Die Tänzerin und Choreografin Lucinda Childs, geboren 1940 in New York City, arbeitete ab 1963 am Judson Dance Theater in New York. Zehn Jahre später, 1973, gründete sie die Lucinda Childs Dance Company. Seither hat sie mehr als 50 Choreografien für Soli und Ensemble geschaffen.
1976 engagierte Robert Wilson sie als Choreografin und Solistin für seine international vielbeachtete Inszenierung von Philip Glass’ Oper Einstein on the Beach, einem wegweisenden Beitrag zum avantgardistischen Musiktheater, wofür sie mit dem Obie Award ausgezeichnet wurde. 1979 entwickelte sie mit Philip Glass als musikalischem Partner und in der Ausstattung des Konzeptkünstlers Sol LeWitt das Stück Dance, ein prägendes Werk der jüngeren Tanzgeschichte, das weltweit aufgeführt und in das Repertoire des Ballet de l’Opéra de Lyon aufgenommen wurde.
Seit 1981 hat Lucinda Childs mehr als 30 Werke für führende Ballettkompanien und eine Reihe von zeitgenössischen Opern sowie Opern aus dem 18. Jahrhundert an bedeutenden Bühnen wie der Los Angeles Opera, dem Brüsseler Opernhaus La Monnaie und der Opéra national du Rhin choreografiert. 1992 und 1993 beeindruckte sie als Choreografin in Luc Bondys Inszenierung von Richard Strauss’ Salome und 1996 in Peter Steins Inszenierung von Arnold Schönbergs Moses und Aron bei den Salzburger Festspielen. Zu ihren jüngeren Arbeiten zählen die Inszenierung und Choreografie von Philip Glass’ Oper Akhnaten, die im November 2021 an der Opéra Nice Côte d’Azur Premiere hatte.
Lucinda Childs erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Goldene Löwe der Biennale Venedig 2017, der Dance Magazine Award und der Samuel H. Scripps American Dance Festival Award für ihr Lebenswerk.