Martha Argerich

Pianistin

Martha Argerich Pianistin Klavier
© Adriano Heitman

Martha Argerich ist eine der bedeutendsten Virtuosinnen unserer Zeit. Seit acht Jahrzehnten steht die Pianistin, die am 5. Juni 2026 ihren 85. Geburtstag feierte, auf den großen Bühnen der Welt. Sie wurde in Buenos Aires geboren und gab als „Wunderkind“ schon früh Konzerte. Nach ihrer Übersiedlung nach Europa 1955 setzte sie ihr Studium in London, Wien und der Schweiz bei Friedrich Gulda, Nikita Magaloff, Arturo Benedetti Michelangeli und Stefan Askenase fort. Der internationale Durchbruch gelang ihr 1957, als sie den Concours de Genève und den Internationalen Klavierwettbewerb Ferruccio Busoni gewann; 1965 folgte der Gewinn des Internationalen Chopin-Wettbewerbs in Warschau.

Sie wird besonders für ihre Interpretationen von Klavierkompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts geschätzt. Ihr umfangreiches Repertoire umfasst Werke von Bach, Bartók, Beethoven, Chopin, Schumann, Debussy, Franck, Liszt, Messiaen, Prokofjew, Ravel, Schostakowitsch, Strawinsky und Tschaikowski. Sie ist regelmäßig bei den bedeutendsten Orchestern und Festivals in Europa, Japan und den USA zu Gast und trat in Israel unter Dirigenten wie Zubin Mehta und Lahav Shani auf.

Die Kammermusik rückte für Martha Argerich zunehmend in den Vordergrund: „Es ist sehr wohltuend für mich, Teil eines Ensembles zu sein.“ Zu ihren regelmäßigen Partnern zähl(t)en Daniel Barenboim, Nelson Freire, Ivry Gitlis, Gidon Kremer und Mischa Maisky, mit denen sie auch Aufnahmen einspielte.

In der Saison 2025/26 war sie Künstlerin im Fokus des Wiener Musikvereins und trat mit langjährigen Weggefährt·innen in einer Reihe von Konzerten auf. Zudem führten sie Festivalauftritte mit Magdalena Kožená, Alexandre Kantorow und Mischa Maisky nach Verbier sowie mit den Münchner Philharmonikern unter Lahav Shani nach Grafenegg; mit Renaud Capuçon kehrt sie nun nach Salzburg zurück.

Martha Argerich inspirierte die Gründung mehrerer Festivals. 1998 wurde sie Künstlerische Leiterin des Musikfestivals in Beppu (Japan), 1999 rief sie den Internationalen Klavierwettbewerb und das Festival Martha Argerich in Buenos Aires ins Leben, von 2002 bis 2016 leitete sie ihr Kammermusikfestival Progetto Martha Argerich in Lugano. Seit 2018 veranstaltet sie mit den Symphonikern Hamburg in der Laeiszhalle das jährliche Martha Argerich Festival. Bis heute zählen die Festivals in Japan, Argentinien und Hamburg zu den Konstanten ihres künstlerischen Wirkens.

Viele ihrer Konzerte wurden weltweit im Fernsehen übertragen. Ihre Einspielungen für EMI, Sony, Philips, Teldec und die Deutsche Grammophon erhielten zahlreiche Auszeichnungen, darunter ein Grammy, die Auszeichnungen „Artist of the Year“ und „Best Piano Recording of the Year“ des Gramophone Magazines, der Choc du Monde de la Musique und der Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik. Für das Album Prokofiev for Two mit Sergei Babayan erhielt sie 2018 den OPUS Klassik. Im gleichen Jahr wurden ihre DG-Einspielungen in einer Gesamtausgabe veröffentlicht, und Warner Classics brachte die Live-Aufnahmen ihrer Konzerte in Lugano in einer Sammelbox heraus.

Martha Argerich wurde 2004 von der französischen Regierung zum Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres ernannt. Sie ist Ehrenmitglied der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom und erhielt 2005 vom japanischen Kaiser den Orden der aufgehenden Sonne sowie den prestigeträchtigen Praemium Imperiale der Japan Art Association. 2016 verlieh ihr Barack Obama den Kennedy-Preis. Seit 2018 ist sie Trägerin des Verdienstordens der Italienischen Republik.

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Stand: August 2026

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