Editorial Cecilia Bartoli / Pfingsten 2021

ROMA ÆTERNA

2021 möchte ich Rom, meiner geliebten Heimatstadt, eine besondere Hommage erweisen. Seit 150 Jahren ist Rom nun Hauptstadt des modernen Italien und hat sich seine widersprüchliche Identität bewahrt: auf der einen Seite der stolze Glanz, auf der anderen Dekadenz und Verfall. Durch alle Zeiten hindurch — und obwohl oft totgesagt — ist die Stadt ihrem Markenzeichen gerecht geworden und hat nichts von ihrer Kraft als die Ewige Stadt eingebüßt.

Rom ist einer jener Orte, wo Träume zusammenkommen: In unserer Vorstellung ist in Rom das Leben einfach, die Szenerie wunderbar, die Bevölkerung freundlich und das Essen köstlich. Seine Kultur ist atemberaubend, seine Geschichte spürbar, wo immer wir den Fuß hinsetzen. Roms Herrlichkeit offenbart sich in den strahlenden Bauten aus Marmor und den dunkelgrünen Bäumen. Sie überwältigen unsere Einbildungskraft mit der gleichen Wirkung, als wir erstmals die neu restaurierten Fresken der Sixtinischen Kapelle erblickten.

Roms Ruf als eine ewige Stadt prägte sich in der Antike aus und wurde von großen Dichtern wie Vergil gebührend gefeiert. Doch die Aura der Heiligkeit umgab die Stadt schon um 200 v. Chr., als die Macht und das Volk Roms mit einer Göttin — Roma — identifiziert worden waren, der man auch in entfernten Provinzen Kultstätten errichtete. Als Rom in christlicher Zeit zum Zentrum der römisch-katholischen Welt aufstieg, festigte sich die Überzeugung, dass die Stadt ewig existieren werde. Rom hat diese Grandezza immer zur Schau gestellt, und noch im 21. Jahrhundert bestaunen wir sie in extravaganten epischen Filmen oder den Fensterauslagen der Via Veneto. Andere hingegen wurden vom Schwarzweiß Roms, einer dunkleren Welt in Bann gezogen, wie sie uns bei Fellini, Rossellini oder Pasolini begegnet.

Wer heute in Rom ankommt, dem erscheint die Stadt wie ein überlaufener urbaner Alptraum mit einer heruntergekommenen Infrastruktur, in dem sich die Leute abmühen, ein normales Leben zu führen.

Als jemand, der in dieser Stadt geboren wurde, war ich diesen Kontrasten seit jeher ausgesetzt. Wenn man in Rom morgens seine Wohnung verlässt, weiß man nie, wann der Bus kommt — oder ob er überhaupt kommt. Und auch sonst lässt sich nicht vorhersehen, was der Tag bringen wird.

Als ich jung war, war mir nicht bewusst, welch besondere Faszination Rom auf seine Besucher ausübt. Für mich war es ganz normal, meinen Hund in der Villa Pamphilj auszuführen, mit meinem roten Fiat Cinquecento rund ums Kolosseum in Richtung Konservatorium zu steuern oder an einem antiken Aquädukt vorbeizufahren, nachdem mein Zug den Bahnhof Termini verlassen hatte. Ich schenkte den Stücken aus weißem Marmor, die in eine rote Ziegelmauer in der Nähe meines Hauses eingelassen waren, keine Beachtung. Ebenso wenig kam mir als zehnjähriger Sängerin des Hirtenknaben in Tosca an der römischen Oper in den Sinn, dass jeder der drei Akte in einem realen Gebäude spielte, das ich auf dem Weg ins Theater passiert hatte. Oder besser gesagt: Ich bemerkte es, doch erschien es mir als nichts Ungewöhnliches.

Das Bewusstsein für diese Dinge wuchs, als ich Rom für immer längere Zeiträume verließ, um meinem Beruf nachzugehen, sowie im Zuge der tieferen Auseinandersetzung mit den Künsten und der Musik. Ich empfand plötzlich ein ergreifendes, prickelndes Gefühl, mit der Geschichte in Kontakt zu treten, als ich das Autograph von Bellinis Norma in der Bibliothek des Konservatoriums von Santa Cecilia durchblätterte, als ich erstmals lebende Mitglieder der Familie Pamphilj traf, als ich in einer Kirche sang, die sich buchstäblich im Forum Romanum befindet, oder als ich als erste Frau mit dem Chor der Sixtinischen Kapelle zusammenarbeitete.

