Jossi Wieler
Regisseur
Jossi Wieler, geboren und aufgewachsen am Bodensee in der Schweiz, studierte Regie in Tel Aviv. Seit mehr als 40 Jahren inszeniert er an namhaften deutschsprachigen Bühnen in Hamburg, München, Berlin, Stuttgart, Dresden, Bonn, Heidelberg, Wien, Zürich und Basel, aber auch in Genf, Straßburg, Amsterdam, San Francisco und Tokio. Seinem Regie-Debüt bei den Salzburger Festspielen 1998 mit der Uraufführung von Elfriede Jelineks er nicht als er folgten die Schauspielinszenierungen Macht nichts. Eine kleine Trilogie des Todes von Elfriede Jelinek (2003; Gastspiel des Schauspielhaus Zürich), Das letzte Band/Bis dass der Tag euch scheidet oder eine Frage des Lichts von Peter Handke/Samuel Beckett (2009), Stefan Zweigs Angst (2010) und Hugo von Hofmannsthals Das Bergwerk zu Falun (2021). Als Opernregisseur begeisterte er 2001 bei den Salzburger Festspielen mit Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos und 2008 mit Antonín Dvořáks Rusalka (beide mit Co-Regisseur Sergio Morabito).
Von 2011 bis 2018 war Jossi Wieler Intendant der Staatsoper Stuttgart, die 2016 von der Zeitschrift Opernwelt zum „Opernhaus des Jahres“ gewählt wurde. Zahlreiche seiner Inszenierungen wurden zu nationalen und internationalen Festivals und wiederholt auch zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 2002 und 2012 wurde er von der Fachzeitschrift Opernwelt zum „Regisseur des Jahres“ gewählt, 2006 und 2012 wurde ihm, gemeinsam mit Sergio Morabito, der Deutsche Theaterpreis Der Faust verliehen. Für seine Inszenierungen erhielt Jossi Wieler viele weitere Auszeichnungen, darunter 2002 den Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste Berlin, 2005 den Deutschen Kritikerpreis, 2009 den Nestroy-Theaterpreis für das 2008 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführte Theaterstück Rechnitz (Der Würgeengel) von Elfriede Jelinek, eine Produktion, die international gastierte und 2010 auch bei den Wiener Festwochen zu sehen war. 2015 wurde er mit dem Kulturpreis und 2016 mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg geehrt, 2019 mit dem Kulturpreis des Kantons Thurgau. Mit dem Grand Prix Theater/Hans-Reinhart-Ring wurde ihm 2020 die höchste Theaterauszeichnung der Schweiz zuerkannt. Für die Uraufführung von Elfriede Jelineks Angabe der Person am Deutschen Theater Berlin erhielt er 2023 neuerlich den Nestroy-Theaterpreis.
Jossi Wieler lebt als freischaffender Schauspiel- und Opernregisseur in Berlin. Zu seinen aktuellen Inszenierungen zählen Carl Maria von Webers Der Freischütz am Staatstheater Nürnberg und die Wiederaufnahmen von Wagners Lohengrin an der Wiener Staatsoper, Vincenzo Bellinis La sonnambula sowie Verdis Rigoletto an der Staatsoper Stuttgart und Elfriede Jelineks Angabe der Person am Deutschen Theater Berlin. 2024 wurde Jossi Wieler zum Künstlerischen Leiter und Juryvorsitzenden des internationalen Musiktheaterwettbewerbs für Regie, Bühne und Kostüm Ring Award in Graz ernannt.