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SPIELSTÄTTEN

Domplatz

Domplatz
5020 Salzburg

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„Ich sehe [Alexander] Moissi [den ersten Jedermann] schon vor dem Dom knien“, soll Max Reinhardt gesagt haben, als Hugo von Hofmannsthal ihn ermahnte, die Finanzierung der Aufführungen zu bedenken. Doch Reinhardt blieb zuversichtlich: „Irgendwie wird sich das Geld schon finden, das ist Nebensache. Ich denke jetzt vor allem an die Schätze, die wir bereits besitzen: Eine großartige Dichtung, einen Schauplatz, wie er auf der Welt nicht noch einmal zu finden ist.“

Der zwischen 1614 und 1628 nach Plänen von Santino Solari errichtete Salzburger Dom, die größte frühbarocke Kirche nördlich der Alpen und gleichzeitig die älteste Bischofskirche des heutigen Österreich, bildet einen eindrucksvollen theatralischen Hintergrund für die Moralität nach mittelalterlichem Vorbild: Keine Kulisse kann die überwältigende Wirkung der mächtigen Doppelturmfassade aus weißem Marmor mit Christus als Weltenherrscher auf dem Giebel zwischen den Türmen ersetzen. Der geschlossene Platz zwischen fürsterzbischöflicher Residenz und Stift St. Peter bietet rechts und links der Fassade Durchgänge, die für Auftritte und Abgänge genützt werden können. Das Flachdach über diesen Dombögen eignet sich für Rufer und Bläser. Den Domtürmen gegenüber sticht der gotische Spitz der Franziskanerkirche empor, auf dem ebenso wie auf anderen Kirchtürmen der Altstadt sowie auf dem Mönchsberg und Kapuzinerberg jene Männer stehen, die Jedermann in den Tod rufen. Max Reinhardt überließ die Lichtregie der Sonne: Das Spiel begann um 17.00 oder 17.30 Uhr, wenn der Großteil des Platzes noch in gleißendem Licht liegt. Beim Auftritt des Todes wurden die Schatten lang, wenn der Teufel kam, war das Sonnenlicht verschwunden.

Die Zuschauertribüne ist heute für 2.544 Sitzplätze eingerichtet. Im Inneren des mobilen Spielpodests sind mehrere Personenversenkungen und Auftrittsklappen eingebaut. Bei Schlechtwetter wird das Große Festspielhaus als Ausweichquartier für den Jedermann verwendet.

Sitzplan