Schließlich begann ich zu verstehen, warum sich so viele der größten Künstler danach sehnten, Rom zu besuchen, und warum sie dort Inspiration für ihre Meisterwerke fanden. Meine Lieblingskomponisten wurden vom realen und vom imaginären Rom tief geprägt: Caldara, Händel, Mozart, Rossini und viele andere.

Gleichzeitig begriff ich, dass das, was mir wie eine Selbstverständlichkeit vorkam, in Wirklichkeit ein riesiges Geschenk war. Heute empfinde ich dieses Erbe als eine Verantwortung und möchte es mit Ihnen teilen.

Als Kinder machten wir uns oft über meine Mutter lustig, wenn sie uns sagte, sie würde sich noch an das echte alte Rom erinnern, wo man in Pferdekutschen fuhr und im Tiber badete. Wenn ich heute nach Rom zurückkehre und wieder einmal im Verkehrsstau stecke oder von Touristenmassen erdrückt werde, habe ich das Gefühl, dass nun ich mich an das echte alte Rom meiner Kindheit erinnere, als in den kleinen Restaurants von Trastevere Leute Musik machten, man mich zu einer Vorstellung von Aida mit echten Elefanten in den Caracalla-Thermen mitnahm oder ich mit meiner Vespa in die Innenstadt fuhr.

Das „echte“ Rom von heute leidet an enormen Problemen, die viele große Städte in der Welt betreffen: Übervölkerung, mangelhafte Infrastruktur, unzureichende finanzielle Mittel, Armut. In anderen Regionen Italiens betrachtet man Rom oft als selbstgefällig und bürokratisch und meint, es würde den Reichtum des ganzen Landes auffressen.

Und dennoch: Jedes Mal, wenn ich hinkomme, gerate ich in den Zauber der Stadt, fühle Dankbarkeit und Stolz. Ich liebe es, an Sonntagen, wenn Verkehrssperren gelten, an den Foren entlang zu schlendern, und ich stöbere an den Ständen lokaler Märkte. Immer noch — und selbst im Zentrum — entdecke ich ruhige Flecken, wo Kellner und Ladenbesitzer mit ihren Kunden plaudern, wo Einheimische die Schönheiten ihrer eigenen Stadt bewundern, wo Leute die Straße entlangschlendern und dabei populäre Lieder singen. Und obwohl sich Rom über die Jahrhunderte
tiefgreifend gewandelt hat, fühle ich, dass sein Wesen dasselbe geblieben ist — sowohl in der Stadt meiner Vorstellung als auch in jener der Wirklichkeit.

Das ewige Rom — in der Tat. Doch während man seinen Träumen nachhängt, muss man auch der Realität ins Auge blicken, um den Prüfungen der Zeit standzuhalten. Das ist auch der Kern von Händels römischem Oratorium Il trionfo del Tempo e del Disinganno, einem Werk, das in einer Phase entstand, als der Papst Opernaufführungen in Rom untersagt hatte. Mit philosophischen Fragestellungen war es nicht getan: Erfindungsreiche Kardinäle, Komponisten und Interpreten fanden Wege, um dieses Verbot — das die Entfaltung der Musik einzuschränken drohte — in der Praxis zu umgehen.

Rom lehrt einen, die Wahrheit nicht auszuschließen, flexibel zu bleiben und Veränderung zu akzeptieren, ohne seine Träume aufzugeben. Diese wichtigen Aspekte sind eng verknüpft mit meiner Liebe und Bewunderung für Rom und haben zu meiner eigenen Lebensphilosophie beigetragen. Es ist mir eine Freude, bereits mein zehntes Programm für Sie als Besucherinnen und Besucher der Salzburger Pfingstfestspiele 2021 zusammenzustellen. Im Wissen darum, wie wechselvoll das Schicksal Roms — des idealen und des realen — immer war und wie viele Bewährungsproben es durchstanden hat, bin ich guten Glaubens, dass wir uns wiedersehen, um diesen wundervollen Anlass gemeinsam zu feiern.

