Biografie

Marion Tiedtke

Stand: Mai 2021

Marion Tiedtke, geboren in Köln, studierte Philosophie, Germanistik sowie Geschichte in Freiburg und Berlin. 1988 begann sie als freie Mitarbeiterin beim Südwestfunk und Sender Freies Berlin und wurde 1989 Dramaturgieassistentin von Dieter Sturm und Wolfgang Wiens an der Schaubühne in Berlin. Als Dramaturgin war sie am Schiller Theater Berlin, Bremer Theater, Bayerischen Staatsschauspiel, Burgtheater und an den Münchner Kammerspielen engagiert. Sieben Produktionen, an denen sie beteiligt war, wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen: 1991 Märchen in Deutschland und Schillers Die Räuber (Regie: Alexander Lang, Schiller Theater), 2001 Karl Schönherrs Glaube und Heimat (Regie: Martin Kušej, Burgtheater), 2002 Jon Fosses Traum im Herbst (Regie: Luk Perceval, Münchner Kammerspiele), 2003 Aischylos’ Die Orestie, 2005 Hebbels Die Nibelungen und 2007 Tschechows Drei Schwestern (Regie: Andreas Kriegenburg, Münchner Kammerspiele). Für die Münchner Kammerspiele arbeitete Marion Tiedtke 2003 mit Luk Perceval an Shakespeares Othello, einer Produktion, die mehrfach auf internationalen Festivals vertreten war. Zwei Schauspielproduktionen, an denen sie als Dramaturgin mitgearbeitet hat, wurden als beste deutschsprachige Inszenierungen mit dem Nestroy-Preis ausgezeichnet: Die Nibelungen 2005 und Die Perser in der Inszenierung von Ulrich Rasch 2018.

Ab 2001 unterrichtete sie an der Universität München Dramaturgie sowie an der Bayerischen Theaterakademie Regie, schrieb für Fachzeitschriften und war als Herausgeberin tätig. Seit 2003 ist sie als Gastdramaturgin an der Oper tätig, u.a. für Kušejs Regiearbeiten La clemenza di Tito (Dirigent: Nikolaus Harnoncourt, Salzburger Festspiele, 2003/2006) und Lady Macbeth von Mzensk (Dirigent: Mariss Jansons, De Nederlandse Opera Amsterdam, 2006). 2009 arbeitete sie an Christof Loys Inszenierung von Tristan und Isolde an Covent Garden mit, die als beste Operninszenierung des Jahres bei den Olivier Awards ausgezeichnet wurde. 2012 übernahm sie die Dramaturgie im Ring des Nibelungen (Regie: Andreas Kriegenburg, Dirigent: Kent Nagano) an der Bayerischen Staatsoper.

Von 2007 bis 2017 leitete sie als Professorin und Ausbildungsdirektorin den Studiengang Schauspiel, von 2011 bis 2014 als Dekanin den gesamten Fachbereich Darstellende Kunst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main (HfMDK). In den Spielzeiten 2017/18 bis 2019/20 war Marion Tiedtke Stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin am Schauspiel Frankfurt. Seit Sommer 2020 ist sie wieder Ausbildungsdirektorin für Schauspiel an der HfMDK. Seit 2013 ist sie Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste und war dort von 2014 bis 2016 Jury-Mitglied zur Verleihung des Gertrud-Eysoldt-Rings sowie 2020 Mitglied der Faust-Preis-Jury.

Bei den Salzburger Festspielen zeichnete sie zuletzt 2018 in Ulrich Rasches Inszenierung von Die Perser als Dramaturgin verantwortlich.

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Marion Tiedtke Dramaturgie
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