Renaud Capuçon
Geiger
Der französische Geiger Renaud Capuçon gilt nicht nur als einer der führenden Solisten und Kammermusiker mit weitgespanntem Repertoire, sondern ist auch als Dirigent, Festivalleiter und Pädagoge aktiv. Geboren in Chambéry, wurde er mit 14 Jahren am Pariser Conservatoire aufgenommen und studierte im Anschluss in Berlin bei Thomas Brandis und Isaac Stern. 1997 ernannte ihn Claudio Abbado zum Konzertmeister des Gustav Mahler Jugendorchesters.
Er konzertierte mit führenden Orchestern wie den Berliner, Münchner und Wiener Philharmonikern, dem New York Philharmonic, dem London Symphony Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Boston Symphony Orchestra und dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra unter Dirigenten wie Daniel Barenboim, Christoph von Dohnányi, Bernard Haitink, Daniel Harding, Paavo Järvi und Yannick Nézet-Séguin.
Höhepunkte der Saison 2025/26 beinhalteten Auftritte mit dem Gewandhausorchester Leipzig, der Staatskapelle Berlin und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie eine Europatournee mit dem Budapest Festival Orchestra. Als Dirigent ging er mit dem Chamber Orchestra of Europe auf Tournee und gab seine Debüts bei den Hamburger Symphonikern und mit dem Orchestra of St. Luke’s in der Carnegie Hall.
Seit 2021 ist er Künstlerischer Leiter des Orchestre de Chambre de Lausanne. Zudem hat er die Künstlerische Leitung der Sommets Musicaux de Gstaad und der Rencontres Musicales d’Évian sowie des 2013 von ihm gegründeten Festival de Pâques in Aix-en-Provence inne. Er hat Frankreich bei prestigeträchtigen Veranstaltungen vertreten, darunter 2024, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Cellisten Gautier Capuçon, bei der Wiedereröffnung der Kathedrale Notre-Dame de Paris.
Mit seinen Kammermusikpartner·innen, darunter Nicholas Angelich, Martha Argerich, Yuri Bashmet, Yefim Bronfman, Khatia Buniatishvili, Hélène Grimaud, Igor Levit, Yo-Yo Ma, Maria João Pires, Kian Soltani, Daniil Trifonov und Yuja Wang, ist er regelmäßig bei den Festivals in Edinburgh, Berlin, Luzern, Verbier, Tanglewood und Salzburg zu erleben.
Als Exklusivkünstler bei Erato / Warner Classics legte er eine umfangreiche Diskografie vor. 2022 wechselte er zu Deutsche Grammophon. Zu seinen Veröffentlichungen zählen mehrere Alben mit Werken von Mozart und Fauré sowie ein Kompendium mit Werken von Richard Strauss (2025).
Seit 2014 unterrichtet Renaud Capuçon an der Hochschule für Musik in Lausanne. 2011 wurde er zum Chevalier de l’Ordre national du Mérite und 2016 zum Chevalier de la Légion d’honneur ernannt.
Renaud Capuçon spielt die Guarneri-Violine „Panette“ von 1737, die zuvor Isaac Stern gehörte.