Biografie

André Jung

Stand: Juni 2019

André Jung wurde 1953 in Luxemburg geboren. Er studierte von 1973 bis 1976 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und war danach an verschiedenen Bühnen engagiert, darunter von 1988 bis 1993 am Theater Basel, von 1993 bis 2000 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und von 2000 bis 2004 am Schauspielhaus Zürich. Von 2003 bis 2015 spielte er im Ensemble der Münchner Kammerspiele und arbeitete hier u. a. mit den Regisseuren Johan Simons (König Lear, Hotel Savoy, Hiob, The restless noise), Armin Petras (Bauern sterben, John Gabriel Borkman), Jossi Wieler (Rechnitz – Der Würgeengel) und Alvis Hermanis, dessen Inszenierung von Späte Nachbarn von 2015 bis 2017 auch am Thalia Theater Hamburg zu sehen war.

Von 2013 bis 2016 war André Jung an der Staatsoper Stuttgart in Ariadne auf Naxos in der Regie von Jossi Wieler zu Gast; in Bernd Alois Zimmermanns „ekklesiastischer Aktion“ Ich wandte mich und sah alles Unrecht, das geschah unter der Sonne gastierte er zwischen 2014 und 2016 beim Forum Neue Musik der frankfurter gesellschaft für neue musik, bei der Ruhrtriennale Bochum und an der Staatsoper Hamburg.

Mit Werner Düggelin arbeitete André Jung 2016/17 an Texten von Jacques Brel, mit Thorsten Lensing zwischen 2015 und 2019 an den Tourneen Der Kirschgarten, Karamasow und Unendlicher Spaß. In der Regie von Armin Petras stand er zwischen 2016 und 2018 in Orpheus in der Unterwelt auf der Bühne der Staatsoper Stuttgart. Jürgen Flimm inszenierte mit ihm 2017/18 Faust-Szenen an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, Jossi Wieler 2018 Mark Andres wunderzaichen an der Staatsoper Stuttgart und Werner Düggelin Lenz am Schauspielhaus Zürich. In der Spielzeit 2018/19 war André Jung in Karin Henkels Inszenierung von Die Übriggebliebenen nach drei Texten von Thomas Bernhard am Schauspielhaus Hamburg zu sehen.

Neben seiner Theaterarbeit verkörpert Jung auch regelmäßig Fernseh- und Filmrollen und wirkte in über 50 Hörspielen mit, zuletzt in Perec/grinations des Saarländischen Rundfunks; in den vom Saarländischen Rundfunk produzierten Folgen des ARD-Hörfunk-Tatort spricht er den Hauptkommissar Michel Paquet. In der Literaturverfilmung von Das Tagebuch der Anne Frank, die 2016 in die Kinos kam, spielte er Hermann van Pels.

1981 und 2002 wurde er von Theater heute zum „Schauspieler des Jahres“ gewählt. Zu seinen zahlreichen weiteren Auszeichnungen zählen der Rita-Tanck-Glaser-Schauspielpreis der Hamburgischen Kulturstiftung (2000), der Nestroy-Preis als „Bester Schauspieler“ für seine Darstellung des Krapp in Samuel Becketts Das letzte Band (2009), 2014 der Friedrich-Luft-Preis sowie zuletzt 2018 der Gertrud-Eysoldt-Ring für seine Rolle als Erzähler in Georg Büchners Lenz am Schauspielhaus Zürich.

Bei den Salzburger Festspielen war André Jung regelmäßig zu Gast, u. a. 1998 in Jossi Wielers Inszenierung von Elfriede Jelineks Er (nicht als er), 1999 in Ödön von Horváths Zur schönen Aussicht und 2001 in Was ihr wollt, beide in der Regie von Christoph Marthaler, 2003 in Jossi Wielers Inszenierung von Elfriede Jelineks Macht nichts, 2004 in Falk Richters Inszenierung von Tschechows Die Möwe, 2009 in der deutschsprachigen Erstaufführung von Samuel Becketts/Peter Handkes Das letzte Band/Bis dass der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts und 2010 in Stefan Zweigs/Koen Tachelets Angst (beide in der Regie von Jossi Wieler), zuletzt 2012 in der Uraufführung von Meine Bienen. Eine Schneise von Händl Klaus/Franui (Regie: Nicolas Liautard).

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