Biografie

Berliner Philharmoniker

Stand: August 2018

Die Berliner Philharmoniker, 1882 als Orchester in Selbstverwaltung gegründet, zählen zu den bedeutendsten Klangkörpern der Welt.

Erster Chefdirigent von 1887 bis 1892 wurde Hans von Bülow. Unter der Leitung von Arthur Nikisch erweiterte sich das Repertoire beträchtlich um Werke von Bruckner, Tschaikowski, Mahler, Strauss, Ravel und Debussy. Ihm folgte 1922 Wilhelm Furtwängler, der die Schwerpunkte des Repertoires u. a. auf Werke der Klassik und der deutschen Romantik legte, aber auch zeitgenössische Kompositionen von Igor Strawinsky, Béla Bartók oder Sergej Prokofjew ins Programm aufnahm. 1955 übernahm Herbert von Karajan die Leitung. Unter ihm erlangten die Berliner Philharmoniker mit Tourneen und vielen preisgekrönten Aufnahmen weltweiten Ruhm. Von 1989 bis 2002 setzte Claudio Abbado als Chefdirigent programmatisch neue Akzente, vor allem mit zeitgenössischen Kompositionen, zusätzlichen Kammermusikreihen und konzertanten Opernaufführungen. Ihm folgte Simon Rattle, der die Leitung des Orchesters von September 2002 bis zum Ende der Saison 2017/18 innehatte.

Während seiner Amtszeit wurde das Orchester in eine öffentlich-rechtliche Stiftung umgewandelt, vor allem jedoch das Education-Programm der Berliner Philharmoniker ins Leben gerufen, mit dem sich das Orchester breiteren und vor allem jüngeren Publikumsschichten zuwendet. Für dieses Engagement wurden die Berliner Philharmoniker und Simon Rattle im November 2007 zu Internationalen UNICEF-Botschaftern ernannt, eine Auszeichnung, die erstmals einem künstlerischen Ensemble zuteilwurde.

Im Frühjahr 2012 spielten die Berliner Philharmoniker zum letzten Mal bei den Osterfestspielen Salzburg. Im Jahr darauf startete ein neues Festival des Orchesters, die Osterfestspiele der Berliner Philharmoniker Baden-Baden. 2014 gründeten sie ihr eigenes Label: Berliner Philharmoniker Recordings. Ziel ist es, herausragende Konzerte des Orchesters in Editionen zu dokumentieren, die technisch und editorisch höchsten Ansprüchen genügen. Zu den bisherigen Veröffentlichungen zählen u.a. ein von der Kritik gefeierter Zyklus sämtlicher Symphonien von Ludwig van Beethoven unter der Leitung von Simon Rattle sowie die Dokumentation von Rattles letzter Asien-Reise als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.

Am 21. Juni 2015 wurde Kirill Petrenko im Rahmen einer Orchesterversammlung mit großer Mehrheit zum neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker in der Nachfolge von Simon Rattle gewählt. Mit der Saison 2019/20 tritt er sein Amt an.

Gefördert wird die Stiftung Berliner Philharmoniker durch das großzügige Engagement der Deutschen Bank als Hauptsponsor. Mit ihr konnten die Berliner Philharmoniker im Januar 2009 auch ein neues, innovatives Projekt starten: die Digital Concert Hall, die die Konzerte des Orchesters live im Internet präsentiert.

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