Cecilia Bartoli

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Das Coronavirus stellt die Gesellschaft vor die größte Herausforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Noch nie zuvor ist das Kulturleben in Friedenszeiten und in demokratischen Ländern so einschneidend eingeschränkt worden. Die Salzburger Festspiele wurden in einer Zeit größter Not als mutiges Projekt gegen die Krise gegründet. Max Reinhardt war davon überzeugt, dass nur die Kunst die vom Krieg gegeneinander gehetzten Menschen, ja Völker, wieder versöhnen könnte. – Die Kunst nicht als Dekoration, sondern als Lebensmittel und Lebenssinn. Dass die Festspiele nun in modifizierter und verkürzter Form vom 1. bis 30. August stattfinden können, lässt diesen Gründungsgedanken – Die Kunst als Lebensmittel und Lebenssinn – aktueller denn je erscheinen.
Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler dazu: „Ich habe keine Minute daran gezweifelt, dass wir in diesem Sommer spielen würden. Nikolaus Harnoncourt war fest davon überzeugt: ‚Wenn wir, die Künstler, gut sind, dann gehen die Menschen anders aus der Vorstellung heraus, als sie hineingekommen sind.‘ – Genau dieses Erlebnis wollen wir unseren Besuchern auch dieses Jahr schenken.“

„In einer Zeit, in der eine gewisse Orientierungslosigkeit herrschte, haben die Festspiele Entscheidungen getroffen, die sich im Nachhinein als hoffentlich richtig herausgestellt haben. Dass wir mit der Entscheidung, ob es Festspiele geben kann, gewartet haben, war eine Mischung aus Hoffnung, Traum und vielleicht auch Intuition, dass sich die Fallzahlen der Pandemie doch in eine Richtung entwickeln könnten, die ein Zusammenfinden von Menschen möglich machen. Denn um nichts Anderes geht es bei Festspielen. In den vergangenen Wochen hat sich gezeigt, dass die Sehnsucht nach diesem Zusammenfinden übergroß geworden ist. Auch die virtuellen Angebote und Streaming, die jede Aura der Kunst ausschließen, können diese Sehnsucht nicht ganz erfüllen. Wir werden in diesem Jahr Festspiele erleben, die anders sind. Wir werden Festspiele erleben mit deutlich weniger Veranstaltungen, mit einem deutlich geringeren Kartenangebot und damit auch weniger Zuschauern. Und es werden Festspiele sein, die jedem Sicherheitsanspruch gerecht werden“, sagt Intendant Markus Hinterhäuser.

„Bei aller Freude, gemeinsame Kunsterlebnisse bei den Salzburger Festspielen zu ermöglichen, steht die Gesundheit aller Beteiligten im Vordergrund. Deshalb werden wir selbstverständlich alle von der Bundesregierung verordneten Maßnahmen penibel befolgen, aber diese, wenn notwendig in unserer Eigenverantwortung noch ergänzen und übertreffen. Die Festspiele müssen und wollen in Coronazeiten, auch was die Sicherheit betrifft, Maßstäbe setzen“, erklärte der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz.

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Videos

9. September 2020
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„Die Salzburger Festspiele waren in diesem Sommer ein Leuchtturmprojekt!“
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Information Coronavirus

1. September 2020: Abschluss-Aussendung 2020
Sicherheits- und Präventionskonzept

Festspiele zu veranstalten, die künstlerisch sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar sind, ohne die Gesundheit des Publikums, der Künstler und der Mitarbeiter zu gefährden, das war die Maxime des Direktoriums bei seiner Entscheidung für modifizierte Jubiläumsfestspiele.
Seit Ende April wurde daher in Verantwortung des Kaufmännischen Direktors Lukas Crepaz, gemeinsam mit dem technischen Direktor Andreas Zechner (Backstagebereich), dem stellvertretenden Leiter des Gebäude- und Veranstaltungsmanagements Friedrich Hoch (Publikumsbereich) und Betriebsarzt Dr. Joseph Schlömicher-Thier (Präventionsbeauftragter) sowie unzähligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Haus ein detailliertes Präventionskonzept ausgearbeitet.
Zudem wurde ein hochkarätiger Expertenbeirat aus Medizinern, Virologen, Epidemiologen und Hygienikern gebildet. Dieser unterstützte die Festspiele bei der Erstellung des Präventionskonzeptes, bei der Entwicklung von darüber hinausgehenden Maßnahmen und bei der Durchführung der Jubiläumsfestspiele.
Dem Expertenbeirat gehören folgende Personen an:

Prim. Univ.-Prof. Dr. Uta Hoppe – Vorstand Universitätsklinik für Innere Medizin II der PMU, Kardiologie und internistische Intensivmedizin mit Notaufnahme
Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Studnicka – Vorstand Pneumologie des Universitätsklinikum Salzburg
Priv.-Doz. Dr. Markus Hell – Facharzt für klinische Mikrobiologie und Hygiene, Medilab Salzburg
OA Dr. Bodo Kirchner – Facharzt für Innere Medizin, Hygienebeauftragter Arzt des Unfallkrankenhauses Salzburg, u.a. Obmann des Vereins der Theater- und Festspielärzte
Dr. Josef Schlömicher-Thier – Facharzt für HNO und Arbeitsmediziner der Salzburger Festspiele

