Biografie

Martin Schwab

Stand: Juli 2019

Martin Schwab wurde 1937 in Möckmühl geboren und studierte Schauspiel an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin, ehe er 1962 an das Max Reinhardt Seminar in Wien wechselte. Es folgten Engagements am Oldenburgischen Staatstheater, Theater Ulm, Staatstheater Stuttgart, Schauspielhaus Bochum und Schauspiel Frankfurt. 1986 debütierte Schwab am Wiener Burgtheater in der Rolle des Ferruccio in der Uraufführung von Thomas Bernhards Der Theatermacher (Regie: Claus Peymann, Theatertreffen 1986). Als festes Ensemblemitglied ist er dem Burgtheater seit 1987 verbunden und wirkte seither in zahlreichen Inszenierungen mit, u. a. in der Uraufführung von Bernhards Heldenplatz (Regie: Claus Peymann, 1988), Büchners Woyzeck (Regie: Achim Freyer, Theatertreffen 1990), Handkes Die Stunde, da wir nichts voneinander wußten (Regie: Claus Peymann, Wiener Festwochen 1992) sowie in Jelineks Totenauberg (Regie: Manfred Karge, 1992) und Raststätte oder Sie machens alle (Regie: Claus Peymann, 1994). 2007 war er in Dostojewskis Die Brüder Karamasow (Regie: Nicolas Stemann), 2016 in Millers Hexenjagd (Regie: Martin Kušej) zu sehen, zuletzt in der Spielzeit 2018/19 u. a. im Sommernachtstraum (Regie: Leander Haußmann), in Ein Volksfeind und Antigone(Regie: Jette Steckel) sowie in Alfred Kirchners Inszenierung von Goethes Hermann und Dorothea an der Seite von Maria Happel.
Mehrfach gastierte Martin Schwab beim Berliner Theatertreffen, u. a. 1978 mit Botho Strauß’ Trilogie des Wiedersehens (Regie: Niels-Peter Rudolph, Schauspiel Stuttgart) und Goethes Iphigenie auf Tauris (Regie: Claus Peymann, Schauspiel Stuttgart), 1996 mit Tschechows Der Kirschgarten (Regie: Peter Zadek, Wiener Burgtheater) und 2001 mit Die Möwe (Regie: Luc Bondy, Wiener Burgtheater).
Seit 1992 führen ihn Gastengagements zu den Festspielen Reichenau an der Rax. In der Regie von Alfred Kirchner spielte er dort u. a. die Titelrollen in Der Hauptmann von Köpenick und John Gabriel Borkman sowie Alfred Ill in Der Besuch der alten Dame. 2002 arbeitete er mit Claus Peymann am Berliner Ensemble zusammen, wo er den Nathan gab, 2018 folgte Peymanns Inszenierung von König Lear mit ihm in der Titelrolle am Staatstheater Stuttgart.
Martin Schwabs besondere Liebe gilt der Verbindung von Musik und Sprache, wovon zahlreiche Zusammenarbeiten mit musikalischen Ensembles zeugen.
1992 wurde Martin Schwab die Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien verliehen; 2000 erhielt er den Nestroy-Preis in der Kategorie „Beste Nebenrolle“ für seine Darstellung des Bischofs in Grillparzers Weh dem, der lügt! (Regie: Martin Kušej) am Wiener Burgtheater; 2003 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen; 2005 erhielt er den Berufstitel Kammerschauspieler; 2009 wurde er zum Ehrenmitglied des Wiener Burgtheaters ernannt.
Bei den Salzburger Festspielen war Martin Schwab u. a. in der Uraufführung von Handkes Über die Dörfer (Regie: Wim Wenders/Hannes Klett, 1982), in Bernhards Der Theatermacher (1985), Schnitzlers Der einsame Weg (Regie: Thomas Langhoff, 1987, WA 1989), Shakespeares Julius Caesar (Regie: Peter Stein, 1992), in der Uraufführung von Botho Strauß’ Das Gleichgewicht (Regie: Luc Bondy, 1993, WA 1994) und Nestroys Höllenangst (Regie: Martin Kušej, 2006) zu sehen. 1998 und 2000 gastierte er hier in der Reihe „Dichter zu Gast“; 2018 trat er in der Lesung von David Grossmans Aus der Zeit fallen auf.

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