Carlo Vistoli

Countertenor

© Daniele Ratti

Quelle: Skill & Music

Carlo Vistoli begann seine Gesangsausbildung 2007 bei William Matteuzzi und Sonia Prina und gab 2012 sein Bühnendebüt in Dido & Aeneas. Er wurde bei mehreren internationalen Gesangswettbewerben ausgezeichnet, darunter mit dem „Premio Farinelli” beim Concorso di Canto Città di Bologna 2012 und dem ersten Preis beim „Renata Tebaldi” (Barocksektion) 2013 in San Marino.
2015 wurde er für „Le Jardin de Voix“ unter der Leitung von William Christie ausgewählt, mit dem er seitdem zusammenarbeitet. Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen Händels Giulio Cesare in Egitto in Shanghai, Caldaras Dafne in Venedig, Händels Agrippina in Brisbane (für die er einen Helpmann Award erhält) und Cavallis Erismena unter Leonardo García Alarcón in Aix-en-Provence. 2017 nahm er an John Eliot Gardiners Projekt Monteverdi450 teil, das international auf Tournee ging. In jüngerer Zeit war er an Produktionen wie Vivaldis Orlando furioso am La Fenice in Venedig, Monteverdis L’incoronazione di Poppea bei den Salzburger Festspielen, Artaserse von Hasse in Sydney, La Finta pazza von Sacrati mit Alarcón in Dijon, Orfeo ed Euridice von Gluck in der Inszenierung von Robert Carsen an der Oper in Rom und Semele von Händel mit Gardiner in Paris, London und Mailand (Teatro alla Scala).
2021 sang er Händels Rinaldo in Lausanne, debütierte in der Titelrolle von Giulio Cesare in Egitto unter Andrea Marcon in Basel und Madrid und wirkte in Cavalieris La Rappresentatione di Anima et di Corpo am Theater an der Wien mit (mit Antonini und Carsen). Darüber hinaus sang er Pergolesis Stabat Mater auf Tournee mit Cecilia Bartoli und Gianluca Capuano und debütierte als Polinesso in Händels Ariodante in der Inszenierung von David Alden am Bolschoi-Theater in Moskau.

Höhepunkte der Saison 2021/22 waren zwei Neuproduktionen von Damiano Michieletto, Orfeo ed Euridice an der Komischen Oper Berlin und Tolomeo in Giulio Cesare in Egitto am Théâtre des Champs-Elysées in Paris unter der Leitung von Philippe Jaroussky sowie Xerse von Cavalli beim Festival della Valle d’Itria in Martina Franca, Ruggiero in Händels Alcina an der Seite von Cecilia Bartoli in Florenz (mit Capuano und Michieletto) und sein Debüt als Nerone in L’incoronazione di Poppea an der Staatsoper Berlin unter der Leitung von Jean-Christophe Spinosi, mit dem er 2023 auch die Titelrolle in Vivaldis Orlando furioso im Théâtre des Champs-Elysées sang. Im selben Jahr war er im Festspielhaus Baden-Baden in Händels Trionfo del Tempo e del Disinganno mit den Berliner Philharmonikern und Emmanuelle Haïm und an der Opéra du Rhin in L’incoronazione di Poppea zu sehen und kehrte in Semele an die Komische Oper Berlin zurück.
In der Saison 2023/2024 kehrte er als Farnace in Mozarts Mitridate an die Staatsoper Berlin zurück und sang erneut Orfeo in Carsens Inszenierung in Valencia. Außerdem sang er die beiden Titelrollen in Rinaldo und Giulio Cesare, letztere an der Seite von Cecilia Bartoli, auf Europatournee und am Théâtre des Champs-Elysées und debütierte an der San Francisco Opera als Arsace in Händels Partenope. Darüber hinaus debütierte er an der Wiener Staatsoper in Giulio Cesare in Egitto, sang am Teatro alla Scala in Mailand zum ersten Mal Alidoro in Cestis Orontea sowie beim Verdi-Festival in Parma in Monteverdis Il combattimento di Tancredi e Clorinda.
2025 kehrt er in einer Neuproduktion von Alcina in der Regie von Pierre Audi und unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini an die Oper Rom sowie in der neuen Oper Il nome della rosa von Francesco Filidei unter Ingo Metzmacher in der Regie von Michieletto an das Teatro alla Scala zurück. Außerdem gab er sein Debüt als Athamas in Händels Semele am Royal Opera House, Covent Garden (eine Produktion, an der er auch am TCE in Paris mitwirkte). Zum ersten Mal war er zudem Protagonist beim Innsbrucker Festival für Alte Musik und beim Barockopernfestival in Bayreuth.
Im Herbst 2025 begibt er sich auf eine Europatournee, zunächst mit dem Ensemble Artaserse und Philippe Jaroussky, später mit Emmanuelle Haïm, Emőke Baráth und Le Concert d’Astrée. Im Januar 2026 kehrt er an das Théâtre des Champs-Élysées zurück, um dort erstmals die Titelrolle in Vivaldis Tamerlano in Konzertform zu singen (mit Noally und Les Accents). Außerdem eröffnet er die neue Spielzeit am Teatro Regio di Parma mit einer neuen Inszenierung von Glucks Orfeo ed Euridice in der Regie von Shirin Neshat und der Leitung von Fabio Biondi. Zu den Höhepunkten des nächsten Jahres zählen sein Debüt in der Titelrolle von Rossinis Tancredi in einer Neuproduktion von Emma Dante an der Opera di Roma unter Michele Mariotti, sein erster Auftritt am Opernhaus Zürich in Händels Giulio Cesare in Egitto, sein Debüt im Rai Auditorium in Turin beim Osterkonzert mit dem Rai National Symphony Orchestra und seine Rückkehr zu den Salzburger Festspielen in einem Konzert.

Carlo Vistoli wurde von den italienischen Musikkritikern mit dem Premio „Franco Abbiati” (43. Ausgabe) als bester Sänger des Jahres 2023 ausgezeichnet. Außerdem gewann er 2024 den „Jan Shrem and Maria Manetti Shrem Emerging Stars Competition” der San Francisco Opera.

Er hat für Alpha, Brilliant, Erato, Harmonia Mundi, Ricercar, Soli Deo Gloria und andere Labels aufgenommen, seine ersten drei Solo-Recitals wurden bei Arcana veröffentlicht. Seine letzte Solo-CD, „Sacro furore”, ist den geistlichen Werken Vivaldis gewidmet und markiert seine neue Zusammenarbeit mit dem Label Harmonia Mundi.

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Stand: Dezember 2025

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