Jens Harzer

Schauspieler

© Julian Baumann

Jens Harzer, geboren 1972 in Wiesbaden, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Otto Falckenberg Schule in München. Ab 1993 gehörte er 16 Jahre dem Ensemble von Dieter Dorn an, erst an den Münchner Kammerspielen, dann am Bayerischen Staatsschauspiel. Daneben gastierte er u. a. an der Schaubühne Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Burgtheater Wien, Deutschen Theater Berlin, Schauspiel Frankfurt und bei der Ruhrtriennale. In diesen Jahren arbeitete er mit Regisseur·innen wie Dieter Dorn, Peter Zadek, Andrea Breth, Herbert Achternbusch, Franz Xaver Kroetz, Luc Bondy und Jürgen Gosch.

Ab 2009 im Ensemble des Thalia Theaters Hamburg engagiert, arbeitete er dort u. a. mit Dimiter Gotscheff, Luk Perceval, Leander Haußmann und Johan Simons. Zuletzt war er etwa in H – 100 Seconds to Midnight in der Regie von Robert Wilson, Alfred Jarrys Ubu (Regie: Johan Simons) und Molières Der Geizige (Regie: Leander Haußmann) zu sehen. Eine enge künstlerische Zusammenarbeit verbindet Harzer mit dem Regisseur Johan Simons, während dessen Intendanz am Schauspielhaus Bochum er regelmäßig dort arbeitet, zuletzt in Iwanow (Anton Tschechow) und Macbeth (Shakespeare). Mit der Spielzeit 2025/26 wechselte Jens Harzer von Hamburg an das Berliner Ensemble, wo er mit Regisseur Oliver Reese sein Debüt mit De Profundis von Oscar Wilde gab und aktuell in Srebrenica von Branko Šimić und Armin Smailovic sowie Antigone (Sophokles/Hölderlin) in der Regie von Johan Simons zu sehen ist.

Bei den Salzburger Festspielen debütierte Jens Harzer 2000 in Jon Fosses Der Name (Regie: Thomas Ostermeier). Von 2002 bis 2004 spielte er in Hofmannsthals Jedermann den Tod in der Inszenierung von Christian Stückl. Außerdem war er in O’Neills Eines langen Tages Reise in die Nacht (Regie: Elmar Goerden, 2004), Dostojewskis Verbrechen und Strafe (Regie: Andrea Breth, 2008/2009), in Peter Handkes Immer noch Sturm (Regie: Dimiter Gotscheff, 2011) und 2016 als Caliban in Deborah Warners Inszenierung von Shakespeares Der Sturm zu erleben. 2018 war er in Johan Simons’ Inszenierung von Kleists Penthesilea an der Seite von Sandra Hüller bei den Salzburger Festspielen zu sehen; 2019 übernahm er die Rolle des Sprechers in Luigi Nonos Il canto sospeso; 2021 war er der Sprecher in Schumanns Manfred; 2024 wirkte er, gemeinsam mit Marina Galic, an der Erstlesung von Botho Strauß’ Drama Saul mit.

Im Film arbeitete Jens Harzer u. a. mit Michael Verhoeven, Hans-Christian Schmid, Bülent Akıncı und Wim Wenders. Er spielte in Babylon Berlin (Regie: Tom Tykwer, Henk Handloegten, Achim von Borries) sowie die Hauptrolle in der Tragikomödie Ruhe! Hier stirbt Lothar (Regie: Hermine Huntgeburth), wofür er den Hessischen Fernsehpreis und den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen erhielt. Zuletzt wirkte er in der Serie The Next Level (Regie: Pia Strietmann, Julia Langhof) mit.

Neben vielen nationalen wie internationalen Auszeichnungen ist Jens Harzer seit 2019 Träger des Iffland-Rings. Diese auf Lebenszeit vergebene Auszeichnung erhält der „bedeutendste und würdigste Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters“.

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Stand: Juni 2026