© SF / Monika Rittershaus
Ich hörte, daß es in der Welt mehr Zeit als Verstand gibt, aber daß uns die Augen zum Sehen gegeben sind.
Ingeborg Bachmann
PFINGSTFESTSPIELE 2021

Zur Produktion

Gedanken an die Zukunft trüben den selbstverliebten Blick der Bellezza, der Schönheit, in ihren „treuen Spiegel“. Doch warum sich unnötig mit unbequemen Dingen wie der Vergänglichkeit abgeben? Lieber das Hier und Jetzt genießen, ermuntert Piacere, das Vergnügen, mit dem Bellezza einen Bund schließt. Viel später, als dieser endgültig zerbrochen ist, gesteht Piacere, er nähre sich einzig von „inganno“, von Täuschung: Keine Neuigkeit für Bellezza, denn längst haben sich Disinganno, die „Ent-Täuschung“ im Sinne von Erkenntnis, und Tempo, die Zeit, zusammengetan, um Bellezzas Sehnsucht von flüchtigen auf dauerhaftere Güter, ihren Blick von der Oberfläche auf die Essenz des Daseins zu lenken. Doch der Weg zum „Spiegel der Wahrheit“ ist dornenreich und fortwährenden Verlockungen des Piacere ausgesetzt …
Händel vertonte in seinem ersten Oratorium Il trionfo del Tempo e del Disinganno (1707) ein Libretto des einflussreichen Kardinals Benedetto Pamphilj, der ihn seit seiner Ankunft in Rom mit Aufträgen förderte. Trotz des religiös-allegorischen Konzepts erzählt Pamphilj die Geschichte der Bellezza mit einer psychologischen Wirklichkeitsnähe, die den 22-jährigen Händel hörbar beflügelte: Seine Musik mit ihrer neuen Affektivität und gestischen Prägnanz macht aus dem Trionfo ein unmittelbar berührendes, zutiefst menschliches Jedermann-Drama.

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22. Mai 2021
Il trionfo del Tempo e del Disinganno | Pfingstfestspiele 2021
Dauer

ca. 2 h 10 Min.

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