Biografie

Jossi Wieler

Stand: Mai 2021

Der Schweizer Regisseur und Intendant Jossi Wieler studierte Regie an der Universität Tel Aviv und inszenierte am dortigen Habima Nationaltheater. Ab 1982 arbeitete er am Düsseldorfer Schauspielhaus, Theater Heidelberg, Schauspiel Bonn, Staatstheater Stuttgart, Theater Basel (1988—1993), Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Schauspielhaus Zürich, an der Schaubühne Berlin, an den Münchner Kammerspielen sowie wiederholt bei den Salzburger Festspielen, wo er 1998 Elfriede Jelineks er nicht als er (zu, mit Robert Walser) uraufführte und 2009 Das letzte Band / Bis dass der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts von Samuel Beckett / Peter Handke zur deutschsprachigen Erstaufführung brachte sowie 2010 Angst von Koen Tachelet nach Stefan Zweig inszenierte.

Zahlreiche seiner Arbeiten wurden zu nationalen und internationalen Festivals sowie mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen, u.a. 2002 Euripides’ Alkestis und 2005 Paul Claudels Mittagswende (Münchner Kammerspiele). Jossi Wieler gilt als Spezialist für die Texte von Elfriede Jelinek: Für die Inszenierung von Wolken.Heim (Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 1994) wurde er in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute als „Regisseur des Jahres“ ausgezeichnet und damit zum Berliner Theatertreffen eingeladen; 2008 gelangte in seiner Regie Rechnitz (Der Würgeengel) an den Münchner Kammerspielen zur Uraufführung. Die Produktion erhielt den Wiener Nestroy-Preis in der Kategorie „Beste deutschsprachige Aufführung“. Im vergangenen Herbst inszenierte Jossi Wieler Peter Handkes jüngstes Stück, Zdeněk Adamec, am Deutschen Theater in Berlin.

Seit 1994 inszeniert er im Team mit Sergio Morabito auch Opern, vor allem an der Oper Stuttgart, deren Intendant Jossi Wieler von 2011 bis 2018 war. Zuletzt erarbeiteten sie dort Tschaikowskis Pique Dame, Donizettis Don Pasquale sowie die Uraufführung von Erdbeben. Träume von Toshio Hosokawa. Weitere gemeinsame Produktionen entstanden etwa in Amsterdam, Moskau, Lyon und San Francisco; 2019 inszenierten sie Der Freischütz an der Opéra national du Rhin in Straßburg, 2020 Les Huguenots am Grand Théâtre de Genève und Das verratene Meer an der Wiener Staatsoper. Für die Salzburger Festspiele entstanden 2001 Strauss’ Ariadne auf Naxos und 2008 Rusalka von Antonín Dvořák.

Zahlreiche ihrer Regiearbeiten wurden mit bedeutenden Auszeichnungen bedacht, so etwa mit dem Deutschen Theaterpreis Der Faust 2006 für Doktor Faust und 2012 für Die glückliche Hand und Schicksal. Für La sonnambula wurden sie 2012 u.a. zum „Regieteam des Jahres“ gekürt. Ihre Inszenierung von Ariadne auf Naxos bei den Salzburger Festspielen 2001 wurde zur „Aufführung des Jahres“ gewählt.

2002 wurde Jossi Wieler der Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste und 2005 der Deutsche Kritikerpreis zuerkannt. 2015 wurde er mit dem Kulturpreis Baden-Württemberg und 2016 mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg geehrt; 2020 wurde Jossi Wieler mit dem höchsten Schweizer Theaterpreis, dem Hans-Reinhart-Ring, ausgezeichnet.

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