Das Präventionskonzept wurde mehrfach mit der Gesundheitsbehörde abgestimmt und per Bescheid am 27.07.2020 bewilligt.
Darüber hinaus wurden Verhaltenskodices für alle Mitarbeitergruppen, für die Presse und für externe Dritte ausgearbeitet, die äußerst diszipliniert und vorbildlich von allen eingehalten wurden.

Auf Basis eines ausgeklügelten Testkonzeptes wurden insgesamt ca. 3.600 Tests durchgeführt:
– 1.000 Initialtests am Wohnort der temporären Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Künstlerinnen und Künstler
– 2.355 Routine-Testungen der roten Gruppe
– 154 Verdachtstestungen

Ein einziger Verdachtstest Anfang Juli war positiv und wurde von der Festspielleitung unmittelbar an die Öffentlichkeit kommuniziert. Glücklicherweise verlief die COVID-19-Erkrankung der temporären Mitarbeiterin in der Verwaltung sehr leicht. Das Präventionskonzept bestand hier seine erste Bewährungsprobe: Durch die rasche Reaktion aller Beteiligten wurden keine weiteren Mitarbeiter angesteckt.

Als Bestbieter für Routine- und Verdachtstestungen wurde das Salzburger Labor Mustafa-Richter mit den Testungen beauftragt.

Für das Publikum galt in diesem Sommer eine generelle Maskenpflicht außer am Sitzplatz während der Vorstellung. Fächern wurde verboten, um die Verbreitung von Aerosolen einzudämmen. Das Publikum wurde als Unterstützung zur Einhaltung der 1-Meter-Abstandsregel aktiv geleitet. Es gab keine Pausen und generell keine Bewirtung. Die Eintrittskarten wurden personalisiert, um den Behörden ein schnelles Contact Tracing zu ermöglichen. Der Käufer musste bei der Ticketkontrolle seinen Ausweis unaufgefordert vorweisen. Desinfektionsspender wurden an allen Eingängen sowie an den neuralgischen Punkten zur Verfügung gestellt, Kontaktflächen wiederkehrend gereinigt. Die Sitzplätze in den Spielstätten wurden deutlich reduziert, das Publikum saß im Schachbrettmuster.

Von den über 70.000 Besuchern wurde bisher kein positiver Fall von den Behörden gemeldet.

Die 100-Jahre-Salzburger-Festspiel-Maske prägte das Bild in den Festspielhäusern und auf Salzburgs Straßen. Über 7.200 Stück wurden bisher verkauft.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Künstlerinnen und Künstler wurden in drei Gruppen eingeteilt:

Zur roten Gruppe gehörten Bühnenakteure, die aufgrund ihrer Arbeit, die Abstandsregeln nicht einhalten und keinen Mund-Nasen-Schutz tragen konnten. Diese mussten regelmäßig ein PCR-Screening machen und ein Gesundheits- und Kontakttagebuch führen.
Zur orangen Gruppe gehörten jene Künstlerinnen und Künstler und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die prinzipiell den Abstand einhalten konnten und jederzeit einen Mund-Nase-Schutz tragen konnten. Sie mussten eine Initialtestung machen und ebenfalls das Gesundheits- und Kontakttagebuch führen.
Der gelben Gruppe wurden all jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugeordnet, die zu jeder Zeit die Abstandregeln einhalten konnten. Auch diese wurden initial getestet, mussten auf allen Wegen und bei kurzfristiger Unterschreitung des Mindestabstandes Mund-Nasen-Schutz tragen und sich jederzeit an die Hygiene- und Abstandsregeln halten.

Die ärztliche Betreuung wurde deutlich ausgebaut. So wurden die Arztdienste im Haus verdoppelt, eine interne ärztliche Corona-Hotline eingerichtet, die rund um die Uhr erreichbar war und ein Bereitschaftsdienst von Testteams des Roten Kreuzes organisiert.

31. Juli 2020: Initiative Salzburger Festspiele
Die Salzburger Festspiele, der Salzburger Altstadtverband und die Wirtschaftskammer Salzburg haben in Zeiten steigender COVID-19 Infektionen eine große gemeinsame Initiative ins Leben gerufen. Damit soll zum einen der hervorragende Ruf der Mozartstadt als Reiseziel erhalten und zum anderen vermieden werden, dass die zurecht so gefürchteten Cluster entstehen können. Hier erfahren Sie mehr zur Initiative „Partnerbetrieb – sichere Festspiele“.

