Biografie

Zubin Mehta

Stand: Mai 2021

Zubin Mehta wurde 1936 in Bombay geboren und erhielt von seinem Vater Mehli Mehta, einem bekannten Geiger und dem Gründer des Bombay Symphony Orchestra, seine erste musikalische Ausbildung. Nach zwei Semestern Medizinstudium konzentrierte er sich ganz auf die Musik und absolvierte an der Wiener Musikakademie bei Hans Swarowsky eine Dirigentenausbildung. 1958 gewann er den Internationalen Dirigentenwettbewerb von Liverpool und war Preisträger der Akademie in Tanglewood. Bereits 1961 hatte er die Wiener und die Berliner Philharmoniker sowie das Israel Philharmonic Orchestra dirigiert; mit allen drei Klangkörpern feierte er kürzlich die 50-jährige musikalische Zusammenarbeit.
Zubin Mehta war Musikdirektor des Montreal Symphony Orchestra (1961–1967) und des Los Angeles Philharmonic Orchestra (1962–1978). 1978 wurde er Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra; seine Ära dort währte 13 Jahre und war damit die längste in der Geschichte des Orchesters. Von 1985 bis 2017 war er Chefdirigent des Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino. Nach 50 Jahren als Musikdirektor verabschiedete er sich im Oktober 2019 vom Israel Philharmonic Orchestra und wurde zu dessen Conductor Emeritus ernannt.

Mit Tosca gab Zubin Mehta 1963 in Montreal sein Debüt als Operndirigent. Seitdem stand er am Pult der Metropolitan Opera in New York, der Wiener Staatsoper, des Royal Opera House, Covent Garden, der Mailänder Scala sowie der Opernhäuser in Chicago und Florenz. Auch bei den Salzburger Festspielen, wo er 1962 debütiert hatte, war er mehrmals als Operndirigent zu Gast. Von 1998 bis 2006 war er Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München. Im Oktober 2006 eröffnete Zubin Mehta den Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia und war dieser Institution als Präsident des Festival del Mediterrani bis 2014 verbunden. In Valencia dirigierte er u.a. den gefeierten Ring-Zyklus in der Regie von La Fura dels Baus, eine Koproduktion mit dem Teatro del Maggio Musicale Fiorentino. Weitere Produktionen des Ring leitete er in Chicago und München.

Die Liste von Zubin Mehtas Ehrungen und Auszeichnungen ist lang. Er ist u.a. Träger des Nikisch-Rings, der ihm von Karl Böhm vererbt wurde, Ehrenbürger von Florenz und Tel Aviv sowie Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper (1997), der Bayerischen Staatsoper (2006) und der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (2007). Den Titel des Ehrendirigenten verliehen ihm die Wiener Philharmoniker (2001), die Münchner Philharmoniker (2004), das Los Angeles Philharmonic Orchestra (2006), das Teatro del Maggio Musicale Fiorentino (2006), das Bayerische Staatsorchester (2006), die Staatskapelle Berlin (2014) und das Teatro San Carlo in Neapel (2016). Seit 2019 ist er Conductor Emeritus nicht nur des Israel Philharmonic Orchestra, sondern auch des Los Angeles Philharmonic Orchestra.

2008 wurde Zubin Mehta vom japanischen Kaiserhaus mit dem Praemium Imperiale ausgezeichnet, 2011 wurde ihm ein Stern auf dem Hollywood Boulevard gewidmet und 2012 erhielt er den Deutschen Verdienstorden. Die Regierung Indiens zeichnete ihn 2013 mit dem Tagore Award for Cultural Harmony aus – ein Preis, der im Jahr davor erstmals an Ravi Shankar vergeben worden war.

Die Förderung junger Talente auf der ganzen Welt liegt Zubin Mehta sehr am Herzen. Gemeinsam mit seinem Bruder Zarin gründete er in Bombay die Mehli Mehta Music Foundation und unterstützt fortwährend deren Arbeit, Kinder an die klassische westliche Musik heranzuführen. Die Buchmann-Mehta School of Music in Tel Aviv unterrichtet junge israelische Musiker und ist eng mit dem Israel Philharmonic Orchestra verbunden; inzwischen sind zahlreiche Absolventen der Schule Mitglieder des Orchesters. Gleiches gilt auch für ein neues Projekt, in dem junge arabische Israelis in Schefa-Amr und Nazareth sowohl von dortigen Lehrern als auch von Mitgliedern des IPO unterrichtet werden.

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Zubin Mehta Dirigent
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