Biografie

Thomas Ostermeier

Stand: Mai 2019

Thomas Ostermeier wurde 1968 in Soltau geboren und wuchs in Landshut auf. Bereits während des Regie-Studiums an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin von 1992 bis 1996 war er u. a. Schauspieler beim Faust-Projekt von Einar Schleef an der Hochschule der Künste Berlin und 1993/94 Assistent und Schauspieler bei seinem Dozenten Manfred Karge in Weimar und am Berliner Ensemble. 1995 kam seine Studioinszenierung Die Unbekannte von Alexander Blok nach Wsewolod Meyerholds Biomechanik heraus, 1996 folgte seine Diplominszenierung Recherche Faust/Artaud am bat-Studiotheater. Von 1996 bis 1999 war Thomas Ostermeier Künstlerischer Leiter der Baracke am Deutschen Theater Berlin, seit 1999 ist er Künstlerischer Leiter der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin. Er erlangte sowohl durch die Entdeckung neuer Dramatik wie für seine sozialkritischen Inszenierungen klassischer Dramen internationale Bekanntheit. Neben seiner Arbeit an der Schaubühne führt er auch an zahlreichen anderen Theatern Regie und wird mit seinen Inszenierungen weltweit zu Festivals eingeladen, darunter mehrfach zum Berliner Theatertreffen und zum Festival d’Avignon.

Zu seinen Regiearbeiten an der Schaubühne in den letzten Jahren zählen u. a. Arthur Schnitzlers Professor Bernhardi, Ödön von Horváths Italienische Nacht, Rückkehr nach Reims nach Didier Eribon, Im Herzen der Gewalt von Édouard Louis und 2019 die Uraufführung von abgrund von Maja Zade.

2000 erhielt Thomas Ostermeier den Europäischen Theaterpreis „Neue Theatrale Realitäten“ in Taormina. 2003 wurde seine Inszenierung von Ibsens Nora mit dem Nestroy-Preis sowie dem Politika-Preis im Rahmen des internationalen Belgrader Theaterfestivals BITEF ausgezeichnet; 2006 erhielt Hedda Gabler den Publikumspreis der Theatergemeinde Berlin; 2009 wurde seine Inszenierung von John Gabriel Borkman in Frankreich mit dem Grand Prix de la Critique und Hamlet mit dem Barcelona Critics Prize ausgezeichnet. 2011 gewann Hamlet in Chile den Kritikerpreis als „Beste internationale Inszenierung“ und Maß für Maß erhielt den Friedrich-Luft-Preis als „Beste Berliner Theateraufführung“. 2016 wurde Hamlet als „Beste internationale Produktion“ auf dem FADJR International Theater Festival in Teheran ausgezeichnet, 2017 erhielt Thomas Ostermeier für seine Inszenierung von Richard III. den Premio della Critica Teatrale.

2004 wurde Thomas Ostermeier zum Artiste Associé des Festival d’Avignon berufen, 2009 vom französischen Kulturministerium zum Officier des Arts et des Lettres ernannt und 2011 mit dem Goldenen Löwen der Biennale Venedig für sein Lebenswerk ausgezeichnet. 2012 verlieh ihm das 18. Istanbul Theatre Festival den Ehrenpreis; 2015 folgte die Ernennung zum Commandeur des Arts et des Lettres durch das französische Kulturministerium; 2016 wurde ihm für seine Verdienste um das europäische Theater die Ehrendoktorwürde der University of Kent verliehen; 2018 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Bei den Salzburger Festspielen inszenierte Thomas Ostermeier im Jahr 2000 Jon Fosses Der Name, 2011 folgte seine Inszenierung von William Shakespeares Maß für Maß in der Übersetzung von Marius von Mayenburg.

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Thomas Ostermeier Regie Regisseur
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