Carlo Vistoli
Countertenor
Der italienische Countertenor Carlo Vistoli begann seine Gesangsausbildung 2007 bei William Matteuzzi, studierte am Conservatorio Frescobaldi Ferrara bei Sonia Prina und gab 2012 sein Bühnendebüt in Dido and Aeneas. 2015 wurde er für die Académie Le Jardin des Voix unter der Leitung von William Christie ausgewählt und arbeitet seitdem regelmäßig mit ihm zusammen. 2017 nahm er an John Eliot Gardiners Projekt Monteverdi 450 teil, das international auf Tournee ging und gab als Ottone in L’incoronazione di Poppea sein Debüt bei den Salzburger Festspielen.
In der Saison 2025/26 war er in Shirin Neshats Neuinszenierung von Glucks Orfeo ed Euridice am Teatro Regio di Parma zu erleben, kehrte in der Titelrolle von Vivaldis Tamerlano an das Théâtre des Champs-Élysées zurück und ging mit dem Ensemble Artaserse unter Philippe Jaroussky sowie mit Pergolesis Stabat mater gemeinsam mit Emőke Baráth, Le Concert d’Astrée und Emmanuelle Haïm auf Europatournee. Zudem gab er sein Rollendebüt als Rossinis Tancredi am Teatro dell‘Opera in Rom sowie sein Hausdebüt in Giulio Cesare in Egitto am Opernhaus Zürich.
Zu früheren Auftritten zählten Pierre Audis Neuproduktion von Alcina unter Rinaldo Alessandrini, Glucks Orfeo ed Euridice in der Regie von Robert Carsen in Rom, Francesco Filideis neue Oper Il nome della rosa unter Ingo Metzmacher an der Mailänder Scala, sein Debüt als Athamas (Semele) an der Royal Opera, Covent Garden, Ruggiero in Vivaldis Orlando furioso am Teatro La Fenice, Nerone (L’incoronazione di Poppea) unter Jean-Christophe Spinosi an der Berliner Staatsoper, Cavalieris Rappresentatione di anima et di corpo am MusikTheater an der Wien und Polinesso (Ariodante) am Bolschoi-Theater in Moskau. Zudem sang er Idraspe in Cavallis Erismena unter Leonardo García Alarcón beim Festival d’Aix-en-Provence, Ruggiero (Alcina) beim Maggio Musicale Fiorentino und war beim Innsbrucker Festival für Alte Musik und Bayreuth Baroque zu Gast.
Nach Aufnahmen mit diversen Labels wie Alpha und Erato, markiert seine jüngste Solo-CD, Vivaldi: Sacro furore, die neue Zusammenarbeit mit harmonia mundi.
Carlo Vistoli wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2012 der Premio Farinelli in Bologna, der Erste Preis bei der Renata Tebaldi International Voice Competition 2013 und der Premio della critica musicale „Franco Abbiati“ 2023.