den Salzburger Festspielen war er 2006 in Meg Stuarts Produktion It’s not funny! und 2021 in Karin Henkels Inszenierung Richard the Kid & the King zu Gast; 2024 war er erstmals als Mammon in Robert Carsens Inszenierung des Jedermann zu erleben und trat außerdem in dem szenischen Lesemarathon Vergessene Stücke auf.
Für seine Rolle in Elfriede Jelineks Winterreise (Regie: Johan Simons, Münchner Kammerspiele) wurde Kristof Van Boven 2011 von Theater heute zum „Nachwuchsschauspieler des Jahres“ gewählt. Zudem erhielt er 2012 den Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin (Kategorie „Darstellende Kunst“) und 2013 den Gordana-Kosanović-Schauspieler·innenpreis des Theaters an der Ruhr. Für seine Rolle als Eliza in Pygmalion nach George B. Shaw in der Inszenierung von Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo wurde er 2016 mit dem Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares ausgezeichnet, ebenso 2023 für seinen Macbeth in der Inszenierung von Karin Henkel.
Er wirkte an vielen Hörspielen, u. a. von Erik Altorfer und Mona Winter, sowie in Filmen und Serien von Regisseur·innen wie Maggie Peren, Saskia Diesing, Loïc Tanson, Govinda Van Maele, Émile V. Schlesser, Christian Neuman, Simon Farmakas und Arne Körner mit.