Biografie

Martha Argerich

Stand: August 2020

Martha Argerich wurde in Buenos Aires geboren und begann mit fünf Jahren ihre pianistische Ausbildung bei Vincenzo Scaramuzza. Als „Wunderkind“ gab sie schon bald öffentliche Konzerte. Nach ihrer Übersiedlung nach Europa 1955 setzte sie ihr Studium in London, Wien und der Schweiz bei Friedrich Gulda, Nikita Magaloff, Arturo Benedetti Michelangeli und Stefan Askenase fort. 1957 gewann sie die Klavierwettbewerbe in Bozen und Genf sowie 1965 den Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau. Seitdem gilt sie als eine der besten Pianistinnen der Welt.

Sie wird besonders für ihre Interpretationen virtuoser Klavierkompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts geschätzt. Ihr umfangreiches Repertoire umfasst Werke von Bach, Bartók, Beethoven, Chopin, Debussy, Franck, Liszt, Messiaen, Prokofjew, Ravel, Schostakowitsch, Strawinsky und Tschaikowski.
Martha Argerich ist regelmäßig bei den bedeutendsten Orchestern und Festivals in Europa, Japan und den USA zu Gast. Sie ist auch eine ambitionierte Kammermusikerin, die regelmäßig mit Nelson Freire, Ivry Gitlis, Mischa Maisky, Gidon Kremer und Daniel Barenboim musiziert und Aufnahmen einspielt: „Es ist sehr wohltuend für mich, Teil eines Ensembles zu sein.“
Viele Konzerte von Martha Argerich wurden weltweit im Fernsehen übertragen. Ihre Einspielungen für EMI, Sony, Philips, Teldec und die Deutsche Grammophon erhielten zahlreiche Auszeichnungen.

Martha Argerich wurde 1996 von der französischen Regierung zum Officier des Arts et des Lettres und 1997 zum Ehrenmitglied der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom ernannt. 1998 wurde sie Künstlerische Leiterin des Musikfestivals in Beppu (Japan), 1999 rief sie den Internationalen Klavierwettbewerb und das Festival Martha Argerich in Buenos Aires ins Leben, und 2002 gründete sie das Progetto Martha Argerich in Lugano. Musical America ernannte die Pianistin 2001 zur Musikerin des Jahres. Vom französischen Ministerium für Kultur und Kommunikation wurde sie 2004 mit dem Titel eines Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres geehrt. 2005 erhielt sie vom japanischen Kaiser den Orden der aufgehenden Sonne (Goldstrahlen mit Rosette) und von der Japan Art Association den prestigeträchtigen Praemium Imperiale.

Im Jahr 2000 gewann Martha Argerich mehrere Preise für ihre Aufnahmen bei EMI, darunter ein Grammy für Konzerte von Bartók und Prokofjew, die vom Gramophone Magazine verliehenen Auszeichnungen „Artist of the Year“ und „Best Piano Recording of the Year“ für die Klavierkonzerte Chopins, der Choc du Monde de la Musique für ihr Amsterdamer Rezital und der Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.

Ihre jüngste Einspielung galt Mozarts Klavierkonzerten Nr. 20 und Nr. 25, die sie mit Claudio Abbado und dem Orchestra Mozart für die Deutsche Grammophon aufnahm. Im Juli 2018 wurden ihre DG-Einspielungen in einer Gesamtausgabe veröffentlicht. Im selben Jahr brachte Warner Classics die Live-Aufnahmen von Martha Argerichs Konzerten in Lugano von 2002 bis 2016 in einer Sammelbox heraus.

Im Dezember 2016 wurde Martha Argerich eine weitere hohe Ehre zuteil: In einer Zeremonie in Washington verlieh ihr Barack Obama den Kennedy-Preis. Seit Oktober 2018 ist sie Trägerin des Verdienstordens der Italienischen Republik.

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Martha Argerich Pianistin Klavier
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