Biografie

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Stand: Juli 2019

Schon bald nach seiner Gründung 1949 durch Eugen Jochum entwickelte sich das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zu einem international renommierten Klangkörper, dessen Ruf die auf Jochum folgenden Chefdirigenten Rafael Kubelík, Colin Davis und Lorin Maazel stetig weiter ausbauten. Seit 2003 setzt Mariss Jansons als Chefdirigent neue Maßstäbe.
Neben den Interpretationen des klassisch-romantischen Repertoires gehörte im Rahmen der 1945 von Karl Amadeus Hartmann gegründeten musica viva-Serie von Beginn an auch die Pflege der zeitgenössischen Musik zu den zentralen Aufgaben des Orchesters. So kam es zu legendären Aufführungen zeitgenössischer Werke, bei denen die Komponisten meist selbst dirigierten, u. a. Igor Strawinsky, Darius Milhaud, Paul Hindemith, Pierre Boulez sowie in jüngerer Zeit Hans Werner Henze, Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel, Luciano Berio, Péter Eötvös, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm und Jörg Widmann.
Von Beginn an haben viele namhafte Gastdirigenten wie Erich und Carlos Kleiber, Otto Klemperer, Leonard Bernstein, Günter Wand, Georg Solti, Carlo Maria Giulini, Kurt Sanderling und Wolfgang Sawallisch das Symphonieorchester geprägt. Heute sind Bernard Haitink, Riccardo Muti, Esa-Pekka Salonen, Herbert Blomstedt, Franz Welser-Möst, Daniel Harding, Yannick Nézet-Séguin, Sir Simon Rattle und Andris Nelsons wichtige Partner.
Neben zahlreichen Auftritten in München und anderen deutschen Städten unternimmt das Orchester ausgedehnte Konzertreisen durch nahezu alle europäischen Länder, nach Asien sowie nach Nord- und Südamerika. Als Orchestra in Residence tritt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks seit 2004 jährlich bei den Osterfestspielen des Lucerne Festivals auf.
Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt ist die Förderung des musikalischen Nachwuchses. Im Rahmen des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD begleitet das Orchester seit 1952 junge Musikerinnen und Musiker sowohl in den Finalrunden als auch im symphonischen Schlusskonzert der Preisträger. Seit Oktober 2001 bereitet die Akademie des Symphonieorchesters angehende Orchestermusiker auf ihren späteren Beruf vor und schlägt damit eine wichtige Brücke zwischen Ausbildung und professioneller Musikerlaufbahn.
Seit 2009 veröffentlicht das Orchester herausragende Konzertmitschnitte ebenso wie ausgesuchte historische Aufnahmen beim neu gegründeten Label des Bayerischen Rundfunks BR-KLASSIK. Diese CD-Einspielungen werden regelmäßig mit nationalen und internationalen Preisen geehrt, wie im November 2016 die Aufnahme von Gustav Mahlers 6. Symphonie unter dem Dirigat von Daniel Harding mit dem Diapason d’Or. Im April 2018 wurde in einer weltweiten Abstimmung des BBC Music Magazine die CD von Mahlers 3. Symphonie mit Bernhard Haitink zur „Aufnahme des Jahres“ gewählt. Im gleichen Jahr erhielt die Einspielung von Bruckners 8. Symphonie unter der Leitung von Mariss Jansons den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
Zahlreiche Auszeichnungen dokumentieren den festen Platz des Symphonieorchesters unter den internationalen Spitzenorchestern – wie unlängst die Gastkonzerte in Japan unter der Leitung von Zubin Mehta im November 2018, die von führenden Musikkritikern auf den ersten Platz der „Besten Konzerte 2018“ gekürt wurden.

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