8. Juli 2020: Information zum Corona-Fall
Eine temporäre Mitarbeiterin der Salzburger Festspiele, die am 18. Juni 2020 nach negativer Initialtestung den Dienst angetreten hat, wurde leider heute positiv auf Corona getestet. Glücklicherweise zeigt sie bisher nur leichte Symptome wie Halskratzen. Da sie, wie im Präventionskonzept der Salzburger Festspiele vorgesehen, ein Gesundheits- und Kontakttagebuch führte, konnten alle Kontaktpersonen der Kategorie I sofort dem Gesundheitsamt genannt werden.

Zur Erklärung: Kontaktpersonen der Kategorie I sind Personen, die sich länger als 15 Minuten in einem Abstand von weniger als 2m im selben Raum aufgehalten haben.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Festspiele, die zur Kontaktpersonengruppe I gehören, begeben sich nun für 14 Tage in Quarantäne. Um besondere Vorsicht walten zu lassen, testen die Festspiele aber auch über die Kategorie I hinaus (also auch jene, die kürzer oder weiter entfernt im Kontakt mit der getesteten Mitarbeiterin waren). Die 5 mit der Corona-Infizierten Person in Kontakt Stehenden sind alle negativ getestet worden.

Leider musste somit das Präventionskonzept erstmals seine Praktikabilität beweisen, was glücklicherweise gelungen ist. Durch die festgelegten Abläufe und Maßnahmen, wie das Gesundheits- und Kontakttagebuch, konnte das oberste Gebot des raschen Containments, der sofortigen Nachverfolgbarkeit erfüllt werden.

Die Vorbereitungsarbeit für die Festspiele ist durch diesen bedauerlichen Fall nicht gefährdet.

Informationen zum Präventionskonzept, Stand 9. Juni 2020
Die Festspiele haben ihr Programm modifiziert, die Spielstätten von 16 auf 8 reduziert. Das Haus hat bereits ein Präventionskonzept erarbeitet, das derzeit mit dem Expertenbeirat und den Behörden abgestimmt wird. Dieses wird laufend den neuen Entwicklungen angepasst.

Dem Expertenbeirat gehören an:

Prim. Univ.-Prof. Dr. Uta Hoppe – Vorstand Universitätsklinik für Innere Medizin II der PMU, Kardiologie und internistische Intensivmedizin mit Notaufnahme
Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Studnicka – Vorstand Pneumologie des Universitätsklinikum Salzburg
Priv.-Doz. Dr. Markus Hell – Facharzt für klinische Mikrobiologie und Hygiene, Medilab Salzburg
OA Dr. Bodo Kirchner – Facharzt für Innere Medizin, Hygienebeauftragter Arzt des Unfallkrankenhauses Salzburg, u.a. Obmann des Vereins der Theater- und Festspielärzte
Dr. Josef Schlömicher-Thier – Facharzt für HNO und Arbeitsmediziner der Salzburger Festspiele

Eckpunkte des Sicherheits- und Präventionskonzepts, Stand 8. Juni 2020

Die aufgrund der Corona-Pandemie modifizierten und deutlich reduzierten Salzburger Festspiele werden unter Einhaltung aller von der Bundesregierung verordneten Maßnahmen und weitergehender selbst auferlegter Sicherheitsmaßnahmen stattfinden. Das Präventionskonzept wird aktuell mit dem oben genannten Expertenbeirat und den Behörden abgestimmt und jeweils auf neue Entwicklungen angepasst. Eckpunkte des Präventionskonzeptes für das Publikum und für die Mitarbeiter sind derzeit:

