Valery Tscheplanowa
Schauspielerin
Valery Tscheplanowa, 1980 in Kasan (Russland) geboren, kam mit acht Jahren nach Deutschland und studierte von 2002 bis 2006 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin; danach war sie festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin, wo sie erstmals mit Dimiter Gotscheff arbeitete.
Von 2009 bis 2013 war Valery Tscheplanowa am Schauspiel Frankfurt engagiert und traf dort auf René Pollesch, Andreas Kriegenburg und Michael Thalheimer. 2013 gab sie ihr Debüt am Residenztheater München in Dimiter Gotscheffs Inszenierung von Heiner Müllers Zement und war dort u.a. in der Titelrolle von Goethes Torquato Tasso (Regie: Philipp Preuss), als Franz Moor in Schillers Die Räuber (Regie: Ulrich Rasche) und in der Titelrolle von Sophokles’ Antigone (Regie: Hans Neuenfels) zu sehen; in The Dark Ages (2015) arbeitete sie erstmals mit Milo Rau zusammen.
2017 spielte sie an der Berliner Volksbühne Gretchen, Helena und Sorge in Frank Castorfs Faust-Inszenierung; 2020 sang und spielte sie an der Hamburgischen Staatsoper in Castorfs Inszenierung von Kurt Weills Die sieben Todsünden unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano.
Parallel zu ihrer Theaterarbeit dreht Valery Tscheplanowa regelmäßig für Film und Fernsehen mit namhaften Regisseur·innen wie Andreas Dresen, Dominik Graf, Jan Schomburg, Christian Schwochow, Rick Ostermann, Sherry Hormann und Kilian Riedhof.
Für ihre Arbeit wurde sie u.a. mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis, dem Ulrich-Wildgruber-Preis und dem Kunstpreis Berlin ausgezeichnet. 2017 wurde sie von Theater heute zur „Schauspielerin des Jahres“ gewählt. Sie ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Bei den Salzburger Festspielen war Valery Tscheplanowa 2018 zum ersten Mal in Ulrich Rasches Inszenierung von Aischylos’ Die Perser zu sehen, die mit dem Nestroy-Theaterpreis 2018 als „Beste Aufführung im deutschsprachigen Raum“ ausgezeichnet wurde; 2019 war sie die Buhlschaft an der Seite von Tobias Moretti in Jedermann, 2023 als Nathan in Ulrich Rasches Inszenierung von Lessings Nathan der Weise und 2024 in der Lesung Orpheus sprengt die Grenzen in Salzburg zu erleben.
Seit 2023 ist Valery Tscheplanowa auch als Autorin tätig. Im August 2023 erschien ihr erster, autobiografisch inspirierter Roman Das Pferd im Brunnen und 2025 ihr Roman Ist es Liebe (Rowohlt Verlag Berlin).