Biografie

André Richard

Stand: August 2019

André Richard ist Interpret von live-elektronischer Musik, Dirigent und Komponist. Er studierte in Genf (Gesang, Musiktheorie und Komposition) sowie bei Klaus Huber und Brian Ferneyhough in Freiburg im Breisgau (Komposition). Bei Hans Peter Haller, im SWR Experimentalstudio und am IRCAM in Paris vertiefte er seine Studien im Bereich der elektronischen Musik. Er unterrichtete am Conservatoire de musique de Genève sowie an der Hochschule für Musik Freiburg und war an der Leitung des dort ansässigen Instituts für Neue Musik beteiligt.

In den 1980er-Jahren arbeitete er eng mit Luigi Nono zusammen und gründete den Solistenchor Freiburg, dessen Künstlerischer Leiter er von 1984 bis 2005 war. Seine Einspielungen u. a. mit dem Solistenchor und dem Experimentalstudio von Luigi Nonos Das atmende Klarsein und Io, frammento dal Prometeo erhielten 2004 den Preis der deutschen Schallplattenkritik.

Von 1989 bis 2005 stand André Richard als Künstlerischer Leiter dem SWR Experimentalstudio vor, wo er u. a. die technologische Weiterentwicklung engagiert vorantrieb. Mit Komponisten, Interpreten und dem Team des Studios hat er zahlreiche bedeutende neue Werke mit integrierten live-elektronischen Mitteln erarbeitet und war als Klangregisseur und Dirigent international tätig.

Bei den Salzburger Festspielen realisierte er 1993 bzw. 1995 das Raumklangkonzept und die Klangregie für die Aufführungen von Nonos Prometeo – Tragedia dell’ascolto und Caminantes … Ayacucho, später wirkte er u. a. bei der Relaisierung von Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern (2002) sowie Karlheinz Stockhausens Helikopter-Streichquartett (2003) und Mixtur (2006) mit. Bei den von Ingo Metzmacher dirigierten Aufführungen von Nonos Al gran sole carico d’amore (2009) zeichnete er ebenfalls für die Klangregie verantwortlich.

Als freischaffender Interpret gastiert André Richard seit 2006 bei vielen internationalen Festivals und in renommierten Konzertsälen, um Raumklang-Kompositionen aufzuführen, u. a. im Teatro La Fenice, in der Mailänder Scala, der New Yorker Carnegie Hall, der Tokyo Opera City Concert Hall, beim Lucerne Festival, in der Philharmonie de Paris, der Berliner Philharmonie und im Teatro Colón in Buenos Aires.

André Richard ist Träger des Reinhold-Schneider-Preises der Stadt Freiburg (1990), des Preises der Christoph und Stephan Kaske Stiftung (1994) sowie des Europäischen Kulturpreises für Neue Musik (1998).

mehr dazu weniger anzeigen