Biografie

Daniel Barenboim

Stand: August 2018

1942 in Buenos Aires geboren, wurde Daniel Barenboim als Dirigent wie Pianist gleichermaßen bekannt. Im Alter von sieben Jahren debütierte er mit einem Beethoven-Prokofjew-Rezital, ein Jahr später trat er erstmals mit Orchester auf. 1952 übersiedelte die Familie nach Israel; 1953 gewann Barenboim den Wettbewerb der America-Israel Cultural Foundation, der ihm ein Stipendium für ein Studium in Paris bei Nadia Boulanger einbrachte. 1954 belegte Daniel Barenboim Dirigierkurse bei Igor Markevitch in Salzburg und wurde Wilhelm Furtwängler vorgestellt, der ihn als „Phänomen“ bezeichnete.

In der ersten Phase seiner Karriere arbeitete Barenboim ausschließlich als Konzertpianist; 1965 debütierte er bei den Salzburger Festspielen. Seit seinem Dirigierdebüt 1967 in London mit dem Philharmonia Orchestra hat er mit allen führenden Orchestern der Welt gearbeitet. Als erste feste Position übernahm er von 1975 bis 1989 die Leitung des Orchestre de Paris, von 1991 bis 2006 war er Chef des Chicago Symphony Orchestra und wurde dessen Ehrendirigent. Sein Operndebüt gab er 1973 mit Don Giovanni beim Edinburgh Festival, 1981 dirigierte er erstmals in Bayreuth, wo er bis 1999 jeden Sommer tätig war. Seit 1992 ist Daniel Barenboim Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden; im Jahr 2000 wählte ihn die Staatskapelle Berlin zum Chefdirigenten auf Lebenszeit. Als „maestro scaligero“ begann Daniel Barenboim ab der Spielzeit 2007/08 eine enge Zusammenarbeit mit der Mailänder Scala, an der er von 2011 bis 2014 als Musikdirektor wirkte.

1999 rief er gemeinsam mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra ins Leben, das junge Musiker aus Israel und den arabischen Ländern zusammenführt. Das Orchester möchte den Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen des Nahen Ostens durch die Erfahrungen gemeinsamen Musizierens ermöglichen. Im Sommer 2005 gab das Orchester im palästinensischen Ramallah ein Konzert von historischer Bedeutung; 2007 war es erstmals bei den Salzburger Festspielen zu Gast.

Seit 2015 studieren talentierte junge Musiker aus dem Nahen Osten an der Barenboim-Said Akademie in Berlin, einer weiteren Initiative Daniel Barenboims. Im Herbst 2016 begann an dieser Hochschule für Musik und Geisteswissenschaften ein vierjähriger Bachelor-Studiengang für bis zu 90 Studierende im renovierten und umgebauten ehemaligen Magazingebäude der Staatsoper. Dort ist auch der von Frank Gehry entworfene Pierre Boulez Saal beheimatet, der seit März 2017 das musikalische Leben Berlins bereichert – mit Daniel Barenboim als Dirigenten, Klaviersolisten, Kammermusiker und Liedbegleiter. 2016 gründete Daniel Barenboim gemeinsam mit dem Geiger Michael Barenboim und dem Cellisten Kian Soltani ein Trio, das erstmals im Sommer 2016 Konzerte im Teatro Colón in Buenos Aires gab. In der Spielzeit 2017/18 hat das Trio sämtliche Klaviertrios von Beethoven im Pierre Boulez Saal zur Aufführung gebracht, gepaart mit zeitgenössischen Kompositionen. Bei den Salzburger Festspielen ist er ebenfalls mit den Beethoven’schen Klaviertrios zu Gast.

Für seine künstlerische und kulturpolitische Arbeit wurde Barenboim vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Prinz-von-Asturien-Preis und der Buber-Rosenzweig-Medaille, mit dem Robert-Schumann-Preis, dem Ernst von Siemens Musikpreis, dem japanischen Praemium Imperiale und mit der Moses Mendelssohn Medaille. 2010 folgten ein Ehrendiplom für Musik von der Royal Academy of Music in London, der Deutsche Kulturpreis für sein musikalisches Lebenswerk sowie der Preis des Westfälischen Friedens. Zudem wurde er mit dem Herbert von Karajan Musikpreis, der Otto-Hahn-Friedensmedaille, mit dem Willy-Brandt-Preis sowie mit dem Titel Officier dans l’Ordre national de la Légion d’honneur geehrt und erhielt den Outstanding Musician Award of the Critics’ Circle. Königin Elizabeth II. schlug ihn zum Ritter (KBE); und 2015 wurde Daniel Barenboim in den Orden Pour le mérite aufgenommen.

Als Autor veröffentlichte er seine Autobiografie Die Musik – mein Leben, Parallelen und Paradoxien (gemeinsam mit Edward Said), Klang ist Leben – Die Macht der Musik, Dialoghi su musica e teatro – Tristano e Isotta (mit Patrice Chéreau) und zuletzt Musik ist alles und alles ist Musik – Erinnerungen und Einsichten.

www.danielbarenboim.com

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Daniel Barenboim Dirigent
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