Markus Hinterhäuser

Künstlerische Gesamtplanung 2026

SF/Neumayr

Markus Hinterhäuser wurde in La Spezia, Italien, geboren. Er studierte Klavier an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, an der Universität Mozarteum Salzburg sowie in Meisterkursen u. a. bei Elisabeth Leonskaja und Oleg Maisenberg.

Als Pianist trat er sowohl solistisch als auch in Kammerkonzerten bei den international renommierten Festivals und in den bedeutendsten Konzertsälen auf, so etwa in der Carnegie Hall, dem Wiener Musikverein und Konzerthaus sowie in der Mailänder Scala. Er gastierte u. a. bei den Salzburger Festspielen, beim Lucerne Festival, bei Wien Modern, dem Festival d’Automne, dem Holland Festival und den Berliner Festspielen. Im Bereich Liedinterpretation ist seine langjährige Zusammenarbeit mit Brigitte Fassbaender hervorzuheben. Mit dem Bariton Matthias Goerne war Markus Hinterhäuser ab 2014 mit Franz Schuberts Winterreise auf Welttournee. Diese aufsehenerregende Produktion in Zusammenarbeit mit William Kentridge wurde u. a. beim Sydney Festival, an der San Francisco Opera, in der Cité de la Musique in Paris, in Amsterdam, Aix-en-Provence, New York, Seoul sowie beim Singapore International Arts Festival und bei den Berliner Festspielen aufgeführt.

Immer wieder wirkte er auch an Musiktheaterproduktionen von Christoph Marthaler, Johan Simons und Klaus Michael Grüber mit, u. a. in den Wiener-Festwochen-Produktionen Schutz vor der Zukunft (Marthaler, 2005; Wiederaufnahme 2006; anschließend Gastspiele) und Janáčeks Tagebuch eines Verschollenen (Grüber, 2005).

Seit vielen Jahren konzentriert er sich zudem auf die Interpretation zeitgenössischer Musik, insbesondere engagiert er sich für das Werk von Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen, Morton Feldman, György Ligeti und Galina Ustwolskaja. Neben zahlreichen Rundfunk- und Fernsehaufnahmen spielte er das gesamte Klavierwerk von Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton Webern sowie Kompositionen von Morton Feldman, Luigi Nono, Giacinto Scelsi, Galina Ustwolskaja und John Cage ein. Seine vielbeachtete CD-Aufnahme von Richard Strauss’ Vier letzten Liedern mit Asmik Grigorian (Laws of Solitude) erschien im Februar 2024.

Internationales Renommee im Kulturmanagement errang er als Mitbegründer und Künstlerischer Leiter (gemeinsam mit Tomas Zierhofer-Kin) der Veranstaltungsreihe Zeitfluß, die von 1993 bis 2001 im Rahmen der Salzburger Festspiele stattfand. Bei den Wiener Festwochen begründete und leitete er gemeinsam mit Tomas Zierhofer-Kin die Reihe Zeit-Zone (2002—2004). Von 2007 bis 2011 verantwortete er das Konzertprogramm der Salzburger Festspiele, als Intendant leitete er die Saison 2011. Von 2014 bis 2016 war er Intendant der Wiener Festwochen. Im Oktober 2016 übernahm er als Intendant die Leitung der Salzburger Festspiele. Im April 2024 wurde sein Vertrag vom Kuratorium ein weiteres Mal um fünf Jahre bis September 2031 verlängert. Nach Querelen, die sich an der Nachbesetzung der vakanten Schauspielleitung, im Februar 2026 entzündet hatten, einigten sich Markus Hinterhäuser und das Kuratorium auf eine Beendigung des Vertrags. „Aufgrund unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen“, teilte das Kuratorium der Salzburger Festspiele Ende März mit, „gehen die Salzburger Festspiele und Intendant Markus Hinterhäuser ab sofort getrennte Wege.“

Markus Hinterhäuser prägte ab 1993 die Salzburger Festspiele maßgeblich mit und trug wesentlich zu ihrer hohen internationalen Reputation bei. In den letzten zehn Saisonen verantwortete er als Intendant die Geschicke der Salzburger Festspiele, die sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich als die erfolgreichsten der letzten Jahrzehnte gelten dürfen. Seine Intendanz hob mit – sowohl musikalisch als auch szenisch – ungemein berührenden und überzeugenden Umsetzungen von Mozarts La clemenza di Tito, Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk und Alban Bergs Wozzeck an. Unter seiner künstlerischen Leitung folgten herausragende und Maßstab setzende Produktionen etwa von Strauss’ Salome und Elektra, Enescus Œdipe, Janáčeks Káťa Kabanová, Mozarts Don Giovanni, Verdis Macbeth oder Martinůs Greek Passion. Die legendäre Interpretation von Mozarts Così fan tutte aus dem Pandemie-Jahr 2020 wird in der Saison 2026 – die Markus Hinterhäuser auch für das Schauspiel künstlerisch verantwortet – neu einstudiert. Legende sind zudem die höchst kunst- und fantasievollen Programmierungen der Ouverture spirituelle und der Konzertprogramme, die immer auch seine unverwechselbare Handschrift tragen.

Im Februar 2024 wurde Markus Hinterhäuser in Paris mit der Trophée Radio Classique für seine künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele ausgezeichnet. Für Der Idiot von Mieczysław Weinberg in der Regie von Krzysztof Warlikowski nahm er zuletzt die Auszeichnung als „Beste Aufführung des Jahres 2024“ bei den OPER! Awards in Brüssel entgegen. 2021 wurde Markus Hinterhäuser vom französischen Kulturministerium zum Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres ernannt, im Dezember 2024 zeichnete ihn Landeshauptmann Wilfried Haslauer mit dem Ehrenzeichen des Landes Salzburg aus.

mehr dazu weniger anzeigen
Stand: Juli 2025

Fotos und Videos

Galerie öffnen
Galerie öffnen
Galerie öffnen
Galerie öffnen
Markus Hinterhäuser
Galerie öffnen
Intendant Pianist Markus Hinterhäuser Klavier
Galerie öffnen
Galerie öffnen