© Karl Forster
Kirchenkonzert · Stabat Mater | Pärt
Musik ist ein Freund, verständnisvoll, empathisch, vergebend, tröstend, ein Tuch, um die Tränen der Traurigkeit zu trocknen, eine Quelle von Freudentränen, aber auch ein schmerzhafter Dorn im Fleisch und in der Seele.
Arvo Pärt

„Tintinnabuli, das ist ein erstaunlicher Vorgang — die Flucht in die freiwillige Armut: Die heiligen Männer ließen all ihren Reichtum zurück und gingen in die Einöde. So möchte auch der Komponist das ganze Arsenal zurücklassen und sich durch die nackte Einstimmigkeit retten, bei sich nur das Notwendigste habend — einzig und allein den Dreiklang“: So fasste Arvo Pärt sein Credo zusammen. „Tintinnabuli“ (lat. Glöckchen) nannte er seine Kompositionsweise, aus der reizvolle polymodale Zusammenklänge erstehen, die zwischen Archaismus und Modernität schweben. 1935 in Estland geboren, das 1940 von der Sowjetunion annektiert wurde, musste Pärt sich seine ureigene Stimme erst erkämpfen und erlauschen, auch gegen den Widerstand des Regimes — 1980 emigrierte er in den Westen. Von der spirituellen Kraft seiner Tonsprache ist seither alle Welt fasziniert: Sein Stabat Mater antwortet auf Pergolesis Werk mit rätselhaft erhabener, auratischer Kargheit. Drei hohe Stimmen, begleitet von einem Streichtrio, intonieren den Text aus dem 13. Jahrhundert.
Für Giacinto Scelsi erwies sich die menschliche Stimme als ein ideales Medium, um den Kosmos des Klanges zu erforschen. Seine Three Latin Prayers beziehen sich auf den homophonen Gesang des gregorianischen Chorals und überführen diesen in kristalline Klangfarbenbrechungen.

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