Publikum

  • Generelle Maskenpflicht außer am Sitzplatz während der Vorstellung
  • Aktive Publikumsleitung als Unterstützung zur Einhaltung der 1-Meter-Abstandsregel: u.a. Sektoreneinteilung nach baulicher Maßgabe der Spielstätten
  • Um größere Ansammlungen zu vermeiden und so das Infektionsrisiko zu minimieren, wird es
    • eine deutliche Reduktion an Spielstätten und Veranstaltungen geben, statt der ursprünglich vorgesehenen 16 wird es nun 8 Spielstätten geben.
    • eine Entkoppelung von Einlass- und Auslasszeiten geben. Es soll nicht wie in normalen Festspielsommern gleichzeitig Veranstaltungen in den Festspielhäusern geben, um zu vermeiden, dass die Publikumsströme aufeinandertreffen.
    • keine Pausen und generell keine Bewirtung geben. Da die Kontrolle von Warteschlangen vor Buffet und Toilette sehr schwierig wäre, wird es generell keine Bewirtung geben. Das heißt es wird keine Buffets auf den Festspielstätten, auch nicht vor und nach den Vorstellungen geben.
  • Personalisierte Eintrittskarten, um den Behörden ein schnelles Contact Tracing zu ermöglichen. Der Käufer muss bei der Ticketkontrolle seinen Ausweis unaufgefordert vorweisen.
  • Besondere Hygienemaßnahmen: u.a. Desinfektionsspender an allen Eingängen sowie an den neuralgischen Punkten, häufig wiederkehrende Reinigung von Kontaktflächen, etc.
  • Deutliche Reduktion der Sitzplätze unter Einhaltung der Abstandsregeln: Diese sind prinzipiell im Schachbrettmuster angelegt. In Bereichen mit mehr als 1 Meter Abstand zu den dahinterliegenden Sitzplätzen, werden andere Formen der Platzbelegung geprüft.
  • Das Publikum wird über alle Informationskanäle der Salzburger Festspiele rechtzeitig vor Festspielbeginn im Detail über die dann aktuellen Sicherheitsmaßnahmen informiert.

    Künstlerinnen und Künstler / Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

  • Deutliche Modifizierung und Ausdünnung des Proben- und Spielplans und der künstlerisch-technischen Disposition der Salzburger Festspiele 2020
  • Verpflichtende Initialtestung und Vorlage eines Attests für alle Künstlerinnen und Künstler sowie temporäre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Aufnahme der Tätigkeit (nicht älter als 4 Tage)
  • Verpflichtende Hygieneregeln und Regeln zur Verwendung des Mund-Nasen-Schutz
  • Einteilung in drei Gruppen mit entsprechenden zusätzlichen Präventionsmaßnahmen:
  • Rote Gruppe
    Bühnenakteure, die die Abstandsregeln nicht einhalten können und keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können: PCR-Screening, Gesundheitstagebuch, Hygieneregeln, Verhaltensregeln

    Orange Gruppe
    Künstlerinnen und Künstler, die prinzipiell Abstand einhalten können, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kontakt zur roten Gruppe, die MNS tragen können: Initialtestung, Gesundheitstagebuch, temporärer MNS gemäß Präventionskonzept, Hygieneregeln, Verhaltensregeln

    Gelbe Gruppe
    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zu jeder Zeit die Abstandsregeln einhalten können: Initialtestung, temporärer MNS gemäß Präventionskonzept, Hygieneregeln, Verhaltensregeln

    25. Mai 2020
    Die Salzburger Festspiele werden 2020 vom 1. August bis 30. August stattfinden, allerdings wegen der Corona-Sicherheitsmaßnahmen in modifizierter und verkürzter Form. Alle Infos dazu finden Sie hier

    15. Mai 2020
    Modifizierte Festspiele scheinen möglich. Alle Infos dazu finden Sie hier

    6. April 2020
    Wie in der Pressekonferenz der Bundesregierung vom 6. April 2020 verkündet, ist es aber, um die bisherigen Erfolge zur Eindämmung des Coronavirus nicht zu gefährden, notwendig Veranstaltungen aller Art bis Ende Juni in Österreich zu untersagen. Daher ist auch die Abhaltung der diesjährigen Pfingstfestspiele zu unserem großen Bedauern untersagt.

    Bitte beachten Sie folgende Änderungen, die durch den Coronvirus nötig wurden:

  • Vorerst finden keine öffentlichen Führungen und Gruppenführungen durch die Festspielhäuser statt.
  • Die Salzburger Landesausstellung „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ konnte nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt (25.4.) starten und wird nun vom 26. Juli 2020 bis 31. Oktober 2021 gezeigt.
  • Ebenso wurde die künstlerische Intervention „Der Traum von einem Feentempel“ verschoben und findet nun von August bis Dezember 2020 statt.
  • Sie haben noch Fragen?

  • Unser Kartenbüro am Herbert-von-Karajan-Platz 11 ist für den persönlichen Kundenverkehr zu den gewohnten Öffnungszeiten erreichbar, sowie telefonisch oder per E-Mail.
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    100 Jahre Salzburger Festspiele