Christof Loy
Regisseur
Christof Loy wurde in Essen an der Ruhr geboren und studierte an der dortigen Folkwang-Hochschule Musiktheaterregie. Nach weiteren Studienjahren in München und Assistenzen u. a. bei Luc Bondy und Dietrich Hilsdorf, machte er 1990 sein Debüt als Regisseur mit der selbst zusammengestellten musikalischen Faust-Collage gretchen. eine mädchentragödie. Es folgten Regiearbeiten an verschiedenen Theatern zunächst in Deutschland und sehr bald auch schon international. Seine erste Inszenierung in Österreich war 1996 Mozarts La finta giardiniera in Klagenfurt.
Christof Loy arbeitete an vielen internationalen Opernhäusern und bei den wichtigsten Festivals. Im Moment ist er besonders dem Teatro Real und dem Teatro de la Zarzuela in Madrid, der Deutschen Oper Berlin, dem Theater Basel und der Bayerischen Staatsoper in München verbunden. 2024 debütierte er mit Werther an der Mailänder Scala, 2025 folgte sein Debüt an der Pariser Opéra mit seiner Salzburger Produktion von Puccinis Il trittico. In Amsterdam zeichnete er im Jahr 2019 bei Tannhäuser zum ersten Mal auch als Choreograf verantwortlich; auf diesem neuen Aufgabenfeld folgten Bartóks Tanzstück Der wunderbare Mandarin in Basel und Madrid sowie Orfeo ed Euridice bei den Salzburger Pfingstfestspielen 2023.
Wichtig sind Christof Loy neben den Operninszenierungen auch freiere Projekte, die sich mit der szenischen Deutung des Kunstlieds auseinandersetzen, wie der Tschaikowski-Abend Nur wer die Sehnsucht kennt an der Oper Frankfurt oder Eine Winterreise mit Anne Sofie von Otter am Theater Basel.
Weiteres Neuland betrat er 2021 mit seinem ersten Spielfilm Springtime in Amsterdam, bei dem er Regie führte, das Drehbuch schrieb und die Musikauswahl besorgte.
In jüngster Zeit widmete sich Christof Loy mehrmals dem Genre der Zarzuela, dessen internationale Verbreitung ihm besonders am Herzen liegt: Er inszenierte Francisco Asenjo Barbieris El barberillo de Lavapiés am Theater Basel, Pablo Lunas Benamor am Theater an der Wien und 2026 Manuel Penellas El gato montés am Teatro de la Zarzuela. Zudem gründete er seine eigene Zarzuela-Kompanie Los Paladines.
Bei den Salzburger Festspielen inszenierte Christof Loy erstmals 2007; zu seinen letzten Produktionen hier zählen Così fan tutte (2020) und Il trittico (2022).