Biografie

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Stand: Juni 2017

Schon bald nach seiner Gründung 1949 durch Eugen Jochum entwickelte sich das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zu einem international renommierten Klangkörper, dessen Ruf die auf Jochum folgenden Chefdirigenten Rafael Kubelík, Sir Colin Davis und Lorin Maazel stetig weiter ausbauten. Seit 2003 setzt Mariss Jansons als Chefdirigent neue Maßstäbe.

Neben den Interpretationen des klassisch-romantischen Repertoires gehörte im Rahmen der 1945 von Karl Amadeus Hartmann gegründeten musica viva-Serie von Beginn an auch die Pflege der zeitgenössischen Musik zu den zentralen Aufgaben des Orchesters. So kam es zu legendären Aufführungen zeitgenössischer Werke, bei denen die Komponisten meist selbst dirigierten, u. a. Igor Strawinsky, Darius Milhaud, Paul Hindemith, Pierre Boulez sowie in jüngerer Zeit Hans Werner Henze, Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel, Luciano Berio, Peter Eötvös, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm und Jörg Widmann.

Von den Anfängen an haben viele namhafte Gastdirigenten wie Erich und Carlos Kleiber, Otto Klemperer, Leonard Bernstein, Günter Wand, Sir Georg Solti, Carlo Maria Giulini, Kurt Sanderling und Wolfgang Sawallisch das Symphonieorchester geprägt. Heute sind Bernard Haitink, Riccardo Muti, Esa-Pekka Salonen, Herbert Blomstedt, Franz Welser-Möst, Daniel Harding, Yannick Nézet-Séguin, Sir Simon Rattle und Andris Nelsons wichtige Partner.

Neben zahlreichen Auftritten in München sowie anderen deutschen Städten unternimmt das Orchester ausgedehnte Konzertreisen durch nahezu alle europäischen Länder, nach Asien sowie Nord- und Südamerika. Als Orchestra in Residence tritt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks seit 2004 jährlich bei den Osterfestspielen des Lucerne Festivals auf.

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt ist die Förderung des musikalischen Nachwuchses. Im Rahmen des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD begleitet das Orchester seit 1952 junge Musiker sowohl in den Finalrunden als auch im symphonischen Schlusskonzert der Preisträger. Seit Oktober 2001 bereitet die Akademie des Symphonieorchesters angehende Orchestermusiker auf ihren späteren Beruf vor und schlägt damit eine wichtige Brücke zwischen Ausbildung und professioneller Musikerlaufbahn.

Seit 2009 veröffentlicht das Orchester herausragende Konzertmitschnitte ebenso wie ausgesuchte historische Aufnahmen beim neu gegründeten Label des Bayerischen Rundfunks BR-KLASSIK. Diese CD-Einspielungen werden regelmäßig mit nationalen und internationalen Preisen geehrt, wie zuletzt im November 2016 mit dem Diapason d’Or für die Aufnahme von Gustav Mahlers 6. Symphonie unter dem Dirigat von Daniel Harding.

2008 kam das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks beim Ranking der britischen Fachzeitschrift Gramophone, gewählt von international renommierten Musikkritikern, auf Platz sechs der weltweit besten Orchester. Das japanische Musikmagazin Mostly Classic wählte das Orchester bei seiner Umfrage 2010 auf den vierten Platz.

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