John Neumeier wurde 1939 in Milwaukee, Wisconsin, geboren und studierte in seiner Heimatstadt sowie in Chicago, Kopenhagen und London. 1963 engagierte ihn John Cranko an das Stuttgarter Ballett, wo er später zum Solisten avancierte und seine choreografische Entwicklung fortsetzte. 1969 wurde er Direktor des Ballett Frankfurt, wo er durch seine Neudeutung bekannter Ballette wie Romeo und Julia und Der Nussknacker schnell für Aufsehen sorgte. Von 1973 bis 2024 war er Direktor und Chefchoreograf des Hamburg Ballett, seit 1996 hatte er zusätzlich den Status eines Ballettintendanten. 1978 gründete John Neumeier die Ballettschule des Hamburg Ballett. Unter seiner Direktion wurde das Hamburg Ballett zu einer der führenden deutschen Ballettkompanien und erhielt sehr bald internationale Anerkennung. 2006 errichtete er die John Neumeier Stiftung. 2011 gründete er das Bundesjugendballett, dem er bis heute als Intendant vorsteht.
Als Choreograf hat sich John Neumeier stets auf die Bewahrung der Balletttradition konzentriert und seinen Werken einen modernen dramatischen Rahmen gegeben. Seine Ballette reichen von Neufassungen abendfüllender Handlungsballette über Musicals und symphonische Ballette bis hin zu Choreografien zu sakraler Musik. Seine letzten Kreationen als Intendant des Hamburg Ballett waren Beethoven-Projekt II, Hamlet 21, Dornröschen (2021), Dona Nobis Pacem (2022) und Epilog (2024). Neben seinen insgesamt 51 Jahren als Direktor des Hamburg Ballett arbeitete er regelmäßig als Gastchoreograf mit den renommiertesten Kompanien weltweit zusammen.
John Neumeier wurde international mit den höchsten Auszeichnungen für sein Lebenswerk geehrt: in Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz, in Frankreich mit der Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion, in Japan mit dem Kyoto-Preis der Inamori Foundation. 2023 erhielt er den italienischen Musikpreis Una vita nella musica, die Ehrenmitgliedschaft der Hamburgischen Staatsoper und zudem wurde ihm der Orden Pour le Mérite verliehen.
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