Biografie

Tobias Moretti

Stand: Mai 2019

Tobias Moretti studierte zunächst Musik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Nach seiner Theaterausbildung an der Otto Falckenberg Schule in München wechselte er noch während seines ersten Engagements am Staatstheater Hannover zu Frank Baumbauer an das Residenztheater München. Ab 1986 war er Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Dort feierte er Erfolge u. a. in Shakespeares Troilus und Cressida, Fassbinders Katzelmacher und Achternbuschs Der Frosch. Nach ersten Gastspielen in Wien debütierte er 1995 am Burgtheater /Akademietheater in Tschechows Der Heiratsantrag.

2001 übernahm Tobias Moretti die Hauptrolle in der Uraufführung von Botho Strauß’ Pancomedia am Schauspielhaus Bochum (Regie: Matthias Hartmann). Er spielte den Mozart in der Uraufführung von Peter Turrinis Da Ponte in Santa Fe (Regie: Claus Peymann, Koproduktion mit dem Berliner Ensemble, 2002) sowie die Titelrolle in Martin Kušejs Inszenierung von Grillparzers König Ottokar, die bis 2009 am Wiener Burgtheater zu sehen war. Von 2009 bis 2012 war Tobias Moretti als Faust (Regie: Matthias Hartmann) am Burgtheater zu sehen. Am Residenztheater München spielte er von 2011 bis 2014 den Friedrich Hofreiter in Schnitzlers Das weite Land sowie von 2012 bis 2016 den Grenzjäger in Karl Schönherrs Weibsteufel (Regie: Martin Kušej). In Kušejs Inszenierung der Entführung aus dem Serail beim Festival d’Aix-en-Provence 2015 war er Bassa Selim. 2016 war er in Brecht/Weills Die Dreigroschenoper als Macheath am Theater an der Wien zu sehen und zu hören (Musikalische Leitung: Johannes Kalitzke, Regie: Keith Warner). 2018 feierte Luk Percevals Inszenierung Rosa oder Die barmherzige Erde nach Dimitri Verhulst und William Shakespeare mit Tobias Moretti in der Rolle des Désiré/Romeo am Wiener Akademietheater ihre Uraufführung.

2001 führte Tobias Moretti erstmals Regie bei der Opernproduktion Don Giovanni in Bregenz. 2009 inszenierte er am Theater an der Wien Haydns Il mondo della luna (Dirigent: Nikolaus Harnoncourt). Mit Nikolaus Harnoncourt gab es zuvor bereits zwei Mozart-Produktionen, 2005 dessen Zaide im Salzburger Festspielhaus im Rahmen der Mozartwoche und 2006 am Opernhaus Zürich La finta giardiniera.

Seit Anfang der Neunzigerjahre ist Tobias Moretti kontinuierlich für Film und Fernsehen tätig: Nach einem Serienausflug folgten zahlreiche Spielfilme, darunter Workaholic (Regie: Sharon von Wietersheim), Krambambuli (Regie: Xaver Schwarzenberger), Todfeinde (Regie: Oliver Hirschbiegel), Schwabenkinder (Regie: Jo Baier), Jürgen Flimms Adaption von Kleists Käthchen von Heilbronn oder Jud Süß – Film ohne Gewissen (Regie: Oskar Röhler). Dazu kamen Fernsehspiele wie The Return of the Dancing Master (Regie: Urs Egger), seine Hitler-Darstellung in Heinrich Breloers Dokudrama Speer und Er und Das jüngste Gericht (Regie: Urs Egger, mit Christoph Waltz). Zu den Fernsehproduktionen der letzten Jahre zählen Mobbing (Regie: Nicole Weegmann), Das Zeugenhaus (Regie: Matti Geschonneck), Alles Fleisch ist Gras (Regie: Reinhold Bilgeri), Im Namen meines Sohnes (Regie: Damir Lukacevic), Andreas Prochaskas ORF-Dreiteiler Maximilian. Das Spiel von Macht und Liebe sowie dessen Spuren des Bösen – Wut und Bad Banks (Regie: Christian Schwochow), zuletzt 2018 der Landkrimi Achterbahn (Regie: Wolfgang Murnberger).

Zu Tobias Morettis Kinoarbeiten der letzten Jahre zählen Das finstere Tal (Regie: Andreas Prochaska), Hirngespinster (Regie: Christian Bach), Der Vampir auf der Couch (Regie: David Rühm), Das ewige Leben und Luis Trenker – Der schmale Grat der Wahrheit (Regie: Wolfgang Murnberger) sowie Die Hölle – Inferno (Regie: Stefan Ruzowitzky). 2016 arbeitete er mit Terrence Malick am internationalen Spielfilm A Hidden Life über Franz Jägerstätter; 2017 drehte er den Kinofilm Gipsy Queen (Regie: Hüseyin Tabak); 2018 spielte er den Macheath in Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm (Regie: Joachim A. Lang).

Zu den zahlreichen nationalen und internationalen Preisen, Auszeichnungen und Nominierungen, die Tobias Moretti in über 30 Jahren erhalten hat, zählen der Bayerische Filmpreis (1995, 2013), der Bayerische Fernsehpreis (1999), der Grimme-Preis (2000, 2002) sowie mehrfache Nominierungen und Auszeichnungen mit dem österreichischen Film- und Fernsehpreis Romy, zuletzt 2017. 2005 wurde ihm für seine Darstellung des Ottokar der Gertrud-Eysoldt-Ring der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste verliehen. 2014 erhielt er den Deutschen Filmpreis Lola, 2015 den Großen Schauspielpreis der Diagonale sowie den deutschen Medien- und Fernsehpreis Bambi in der Kategorie „Schauspieler national“; 2016 wurde Tobias Moretti „Österreicher des Jahres“ in der Kategorie „Kulturerbe“.

Bei den Salzburger Festspielen spielte Tobias Moretti von 2002 bis 2005 den Guten Gesell/Teufel im Jedermann; 2005 hatte Grillparzers König Ottokars Glück und Ende Premiere auf der Perner-Insel; 2013 gab er hier den Bassa Selim in Mozarts Die Entführung aus dem Serail (Regie: Adrian Marthaler). Seit 2017 ist er bei den Salzburger Festspielen als Jedermann zu sehen.

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Tobias Moretti Schauspieler
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Salzburger Festspiele 2018 Jedermann Tobias Moretti Ensemble
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Salzburger Festspiele 2018 Jedermann Christoph Franken Mammon Tobias Moretti
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